Mörnsheim

Hauptrolle für Schafe und Ziegen

Lamm-Auftrieb in Mörnsheim ist wieder Besuchermagnet – Holetschek würdigt Wert regionaler Produkte

15.05.2022 | Stand 20.05.2022, 13:13 Uhr

Am Kastnerplatz führten Hüteschäfer eine Schafschur vor. Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat keine Berührungsängste bei schwarzen Schafen. Das nahm auch Bürgermeister Richard Mittl lachend zur Kenntnis.

Von Stefan Meyer

Mörnsheim – Traumhaftes Wetter und reges Treiben herrschte am Wochenende beim 18. Altmühltaler Lamm-Auftrieb in Mörnsheim. Nach zwei Jahren coronabedingter Absage säumten wieder viele Menschen die Straßen, als die große Herde von Schäfer Sascha Gäbler durch die Gassen der Marktgemeinde zog. Angeführt hatte den Auftrieb mit etwa 1000 Schafen, Lämmern und Ziegen in traditioneller Schäfer-Tracht – dem Schäferkittel, Hut und Schippe – der diesjährige Schirmherr, Bayerns Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek. Begleitet wurde er von der frischgekürten Lammkönigin Katja Geiger, der bayerischen Kartoffelkönigin Verena Wenger, sowie der Limeskönigin Kerstin Hausmann, Mörnsheims Bürgermeister Richard Mittl und dem Vorsitzenden des Hüteschäfervereines Altmühltal, Erich Neulinger.

Handwerk rund um das Thema Schaf

Die Strecke führte durch das Markttor auf den Kastnerplatz, danach durch die Franz-Stößl-Straße zur Marktstraße, wo der Minister ein schwarzes Lamm auf dem Arm hielt. Im Rathaus verewigten sich Klaus Holetschek und Katja Geiger mit einem Eintrag ins „virtuelle“ Goldene Buch des Marktes.

Neben dem Auftrieb gab es Handwerk wie eine Schafschur zu bewundern, konnten regionale kulinarische Delikatessen verköstigt oder bei den Händlern auf dem Schäfer- und Handwerkermarkt allerlei traditionelle Produkte wie Lammfelle, Kräuter und Marmelade gekauft werden. Am Sonntag fand ein Gottesdienst in Altendorf mit anschließender Schafsegnung statt.

Bei der offiziellen Eröffnung im Festzelt konnte Bürgermeister Richard Mittl, neben dem Staatsminister, weitere Ehrengäste wie die Abgeordneten des Bayerischen Landtags, Eva Gottstein und Tanja Schorer-Dremel zu einem „Schäferstündchen der Sinne“ begrüßen. Auch Landratsvertreter aus den Landkreisen Eichstätt und Weißenburg-Gunzenhausen, Bezirksrat sowie Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden waren unter den Anwesenden.

Mit dem Lammauftrieb möchte Mittl auch auf die Probleme der Schäferei aufmerksam machen und bat um Unterstützung seitens der Politik. „Was wären wir denn ohne die Schäfer, die mit ihren vierbeinigen Rasenmähern unsere Magerrasen von Verbuschung freihalten?“ Über 86 Hektar verpachtet die Gemeinde zu einem sehr günstigen Satz an den Schäfer.

Klaus Holetschek ging in seiner Ansprache auf seine Verantwortung als Gesundheitsminister bei der Prävention und Gesundheitsförderung ein. Es sei für ihn eine Herzensangelegenheit, die Gesundheit der Menschen im Freistaat zu fördern und zu stärken, wo immer es geht, erläuterte Holetschek. Dies sei vor allem im Alter wichtig, „um lange fit zu bleiben und selbstbestimmt zu leben“. Die Initiative Gesund.Leben.Bayern und die Schwerpunktthemen der Staatsregierung tragen hierbei zur Umsetzung bei, so Holetschek weiter. Er freue sich, dass „es hier im Altmühltal perfekte Voraussetzungen gibt“ und lobte weiter, „die einzigartige und vielfältige Natur lädt zu Spaziergängen und Wanderungen ein, und die regionalen Produkte tragen zu einer ausgewogeneren, gesünderen Ernährung bei“.

Lammkönigin im Dienstder Schäferkultur

Mit Katja Geiger stellte sich die neue Lammkönigin vor. Sie freue sich neben dem Studium „das perfekte Amt als Ergänzung gefunden zu haben, um unseren Naturschutz voranzutreiben“. Die Schönheit des Naturparkes Altmühltal zeichnet sich für sie vor allem durch die Wacholderheiden, aber auch die Schafe aus, die diese beweiden. „Nicht nur zahlreichen Pflanzen der roten Liste schaffen die Schafe durch ihre Beweidung einen Lebensraum, sondern auch vielen Tieren wie beispielsweise seltenen Schmetterlinge“, erzählte die 23-Jährige. Im Anschluss überreichte Minister Holetschek ihr feierlich die Insignien wie Krone und Schippe und wurde damit offiziell in das Amt eingeführt. Für die kommenden zwei Jahre repräsentiert sie das „Altmühltaler Lamm“ und die Schäferkultur der Region, darunter im Bayerischen Landtag und auf der „Grünen Woche“.

Eine gute Nachricht hatte Tanja Schorer-Dremel (CSU) für die Schäfer mit dabei. Ab 2023 fördert der Freistaat Bayern mit der Schaf- und Ziegenprämie die Weidehaltung. Ab sieben Muttertieren werden den Schäfern 30 Euro jährlich pro Tier gewährt. „Diese Förderung haben wir auch der Initiative von unseren heimischen Schäfern vor Ort hier im Altmühltal zu verdanken“, so die Landtagsabgeordnete.

EK