Bittgang für Frieden in der Welt
Kreiskriegervereinigung Eichstätt-Land gedenkt mit Marienwallfahrt in Meilenhofen der Opfer von Kriegen

30.05.2024 | Stand 30.05.2024, 11:00 Uhr
Hans-Peter Gabler

In einer Prozession zogen die Fahnenabordnungen der Kriegervereine durch Meilenhofen, um am Festplatz eine Gedenkveranstaltung mit einem Gottesdienst zu feiern. Foto: Gabler

Die Soldatenkameradschaft Meilenhofen hat die traditionelle Maiwallfahrt der Kreiskriegervereinigung Eichstätt-Land veranstaltet. Diese findet jedes Jahr in einer anderen Ortschaft der Mitgliedsvereine statt, heuer war Meilenhofen an der Reihe. Vierzehn Vereine beteiligten sich mit ihren Fahnenabordnungen daran. Die Prozession ging durch den Ort zum geschmückten und festlich dekorierten Kirchvorplatz. Der Ortsvorsitzende Anton Schneider begrüßte die Vereine. Die Messe im Freien zelebrierte Monsignore Paul Schmidt aus Eichstätt.

Die Vereine der Kreiskriegervereinigung Eichstätt-Land beteiligten sich mit großen Abordnungen an der Wallfahrt. Der Zweite Bürgermeister, Edmund Graf, hob hervor, dass jede Wallfahrt mit einer Bitte verbunden sei. Heuer sei es ein besonderes Anliegen, um Frieden in der Welt zu bitten. Er hege inzwischen Zweifel, dass der Mensch sich sozial weiterentwickelt habe. Der Friede sei nicht selbstverständlich und mit solchen Veranstaltungen sollte die Erinnerung und das Leid von zwei Weltkriegen im Bewusstsein bleiben. Jeder könne sich dafür einsetzen, das Leben allgemein leichter zu machen, und radikalen Kräften kein Gehör geben. Er forderte dazu auf, die Stimme zu erheben. Er zitierte Altbundeskanzler Helmut Schmidt mit dem Ausspruch: „Lieber einhundert Stunden verhandeln, als eine Minute schießen.“

Der Vorsitzende der Kreiskriegervereinigung, Andreas Husterer, betonte, dass eine Wallfahrt zu einer besonderen Gedenkstätte ein Ausdruck für die Frömmigkeit der Menschen sei: „Ein Kriegerdenkmal, wie hier in Meilenhofen, ist ein Ort, um die Ehre und das Gedenken an Opfer der Kriege aufrechtzuerhalten.“ Mit dieser Wallfahrt würde eine über 50-jährige Tradition aller angeschlossenen Vereine weitergeführt. Husterer unterstrich, dass die Unantastbarkeit und die Würde des Menschen ebenso unveränderlich seien wie der Gedanke der christlichen Nächstenliebe. Beides sei eine moralische Selbstverpflichtung und bisher eine Erfolgsgeschichte. Sie seien aber nicht auf ewig garantiert. Dabei komme es auf uns selbst an. „Schützen werden sie nicht andere, schützen können wir sie nur selbst“, betonte der Vorsitzende der Kreisvereinigung.

Das Wahrzeichen der Vereinigung, die „Patrona Bavariae auf Prozessionsstange“, ein Symbol für das Vereinsengagement für Frieden, Freiheit und Demokratie, wurde vom Vorsitzenden des Kriegervereins Hofstetten, Rupert Klinger, an den Vorsitzenden von Meilenhofen, Anton Schneider, weitergegeben. Sie soll laut Husterer auch hier bei allen gemeindlichen und christlichen Festen mitgeführt werden.

Monsignore Schmidt sprach von einer Sehnsucht nach Frieden und betonte das Entsetzen über die Toten und die Zerstörung sowie die Ohnmacht, welche dadurch hervorgerufen wird. Es müsse eine Kultur der Liebe einkehren. Eine Lösung sah er in politischem Handeln und auf persönlicher Ebene aus dem Glauben heraus. Zum Abschluss legten Graf und Husterer zu Ehren der vermissten und gefallenen Soldaten eine Blumenschale am Kriegerdenkmal nieder.

hpg