Optimale Lösung für alle gibt es oft nicht
Marktgemeinde Gaimersheim informiert über Gebührenerhöhung Aquamarin und sämtliche Bauvorhaben

22.11.2023 | Stand 22.11.2023, 10:11 Uhr

Die Preise für den Eintritt ins Aquamarin müssen im kommenden Jahr kräftig erhöht werden. Das war eines der Themen der Bürgerversammlung in Gaimersheim. Foto: Werner

Die Bürgerversammlung der Marktgemeinde Gaimersheim stieß auch heuer wieder auf großes Interesse. Rathauschefin Andrea Mickel (SPD) blickte im voll besetzten Saal auf das vergangene Jahr zurück und präsentierte aktuelle Entwicklungen und Vorhaben in der Marktgemeinde. Im Anschluss hatten die Bürgerinnen und Bürger das Wort und konnten ihre Fragen stellen und Anregungen äußern.

Zum 30. Juni 2023 zählte die Marktgemeinde 12402 Einwohner, 90 mehr als im Vorjahr. 101 Geburten wurden vom Einwohnermeldeamt erfasst, geringfügig mehr als im Jahr 2022 (96). Die Zahl der Sterbefälle erhöhte sich von 118 auf 129, informierte die Bürgermeisterin. 51 Paare gaben sich vor dem Standesamt das Ja-Wort – etwas weniger als vergangenes Jahr. Die Zahl der Kirchenaustritte hat sich ebenfalls auf 255 reduziert (2022: 300).

Die Gebühren für das Aquamarin werden erhöht, das hatte der Marktgemeinderat in der Oktober-Sitzung beschlossen, informierte Mickel die Bürgerinnen und Bürger. „Wir haben entschieden, dass wir die Gebühren drastisch erhöhen müssen.“ Steigende Kosten führten zu dieser Entscheidung: Fast zwei Millionen Euro an Ausgaben stehen Einnahmen in Höhe von rund 500000 Euro gegenüber. Ein Entschluss, den viele Bürgerinnen und Bürger in der anschließenden Fragerunde nachvollziehen konnten und Verständnis zeigten. Ab dem Jahr 2024 wird die Tageskarte für Erwachsene bei 13 Euro liegen (Wintertarif, zuvor acht Euro). In der Sommerzeit kostet der Eintritt für Erwachsene am Tag sieben Euro (zuvor vier Euro). „Das Bad wird immer defizitär sein“, doch bei 1,5 Millionen Euro müsse etwas passieren, begründete Mickel den Schritt der Gebührenerhöhung.

Fortschritt bei Baugebietenund ein neuer Spielplatz

Reichlich Zeit nahmen an diesem Abend die Ausführungen über die Baumaßnahmen der Marktgemeinde ein. Die Baugebiete „Im Winkel“ und „Flussäcker“ wurden erschlossen. Die Bauarbeiten am Mehrgenerationenhaus am Magnusweg gehen voran, auch wenn sich die Arbeiten etwas verzögert haben, so Mickel. Dort entstehen schon bald 17 neue Wohnungen. Die zweite Baumaßnahme laufe an der Kita Werle-Haus, zudem ist dort ein Ortsteil-Treff entstanden. Außerdem soll in Kürze ein Spielplatz an der Römerstraße entstehen. „Die Spielgeräte haben wir vorrätig, da wird in den nächsten Wochen etwas passieren.“

In den kommenden Jahren wird in der Marktgemeinde weiter fleißig gebaut. So steht der Neubau des Bauhofs auf der Agenda, die Sanierung und der Anbau der Kita St. Rafael, die Renaturierung des Augrabens, die Erweiterung des Seniorenheims sowie die Sanierung und Erweiterung der Grundschule, um nur einige Bauprojekte aufzuzählen. Auch das Gasthaus am Marktplatz, dessen Saal an diesem Abend für die Bürgerversammlung genutzt wurde, steht auf dem Aktionsplan der Marktgemeinde.

Für Gasthaus am MarktplatzInvestor gesucht

Momentan werden die Räume des früheren Gasthauses nur an Vereine vermietet und nicht auch an Privatpersonen. „Wir hätten am liebsten einen Investor, der das in unserem Sinne übernimmt.“ Ein Schnellschuss könne jedoch nicht der richtige Weg sein. Gespräche würden bereits in alle Richtungen geführt, informierte die Bürgermeisterin.

Das Thema Breitband beschäftige die Marktgemeinde, die Arbeiten liefen nicht so, wie sie sollten, sagte Mickel, was einige Bürgerinnen und Bürger direkt bestätigten. „Der Ausbau führt immer wieder zu Behinderungen, aber wir wollen alle eine optimale Versorgung und Breitband – also muss es sein.“ Dass nicht immer alle Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt werden können, machte Mickel abschließend bei der Fragerunde des Publikums klar: Egal, ob es um sanierungsbedürftige Gehwege, parkende Autos, abgestellte E-Scooter oder die Bewässerung von Bäumen geht – oftmals scheiden sich eben die Geister, was die vermeintlich optimale Lösung sein könnte.