Eichstätt

Inspiriert von Natur und Landschaft

Der Künstler Victor Kraus zeigt im Museum Das Jurahaus Werke zum Thema „Natural – Arbeiten auf Papier“

23.05.2022 | Stand 23.05.2022, 11:23 Uhr

Der renommierte Künstler Victor Kraus zeigt im Museum Das Jurahaus ein breites Spektrum klein- und großformatiger Malereien, wie hier eines seiner typischen farbkräftigen Stillleben. Foto: Kusche

Von Dagmar Kusche

Eichstätt – Seit über vier Jahrzehnten geht Victor Kraus mit Leidenschaft, unermüdlicher Schaffensenergie und Phantasie seiner Berufung nach: der Kunst. Malen spiegelt für ihn das eigene Empfinden authentisch wider. Seit nunmehr 30 Jahren lebt der Künstler in einem liebevoll restaurierten Jurahaus mit Atelier in Kinding und lässt sich dort von der Natur und Landschaft des Altmühltals inspirieren. Auf Einladung von Stefan Pfättisch eröffnete Kraus seine Ausstellung „Natural – Arbeiten auf Papier“ im Museum Das Jurahaus. Die Besucher erwartet ein großes Spektrum vielfältigster Kunstwerke und Collagen.

Landschaft und Natur in all ihren Erscheinungsformen stellten für Victor Kraus, der von 1977 bis 1982 an der Akademie der Bildenden Künste München studierte und heute als renommierter Künstler überregional bekannt ist, schon immer Lieblingsmotive dar. Seit er zusammen mit seiner Familie – zunächst als Wochenendsitz, dann als Heimatort – von München nach Kinding zog und das Ambiente seines Ateliers in einem 500 Jahre alten Jura-Fachwerkstadel genießt, wurde das Motiv Landschaft aber noch einmal deutlich präsenter in seinem künstlerischen Schaffen: „Landschaft zu malen bietet so viele Möglichkeiten des abstrakten Malens, Illusion von Weite zu vermitteln und den Spagat zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit zu wagen“, erläutert Kraus begeistert.

Dabei verfolgt der vielfach mit Kunstpreisen bedachte Künstler allerdings einen subjektiven Ansatz, der nicht in erster Linie das Motiv in den Blickpunkt rückt, sondern die eigene künstlerische Hand, die das Subjekt oder Objekt einfängt und in die eigene subjektive Wirklichkeit hinüberführt. Damit befreit er das Bildobjekt von seiner Funktion und Verankerung in der Wirklichkeit. Man sieht es seinen Bildern an, dass sie mehr innerseelisches Empfinden visualisieren als Ausschnitte aus der Realität bieten: „Die Malerei per se ist die Sensation des Bildes“, betont Kraus, „es geht dabei nicht um das Motiv, sondern um das malerische Tun, die Farben, die Formen.“

Deshalb ist es einerlei für ihn, ob er eine Szenerie aus Kinding oder eine exotische Landschaft in Bali auf seine Leinwand bannt. Seine Arbeiten, die in ihrer ganzen Bandbreite im Museum Das Jurahaus zu sehen sind, hangeln sich genau an einer Grenze entlang, die er immer wieder überschreitet. Dazu gehören Horizont und Meer, Wolke und Geäst, Spiegelungen und Lichtphänomene. Es ist die Unschärfe und das Abstrakte, das verstört, zugleich aber neue Perspektiven eröffnet.

Sehenswert sind in Kraus’ Ausstellung auch die vielfältigen Papierarbeiten – Fine Art Prints, die allesamt durch ihren Unikatcharakter bestechen. Kraus nennt sie „naturals“, ebenfalls von der Umgebung des Altmühltals inspirierte Malereien auf Papier, die sich mit biomorphen Formen auseinandersetzen. Es sind graphische Arbeiten in Mischtechnik, Collagen aus farbigen, teilweise zufällig beschmutzten Papieren und beschriebenen oder bedruckten Seiten, die Kraus mit Acrylfarben überarbeitet und gedruckt hat. Ob Bücher vom Flohmarkt oder Schnipsel aus Bildbänden – für diese faszinierenden Kunstwerke greift Kraus auf beliebige Materialien zurück und verwandelt sie zu spannenden Unikaten.

Die Ausstellung in der Rot-Kreuz-Gasse 17 ist noch bis 19. Juni 2022 zu der Öffnungszeiten des Museums, Mittwoch 9 bis 12 Uhr, Donnerstag, Freitag und Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 14 bis 16 Uhr, zu sehen.

EK