Wasser wird deutlich teurer
Gemeinderat beschließt Verdoppelung des Verbrauchspreises – Krisengespräch beim Glasfaserausbau

11.11.2023 | Stand 11.11.2023, 5:32 Uhr

Die Arbeiten zum Glasfaserausbau in Stammham dauern an. Bei einem Krisengespräch bat der Betreiber um mehr Geduld. Foto: Gerstmayer

Das Wasser wird in der Gemeinde Stammham deutlich teurer: Die Gemeinderäte mussten in der Sitzung am Donnerstagabend eine saftige Preiserhöhung beschließen. Die Wasserverbrauchsgebühr steigt von derzeit 1,35 Euro pro Kubikmeter auf 2,77 Euro. Die Grundgebühr bleibt unverändert bei 36 Euro.

Tilmann Reinhardt von der Nürnberger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl und Partner GmbH sagte, die Gebühren von jetzt 1,35 Euro seien zu niedrig angesetzt worden, 1,60 Euro wären nötig gewesen. Der Preis von 1,35 Euro galt seit zehn Jahren. Damit lag Stammham deutlich unter dem Mittelwert der umliegenden Gemeinden (2,07 Euro). Gemeinden seien angehalten, alle vier Jahre eine Nachkalkulation vorzunehmen. Diese habe es in Stammham nicht gegeben. Deshalb sei auch nicht festgestellt worden, dass schleichend eine immer größere Unterdeckung entstanden sei. Der neue Preis soll ab Januar bis 2027 gelten. Bürgermeisterin Maria Weber (CSU) nannte als Gründe für die Preiserhöhung gestiegene Ausgaben für die Betriebsführung, die anstehende Sanierung des Trinkwasserbehälters und den zusätzlichen, dritten Brunnen in Lenting.

In den vergangenen Jahren gab es in Stammham viel Gesprächsstoff, da ein ortsansässiger Landwirt seinen bestehenden Tierhaltungsbetrieb im größeren Umfang ausbauen wollte. Dazu war die Errichtung einer sehr großen Stallanlage vorgesehen. Diese wäre allerdings nur mittels eines rechtsverbindlichen Bebauungsplans planungsrechtlich umsetzbar gewesen. Der Gemeinderat beschloss jetzt die Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplans „Tierhaltungsanlagen“. Camelia Pintea vom Bauamt sagte dazu, der Nutzungsplan sei positiv zu sehen. Das sei „keine Verhinderungsplanung“.

Gemeinde will freiwillige Leistungen erhöhen

Bürgermeisterin Maria Weber sprach über das Thema Zuschussrichtlinien für Vereine und Verbände. Die Gemeinde will ihre freiwilligen Leistungen erhöhen. Bei Zuschüssen soll die Höhe von 0,50 auf 0,75 Euro je volljähriges Vereinsmitglied steigen. Bei Minderjährigen steigt der Zuschuss von fünf auf sechs Euro je Mitglied. Übungsleiter können künftig sechs statt wie jetzt fünf Euro pro nachgewiesener Übungsleiterstunde abrechnen. Die Rathauschefin gab außerdem bekannt, dass auch bei Vereinsjubiläen die gemeindliche Beteiligung steigen werde. Bei 100 Jahren und mehr gibt es jetzt 600 statt wie bislang 500 Euro. Einen Zuschuss soll auch der Ortsheimatpfleger erhalten. Dessen Tätigkeit für die Geschichtsfreunde will die Gemeinde pauschal mit einem Betrag 100 Euro jährlich unterstützen. Der Integrationsbeauftragte wird neu in die Liste aufgenommen. Seine Arbeit wird mit einem Zuschuss in Höhe von maximal 500 Euro honoriert.

Heuer erstmals ein Weihnachtsmarkt

Wie Bürgermeisterin Weber weiter berichtete, ist im Sport- und Kulturausschuss festgelegt worden, heuer erstmals einen Weihnachtsmarkt abzuhalten. Dieser solle am 8. Dezember hinter dem Rathaus auf dem Parkplatz stattfinden. Alle Fieranten hätten eine Standgebühr in Höhe von zehn Euro zu bezahlen. Damit solle die notwendige Versicherung abgedeckt werden.

Maria Weber erklärte, am Montag habe es ein Krisengespräch mit der Deutschen Glasfaser und der Firma Soli gegeben. Darin sei es um den Glasfaserausbau in den Gemeinden Wettstetten, Lenting, Hepberg und Stammham gegangen. Sie sagte, die Ansprechpartner bei der Deutschen Glasfaser hätten erneut gewechselt. Diese baten im Gespräch um „mehr Geduld“ der beteiligten Gemeinden. Der Glasfaserausbau erfordere deutlich mehr Zeit als anfangs gedacht. Trotzdem wolle die Deutsche Glasfaser Anfang Dezember die ersten Haushalte anschließen. Wie lange die Arbeiten noch dauern werden, könne derzeit aber niemand sagen. Fest stehe allerdings, dass bis Weihnachten noch nicht alle Anschlüsse aktiv sein können.