Sieg im Spitzenspiel
Obereichstätter Meisterschaftsträume leben weiter – Aushilfstorhüterin Bösl bleibt ohne Gegentor

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 21:25 Uhr

Unermüdlich beackerte Elisabeth Schneider (links) im Topspiel gegen den FC Ingolstadt II die rechte Außenbahn. Am Ende brachte sie mit ihrem FV Obereichstätt das knappe 1:0 über die Zeit. Foto: Traub

Der Meisterschaftskampf in der Landesliga Süd spitzt sich zu. Vor dem Saisonfinale am kommenden Samstag können noch vier Mannschaften den Titel holen und den Aufstieg in die Bayernliga feiern. Dass die Spannung bis zum letzten Spieltag anhält, dafür sorgten die Fußballerinnen des FV Obereichstätt am Sonntagnachmittag. Sie gewannen das Spitzenspiel gegen den FC Ingolstadt II mit 1:0 (1:0) und rücken somit auf einen Punkt an die Schanzerinnen ran.

Vor allem, dass der FVO gegen die stärkste Offensive der Liga kein Gegentor kassiert, war vor einer Woche nicht abzusehen. Mit Lea Vitzthum (erholt sich noch von einer Knie-OP) und Ramona Stock (Urlaub) fielen gleich beide Torhüterinnen aus. Genau eine Woche vor dem Duell mit dem FCI bekam Sophie Bösl, die normalerweise als Außenverteidigerin aufläuft, die Nachricht, dass sie zwischen den Pfosten stehen wird. „Ich spiele da, wo ich gebraucht werde“, antwortete sie ihrer Trainerin Barbara Moosmeier. Nur zwei Trainingseinheiten hatte die 31-Jährige Zeit, sich auf ihre neue Position vorzubereiten. „Ich hatte Ganzkörpermuskelkater“, sagte Bösl zu der Trainingswoche.

Sophie Bösl hält ihren Kasten sauber



Die körperlichen Beschwerden sollten sich auszahlen: In der Anfangsphase war sie zwar noch etwas unsicher, mit der Zeit legte sie ihre Nervosität immer mehr ab. Selbstvertrauen holte sie sich, als kurz vor der Pause eine lange Flanke drohte, hinter ihr im langen Eck einzuschlagen. „Schnell zurück laufen und springen“, waren ihre simplen Gedanken während der Ball in der Luft war. Bösl streckte sich und lenkte das Leder über die Latte. Es bleib beim 0:0.

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Zuvor hätte Elisabeth Schneider bereits die Führung erzielen können. Im Strafraum kam sie frei zum Schluss, scheiterte aber an der FCI-Torhüterin Pia Hein. Nachdem Bösl einen zu zentralen Abschluss pariert hatte, gelang dem FVO quasi mit dem Pausenpfiff das 1:0. Einen Freistoß von Zeller ließ Hein nur nach vorne prallen, Lea Czech war zur Stelle und stocherte den Ball aus dem Gewühl heraus über die Linie.

FV Obereichstätt verpasst Vorentscheidung



Nach dem Seitenwechsel agierten beide Mannschaften mit offenem Visier. Während die Ingolstädterinnen allerdings nur zu Halbchancen kamen, war der FVO gefährlicher. Doch Czech, Schneider und Toptorjägerin Maria Zeller vergaben aus aussichtsreichen Positionen. „Man fiebert im Tor mit und ist enttäuscht, wenn es nicht klappt“, sagte Aushilfstorfrau Bösl zu den vergebenen Chancen auf die Vorentscheidung. Die größte davon ließ Zeller liegen. Nachdem sie sich gegen eine FCI-Verteidigerin durchgesetzt hatte, lief sie allein auf Hein zu. Aber ihr Abschluss war zu ungenau. „Maria hat uns schon durch die ganze Saison getragen“, sagte Trainerin Moosmeier – und an diesem Tag reichte das Tor von Czech zum Sieg.

FVO rettet Sieg über die Zeit



Danach schwanden die Kräfte der Obereichstätterinnen sichtlich. Als „nervenaufreibend“ bezeichnete Moosmeier die Schlussphase, in der sich auch noch zweimal Bösl auszeichnete. In den letzten zehn Minuten feierte der FVO jeden weit geklärten Ball. Der FCI schaffte es nicht, die stehend K.o.-wirkende Abwehr um Carina Bauer und Kapitänin Lisa Reizer zu überwinden. „Mir war es sehr wichtig, die drei Punkte zu holen. Nächste Woche wollen wir siegen und dann schauen wir mal, was auf den anderen Plätzen passiert“, richtet Moosmeier bereits ihren Blick auf das Saisonfinale.

avo


FV Obereichstätt: Bösl, Bauer, K. Schneider (79. Braun), Reitzer, Czech (84. Erlebach), Gruber (90.+3 Erlebach), E. Schneider, Becker, Seidl, Zeller, Schüller. – Tor: Czech (45.+2).