Sappenfeld

Spielplatz statt Schule

Tobende Kinder bringen Leben in das neugestaltete Dorfzentrum in Sappenfeld

28.09.2022 | Stand 28.09.2022, 20:30 Uhr

Der Sappenfelder Spielplatz kommt bei den Kindern gut an. Eine Stele des Künstlers Raphael Graf erinnert dort an die Jahre, als die Dorfmitte noch der Schulhausplatz war. Fotos: Bauer

Von Franz Bauer

Sappenfeld – Wo von 1903 bis 1989 die Kinder brav sitzen mussten, genießen heute die Kinder ihre Freiheit und toben lustig auf dem Gelände. Ein großer Platz und ein kleines Gebäude für die Infrastrukturen mit Toiletten, Wasser, Strom, Kanal und Internet wurde in der Mitte des Dorfes geschaffen. „Echt cool“, sagten Kinder zum Bürgermeister und liefen wieder die kleine Erhöhung hinauf zu den Spielgeräten.

Die Sappenfelder Bevölkerung, viele Kinder, der Gemeinderat von Schernfeld, die Vorstände der Teilnehmergemeinschaft Dorfentwicklung und Vertreter der Firma Vetter kamen jetzt zur Einweihung. Pfarrer Franz Remberger segnete den Dorfplatz. Er bat um Gottes Schutz für diese schöne Anlage in der Dorfmitte. Nach Aussagen von Nachbarn wird der Platz von Kindern und Familien gerne angenommen. Sie bringen Leben in die Dorfmitte. Auch Kindergeburtstage werden dort gefeiert. Zum Einweihungsfest gab es Kaffee und Kuchen.

Die Neugestaltung des Sappenfelder Schulhausplatzes war eines der ersten Projekte der Dorfentwicklung, das in Sappenfeld umgesetzt wurde. Die Arbeitsgruppen empfahlen dem Gemeinderat den Abriss des alten Schulgebäudes, um einen großen Dorfplatz für möglichst viele Nutzungen zu schaffen. Von Kindern wurden Vorschläge und Wünsche für einen Spielplatz gesammelt. Die Dorfentwicklung gruppierte sich um die Vorstände Lili Stark, Markus Bauch, Markus Vetter und Bert Neumeyer. Geplant wurde das Projekt durch die Landschaftsarchitektin Steffi Hackl aus Eichstätt. Bürgermeister Stefan Bauer lobte bei der Einweihungsfeier die Neugestaltung: „Der gesamte Platz ist eine Aufwertung für Sappenfeld. Er trägt mit Sicherheit dazu bei, die Dorfgemeinschaft zu erhalten und zu stärken.“ 350000 Euro kostete die Neugestaltung des Platzes, vom Abriss der Schule bis zur Fertigstellung. Die Hälfte der Kosten übernimmt das Amt für Ländliche Entwicklung.

Stele als Erinnerung

Nach den Allerheiligenferien 1989 war Schluss mit Schule in Sappenfeld. Die Klassen wurden in der neuen Schule in Schernfeld untergebracht. An die Schule in Sappenfeld erinnert eine Stele, geschaffen von Adelheid und Raphael Graf. Die Stele wurde beim Dorffest enthüllt. Dabei sagte der Künstler Raphael Graf, dass er sich mit den Sappenfeldern über die gelungene Platzgestaltung freue. Die Stele, so seine Worte, erinnert an das alte Schulhaus in Sappenfeld. Sie besteht aus vielen Steinplatten, die aufeinandergeschichtet sind, so wie man es in den nahegelegenen Steinbrüchen sehen kann. Das ist ein Zeichen für viele Schülerjahrgänge, die dort zur Schule gegangen sind, aber auch ein Symbol für ein Dorf, in dem Generation für Generation aufeinander aufbaut.

So wird deutlich, dass jede Generation auf den Schultern der Vorfahren steht. Der Schriftzug „Alte Schule Sappenfeld“ und die dazugehörigen Jahreszahlen „1903–1989“ sind dem Thema entsprechend in Schreibschrift geschrieben und verweisen auf den Zeitraum, in dem der Schulunterricht in dem alten Sappenfelder Schulhaus stattgefunden hat.

Im oberen Bereich der Stele ist in einem Ausschnitt eine Bronzedarstellung einer Schulszene. So könnte vor etwa 70 Jahren der Unterricht stattgefunden haben.

EK