Kinderseelen zum Leuchten bringen
Hannelore Babiel aus Beilngries verfasst Kindergeschichten und trägt diese bei Lesungen vor

14.12.2023 | Stand 14.12.2023, 15:33 Uhr |

Dass die Welt der Fantasie sehr viel Freude schenken kann, davon ist Hannelore Babiel fest überzeugt. Foto: F. Rieger

„Der kleine Drache Einzahn“, „Die Elfenhüterin“ und noch mehr – mit ihren selbst erdachten und verfassten Geschichten bereitet Hannelore Babiel ihren jungen Zuhörern eine große Freude. Das Ziel der Beilngrieserin (Kreis Eichstätt): Kinderseelen zum Leuchten bringen.

„Magie“ ist ein großes Wort. Manch einer mag anzweifeln, dass es sie in unserer Welt überhaupt gibt. Wenn es aber gelingt, mit Fantasie, ja mit einer Geschichte einer ganzen Gruppe an schwer kranken Kindern eine unvergessliche Stunde zu bereiten, sie all die Schmerzen und die Traurigkeit in dieser Zeit vergessen zu lassen, ihnen Hoffnung zu schenken – dann ist zweifellos etwas „Magisches“ geschehen.

Die Beilngrieserin Hannelore Babiel hat genau dies erlebt. Wobei „erlebt“ eigentlich das falsche Verb ist. Sie hat dieses besondere Erlebnis für zahlreiche Mädchen und Buben der Kinder-Universitätsklinik für Ostbayern (Kuno) in Regensburg vielmehr gestaltet. Und mit ihren Vorlesungen selbst erfundener Geschichten darüber hinaus auch in anderen Einrichtungen schon Kindern und Jugendlichen große Freude geschenkt.

Seit jeher eine Faszination für Geschichten



Geschrieben habe sie immer schon gerne, berichtet Hannelore Babiel im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits als Kind habe sie eine blühende Fantasie gehabt und sich lieber mit Büchern, aber auch schon selbst mit Stift und Papier in die Welt der Geschichten begeben, als sich etwa vom Fernsehprogramm berieseln zu lassen.

Diese Faszination für das Schreiben, für Sprache, für Fantasie hat Hannelore Babiel nie losgelassen, auch wenn sie beruflich einen anderen Weg eingeschlagen hat und in Vollzeit in der Designabteilung eines großen Automobilherstellers beschäftigt ist.

Eigene Gute-Nacht-Geschichten für den Sohn



Ausleben konnte sie ihre Freude an Geschichten dennoch. Eine ganz zentrale Rolle spielt dabei „Der kleine Drache Einzahn“. Dessen Abenteuer und Erlebnisse erdachte sie für ihren 1997 geborenen Sohn. Gemeinsam begaben sich Mama und Kind jeden Abend vor dem Einschlafen in die Welt dieser eigenen Geschichte – die immer weitergeführt wurde.

Rund 25 Jahre später schenkte Hannelore Babiel ihrem längst erwachsenen Sohn als Erinnerung an das damalige Geschichtenerzählen die zu Papier gebrachte Fassung von „Der kleine Drache Einzahn“ – versehen mit der Frage, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn sie diese Geschichte nun erneut erzählt. Anderen Kindern. Mädchen und Buben, die ein wenig Fantasie in ihrem Leben brauchen könnten. Deren Seelen sie auf diese Weise zum Leuchten bringen möchte. Hannelore Babiels Sohn stimmte selbstredend zu.

In der Rolle von Xenia Märchenfee



Und so erschuf die Beilngrieserin die Figur der Xenia Märchenfee. In dieser Rolle besucht sie, komplett ehrenamtlich, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Es gibt keine Festlegung, wo sie ihre Geschichten vorträgt – vom Kindergarten über ein Heim für Kinder, die Schlimmes erlebt haben, bis zur besagten Kinderklinik ist alles möglich. Und Hannelore Babiel freut sich über jede Kontaktaufnahme, wenn eine solche Lesestunde gewünscht ist, gerne auch in unserer Region, denn: „Ich möchte den Zauber und die Magie der Geschichten zu den Kindern tragen.“

Damit Letztere bei einer solchen Lesung auch ganz in die Welt der Fantasie eintauchen können, trägt die Autorin dabei ein entsprechendes „Xenia Märchenfee“-Outfit. Passende Beleuchtung und Dekoration gehören nach Möglichkeit ebenfalls zum Erlebnis. Und besondere Mitbringsel wie kleine Stein, die ganz viel Kraft und Selbstvertrauen geben, können auch mal dabei sein.

Geschichtenerzählen als Gesamtkunstwerk



Um noch mehr Kinder zu erreichen, könnte sich Hannelore Babiel auch vorstellen, dass es ihre Geschichten irgendwann in Buchform gibt. Erste Kontaktaufnahmen zu Verlagen habe es gegeben. Aber für die Beilngrieserin steht fest: Hinter der Veröffentlichung müsse sie dann auch zu 100 Prozent stehen können. Gestaltung und Aufmachung müssten dem entsprechen, wie sie als Autorin sich das Werk vorstellt.

Denn bei Hannelore Babiel beschränkt sich das Erzählen der Geschichten nicht auf Papier und Buchstaben. Bei ihr ist auch das Drumherum Kunst. Die Texte schreibt sie in ästhetischer Form per Hand, gerne mit Feder und Tinte, es gibt Zeichnungen und besonders gestaltete Einbände – im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesamtkunstwerk.

Sprudelnde Quelle der Fantasie



Dass die Quelle der Fantasie irgendwann versiegt, ist im Übrigen nicht zu befürchten. Neben „Der kleine Drache Einzahn“ gibt es bereits jetzt drei weitere fertige Geschichten, beispielsweise „Die Elfenhüterin“ – Leseproben findet man unter www.xenia-maerchenfee.de. Und Hannelore Babiel versichert, dass sie noch viele weitere Ideen habe. Sich zurückziehen, gerne auch nachts, und die Geschichten, die sie detailgetreu wie einen Film vor ihrem inneren Auge hat, auf Papier fließen zu lassen – „da kann ich dann gar nicht mehr aufhören“. Die Kinder, denen sie auf diese Weise ein Stück „Magie“ schenkt, wird dies sehr freuen.

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu Hannelore Babiel für Lesungen findet man unter www.xenia-maerchenfee.de. Die E-Mail-Adresse lautet info@xenia.märchenfee.de.

rgf