Bewusster Umgang mit der Heimat
Heimatpflegeverein im Schuttergäu feiert 50-jähriges Jubiläum mit Fest im Burghof Nassenfels

14.10.2023 | Stand 14.10.2023, 18:00 Uhr

Familie Harrer aus Möckenlohe begleitete das Jubiläum musikalisch originell und heimatverbunden. Fotos: Gabler

Der Verein für Heimatpflege im Schuttergäu hat sein 50-jähriges Jubiläum mit einem Fest im Burghof in Nassenfels gefeiert. „Hätte es den Nassenfelser Lehrer Wunibald Iser aus Meilenhofen nicht gegeben, wäre der Verein wahrscheinlich nie gegründet worden“, erinnerte Vorsitzender Karl Heinz Rieder.

Seine Familie hatte alles für ein würdiges Fest ausgerichtet und Dominik Harrer hatte mit seiner Frau und Kindern eine musikalische Unterhaltung geboten. Für Rieder bedeutet Heimatpflege Unterhalt und Fürsorge. „Es geht um den sorgsamen Umgang mit der Heimat und das bewusste Kümmern und Annehmen“, stellte er heraus.

In einer kleinen Geschichtsstunde erläuterte er die Historie der Gegend. Unterstützt wurde er durch Infotafeln zu Schutter-naturierung, Schuttermoos, den Spuren der Eiszeit, einer gefährdeten Artenvielfalt und Lebensräumen für Wiesenbrüter. Bürgermeister Thomas Hollinger gratulierte im Namen der Gemeinde. „Noch heute gelten die damals festgelegten Grundsatzziele wie die Erhaltung der heimatlichen Kulturgüter, der früheren Gebrauchsgegenstände und landwirtschaftlichen Geräte, die Erhaltung der noch vorhandenen Trachten, das Sammeln mundartlicher Ausdrücke, Sprüche, Lieder, Anekdoten und Sagen und die Erhaltung und Pflege der bairischen Volksmusik“, sagte Rieder.

Für ihn ist Nassenfels ein historisches Paradies. „Ich war immer bestrebt, alles, was gefunden wurde, sofort zu vermitteln“, betonte er. In erster Linie sollten Schulen von den Erkenntnissen profitieren. Um der Zeit Rechnung zu tragen, wurde zum Jubiläum eine Homepage von Kerstin Merkel und Stefan Bockmann erstellt. „Sie ist noch im Anfangsstadium, aber durch das Ansammeln von Bildern und Berichten wird es künftig als Nachschlagewerk verwendet werden“, so Merkel. Unter www.heimatverein-schuttergaeu.de könnten sich Interessierte bereits erste Eindrücke verschaffen. Alte Gedichte und Geschichten, Bilder und Artikel aus der Gemeinde können dort gesammelt und zur Verfügung gestellt werden.

Eine besondere Ehrung wurde dem Gründungsmitglied Andreas Spreng zuteil. Rieder und die stellvertretende Vorsitzende Kerstin Merkel gratulierten mit einer Urkunde und einem Präsent für 50 Jahre Mitgliedschaft und sein herausragendes Engagement. Spreng wandte sich mit einer Bitte an die Vorsitzenden. Die Tafeln des Meilenhofener Maibaums schlummerten unbenutzt und unbeachtet in einer Scheune. Der Maibaum kann seit einigen Jahren aus technischen Gründen nicht mehr aufgestellt werden. Er schlug einen „Wappenpark“ am neu gestalteten Kirchplatz vor, an dem diese Tafeln aufgestellt werden könnten. Auch den am Kirchplatz wieder an die Oberfläche gekommenen alten Brunnen könnte man aufleben lassen und sichtbar machen. Die Einbindung in die Neugestaltung des Platzes scheiterte an technischen Bedingungen.

hpg