Zurückgeblättert
Nachrichten von früher: Badespaß für 30 Pfennig und ein fußballerischer Höhenflug

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 5:00 Uhr |

Die königliche Realschule in der Westenstraße. Das Gebäude des vormaligen „Eucharischen Krankenhauses“ wurde vor Jahrzehnten abgebrochen. Dort entstanden Wohnungen. Foto: Ettle, Archiv

Seit 1864 gibt es den EICHSTÄTTER KURIER, und bereits 1791 gibt es in Eichstätt Heimatzeitungen, die von den Geschichten und Geschehnissen in Altmühl-, Gailach- und Schuttertal oder auf den Jurahöhen berichten – manche tragisch, manche amüsant, doch alle stets informativ. Das Blättern darin lohnt sich auch heute noch – deshalb heißt es in dieser Rubrik einmal im Monat: „Zurückgeblättert“.

1804: Hunde mussten im Wald Prügel tragen



Im Mai 1804 bekräftigte die bayerische Landesregierung ein altes Gebot, das häufig missachtet wurde, nämlich, dass an Hunden, die mit in den Wald genommen wurden, ein Prügel angebunden sein musste. Damit wurde die Bewegungsfreiheit der Vierbeiner eingeschränkt und ein Hetzen von Wild verhindert. In der Verordnung wurde damit gedroht, dass Hunde ohne Prügel erschossen werden, die Hundehalter mussten eine Geldstrafe bezahlen.

1864: Gemeinden suchten Dorfwächter



In einigen Gemeinden im Bezirk Eichstätt waren 1864 keine Dorfwächter und Gemeindediener verpflichtet. Die bayerische Regierung forderte dazu auf, dies nachzuholen. Gesucht wurden Männer mit gutem Leumund, die körperlich und geistig für das Amt befähigt waren und Lesen und Schreiben konnten. Die Gemeinden waren berechtigt, auch den Schutz der Fluren den Dorfwächtern und Gemeindedienern zu übertragen.

1904: Baden im Fluss kostete 30 Pfennig



Am 20. Mai 1904 öffnete die städtische Badeanstalt die Sommersaison an der Altmühl in der Nähe des Siechhofs. Sie wurde vom Pächter Karl Schleifer betrieben. Ein Einzelbad mit einer größeren Kabine zum Umkleiden kostete für Männer 30 Pfennig, für Frauen mit einer kleineren Kabine 20 Pfennig. Für eine Kinderkabine war ein „Zehnerl“ zu bezahlen. Saisonkarten gab es um 6 Mark. Für die Benutzung eines Handtuchs waren 3 Pfennig, für ein Umschlagtuch 10 Pfennig fällig.

1924: Realschule feierte Fünfzigjähriges



Vor einhundert Jahren, an Pfingsten 1924, feierte die Eichstätter Realschule mit einem dreitägigen Fest ihr 50-jähriges Bestehen. Dazu hatten sich viele auswärtige Studiengenossen angemeldet, weshalb die Festleitung die Bürger bat, Gäste zu beherbergen. Die Schule befand sich seit 1874 im ehemaligen „Eucharischen Krankenhaus“ an der Westenstraße gegenüber der Maria-Hilf-Kirche. Die Schule schloss die Pforten mit Ende des Zweiten Weltkriegs. Danach kam in dem stattlichen Gebäude die Verbandsberufsschule Eichstätt unter.

1949: CSU skeptisch gegenüber Grundgesetz



Die Verbände der Christlich Sozialen Union (CSU) der Stadt und des Landkreises befassten sich im Mai vor 75 Jahren mit dem Grundgesetz. Dabei äußerten beide Gremien Skepsis und lehnten es ab. Der Grund dafür war die Sorge, dass dadurch die Teilung Deutschland endgültig festgeschrieben und Länderrechte preisgegeben werden könnten. Das Gesetz trat am 23. Mai 1949 in Kraft.

1984: Landesorchester bei den Sommerspielen



Die Eichstätter Sommerspiele waren vor rund vier Jahrzehnten ein kulturelles Ereignis im Altmühltal. Im Mai 1984 gastierte zum Auftakt das „Bayerische Landesjugendorchester“ in der Stadt. Zu hören waren auch hervorragende heimische Künstler.

2014: Höhenflug von Hitzhofen-Oberzell



Einen sportlichen Höhenflug legte der FC Hitzhofen-Oberzell vor zehn Jahren hin. Verantwortlich dafür war der aus Aichach kommende Trainer und Torjäger Emin Ismaill. Die Fußballer marschierten von einem Abstiegsplatz in der Kreisklasse zur Meisterschaft in der Kreisliga und bis zur Bezirksliga. Dort bekam der FC den doch sehr rauen Wind zu spüren.

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