Auf dem Weg in den Urlaub
Bruder schlief auf A9 am Steuer von Kastenwagen ein: Schwester (18) schwer verletzt

23.07.2023 | Stand 13.09.2023, 6:41 Uhr

Die A9 in Fahrtrichtung München konnte nach dem Hubschraubereinsatz teilweise wieder freigegeben werden. Die Auffahrt Denkendorf bleibe in diese Fahrtrichtung aber „längere Zeit gesperrt“, hieß es am Morgen von Seiten der Polizei. −Symbolbild: dpa

Ein schwerer Unfall hat sich am Sonntagmorgen auf der A9 bei Denkendorf (Landkreis Eichstätt) in Fahrtrichtung München ereignet. Ein Geschwisterpaar hatte sich auf dem Weg in den Urlaub mit seinem Kastenwagen überschlagen.



Wie die Polizei auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern mitteilte, waren ein 24-Jähriger aus Hessen und seine 18-jährige Schwester mit einem Peugeot Kastenwagen wohl in den Urlaub unterwegs. Zwischen dem Aus- und Einfädelungsstreifen an der Anschlussstelle Denkendorf kam der Wagen nach rechts von der Fahrbahn ab.

Der Camper geriet über eine Böschung, überschlug sich dort und flog dann zurück auf die Autobahn, wo er zwischen rechtem und mittlerem Fahrstreifen auf den Rädern landete. Ein nachfolgender Verkehrsteilnehmer leistete laut einem Polizeisprecher „vorbildliche Erste Hilfe“, schnitt die Sicherheitsgurte durch und befreite die Personen aus ihrer misslichen Lage.

Schwester schwer am Kopf verletzt, Bruder mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht



Die Beifahrerin wurde schwer am Kopf verletzt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Sie ist laut Polizei in einem kritischen Zustand und war auch einige Zeit bewusstlos. Ihr Bruder, der am Steuer saß, wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht – in erster Linie zur Beobachtung, heißt es.

Der Rettungshubschrauber, der im Einsatz war, wurde laut Polizei gebraucht, um die Notärztin einzufliegen. Die Freiwilligen Feuerwehren Denkendorf und Kipfenberg waren einem Polizeisprecher zufolge mit fünf Fahrzeugen und 25 Einsatzkräften vor Ort, sicherten die Unfallstelle ab und übernahmen die Brandsicherung.

Die A9 in Fahrtrichtung München konnte nach dem Hubschraubereinsatz zumindest auf dem linken Fahrstreifen gegen 7.45 Uhr wieder freigegeben werden. Der Ferienreiseverkehr in Richtung Süden war am Sonntagmorgen noch nicht so stark, wie am Vortag. Samstags hatte im selben Autobahnabschnitt auf der A9 ein kleiner Auffahrunfall für einen rund 13 Kilometer langen Stau gereicht. Am Sonntagmorgen hingegen staute es sich in der Spitze nur auf rund vier Kilometern.

Hatte das 20 Jahre alte Auto technische Mängel?



Ersten Erkenntnissen der Polizei nach ist davon auszugehen, dass der Unfallverursacher während der Fahrt eingeschlafen sei und daher die Kontrolle über sein Auto verlor. Den Schaden am rund 20 Jahre alten Peugeot-Kastenwagen beziffert die Polizei auf rund 5000 Euro. Der Transporter hatte laut einem Sprecher keine Rücksitze mehr und war wohl selbst zum Urlaubsmobil umgebaut worden. Das Fahrzeug wurde als Beweismittel sichergestellt. Ein Gutachter soll nun außerdem überprüfen, ob es technische Mängel hatte, die zum Crash führten.