Jahresbericht aus Südamerika
Pietenfelder Missionarin Schwester Karoline Mayer erzählt von ihrer Arbeit in Chile, Bolivien und Peru

03.01.2024 | Stand 05.01.2024, 10:04 Uhr

Immer wieder berichtet Schwester Karoline Mayer auch in Eichstätt von ihrer Arbeit, wie hier in einem Armenviertel in der Stadt Santiago de Chile. Fotos: Buckl/Hidalgo, Archiv

Sie ist bereits seit 55 Jahren Missionarin in Chile, seit einigen Jahrzehnten auch in Bolivien und Peru. Hier habe sie die Berufung erfahren, „als Jüngerin Jesu den Armen Jesu Frohe Botschaft zu verkünden und zu leben“. Dies schreibt die Pietenfelder Missionarin Sr. Karoline Mayer in ihrem Rundbrief, den sie zu Weihnachten und zum Jahreswechsel an Helfer und Unterstützer in der Heimat sandte. Darin nennt sie detailliert Zahlen aus der Arbeit ihres Hilfswerks „Fundación Cristo Vive“, das in Bolivien, Chile und Peru tätig ist.

So seien heute in verschiedenen Arbeitsbereichen in Chile „593 fest angestellte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt, davon betreuen von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends 198 Mitarbeitende genau 24951 Personen aus der Siedlung und umliegenden Armenvierteln ambulant, deren medizinische Behandlung in unserem Gesundheitszentrum vom Staat anerkannt ist und überwacht wird“. Das Gesundheitsministerium übernehme inzwischen die Gesamtkosten für Personal, Medikamente und Unterhalt, doch für spezialmedizinische Betreuung, etwa für die Augenklinik, brauche sie weiter Hilfe. So sei in den vergangenen Monaten von Cristo Vive Europa eine Augen-Kamera gespendet worden.

Auch für die Handwerksausbildung werde weiter Unterstützung benötigt, um jungen Menschen in Chile „rechtzeitig eine gute öffentliche Berufsschule anzubieten, bevor sie in Drogen oder Kriminalität abstürzen“. Zwar finanziere der Staat für ein halbes Jahr rund 1200 Auszubildende in fünf Ausbildungszentren, „aber diese Zeit ist viel zu kurz, um einen Handwerksberuf zu erlernen“. Daher müsse sie weiter für eine staatlich anerkannte Handwerksausbildung kämpfen.

„Besonders glücklich“ zeigt sich Schwester Karoline darüber, „dass wir kostenlos – dank eurer Spenden – seit dem Jahr 2000 mehr als tausend Krankenschwestern und -pfleger mit staatlich anerkanntem Zeugnis ausbilden konnten, die in vielen Kliniken, Krankenhäusern und öffentlichen Krankenstationen arbeiten“. Ebenso liege ihr in Bolivien „die Ausbildung der jungen Menschen, die sonst keine Chancen hätten, am Herzen“. Im Jahr 2002 habe man begonnen, die Berufsfachschule „Sayarinapaj“ (das heißt in der Sprache Quetchua „um aufzustehen“) aufzubauen, wo Jahr für Jahr mehr Schüler für eine dreijährige, vom Staat anerkannte Ausbildung in sechs Berufen aufgenommen werden konnten: Metallmechanik, Elektrizität/ Fotovoltaik, Gastronomie, Landwirtschaft und Viehzucht, Sozialarbeit und Erzieher(innen)ausbildung.

Heuer hatten sich 830 Schüler eingeschrieben, von denen rund 800 den Jahresabschluss geschafft haben. Auch mache Bolivien „große Fortschritte in der Überwindung der Armut“: Hier seien in den Dörfern rund um Cochabamba von den Gemeinden finanzierte Kindergärten entstanden, um die Mütter zu entlasten. So würden im Kindergarten Musuj Muju heute 130 Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahre betreut – „finanziert dank der Spenden von Cristo Vive Europa“.

In Peru gehe der Dienst von Cristo Vive an den misshandelten Frauen und Kindern in Cusco im Frauenhaus und ambulant weiter. Aber „obwohl wir immer wieder öffentlich ausgezeichnet werden, schaffen wir es noch nicht, eine staatliche Subvention zu bekommen“, bedauert die Pietenfelder Missionarin, weshalb weiter Spenden nötig seien. Schließlich bekennt Schwester Karoline: „Dienen lernen ist für uns in unserem Einsatz für die Menschen in Armut eine dauernde Herausforderung, vor allem keinen Dank zu erwarten.“ Abschließend dankt Sr. Karoline den Adressaten „für das Geschenk eurer Freundschaft und die Unterstützung, die ich während der vielen Jahre erfahren habe“.

EK



Wer Schwester Karoline unterstützen will, kann spenden über die Bankverbindung: „Cristo Vive e.V.“, Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte, IBAN: DE96 7216 0818 0006 2700 69.