Altmannstein

Für Frieden und Freundschaft

Auch heuer gibt es in Altmannstein mehrere Aktionen im Rahmen der Interkulturellen Woche

23.09.2022 | Stand 23.09.2022, 17:27 Uhr

Dem Ablauf des Friedensgebets im Altmannsteiner Hofergarten am Sonntag, 2. Oktober, haben Integrationsbeauftragte Elisabeth Riegler und Pfarrer Wolfgang Stowasser den Feinschliff verliehen. Foto: K. Schmied

Von Kathrin Schmied

Altmannstein – „Frieden geht alle an“, sagt Elisabeth Riegler und fasst damit den Leitgedanken zusammen, der am Sonntag, 2. Oktober, Menschen verschiedenen Glaubens in den Hofergarten nach Altmannstein führen soll. Dort beginnt um 15 Uhr ein Friedensgebet – und die diesjährige Interkulturelle Woche in der Marktgemeinde Altmannstein mündet damit in ihren Höhepunkt.

Als bundesweite Aktion findet die Interkulturelle Woche heuer zum 47. Mal statt – wie im Vorjahr unter dem Motto „offen geht“. Der Startschuss fällt an diesem Sonntag. Der Landkreis Eichstätt hatte sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal beteiligt, damit feierte die Initiative auch in Altmannstein Premiere. Auch für die zweite Auflage hat sich Riegler, Integrationsbeauftragte der Marktgemeinde, wieder einiges überlegt. Gemäß der Devise „Setz di her und red mit mir“ sind alle dazu eingeladen, auf den im Ort aufgestellten Stühlen Platz zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Und mit alle sind wirklich alle gemeint: „Viele denken, dass es bei der Interkulturellen Woche um die Integration von Asylbewerbern geht. Genau das ist aber eben nicht gemeint“, schildert sie ihre Eindrücke aus dem vergangenen Jahr. Vielmehr richte sich das Angebot an sämtliche Mitbürger in der Gemeinde.

Denn diese ist so viel vielfältiger, als man vielleicht vermuten würde. Menschen aus insgesamt 51 Nationen sind in Altmannstein daheim. Und das teilweise schon über Jahrzehnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa fanden Frauen, Männer und Kinder aus Schlesien und Polen hier erst Zuflucht, dann ihre neue Heimat. „Viele Familien sind bei uns so sesshaft geworden, dass sie womöglich gar nicht mehr wissen, dass es einen Migrationshintergrund gibt“, sagt Riegler. Wieder andere kamen als Au-Pair oder Student oder der Liebe wegen – und blieben. Diese 624 Mitbürger weben die bunte Gemeinschaft in der Marktgemeinde mit. Bunt ist auch das Stichwort, wenn es um das Plakat der Interkulturellen Woche geht: Darauf ist nicht nur ein Gesicht, bestehend aus vielen Gesichtern zu sehen, sondern auch ein farbenfroher Hintergrund. „Bunt steht für Toleranz. Die Aktion ist ein Aufruf zur Toleranz im Miteinander“, betont Riegler.

Wer wissen möchte, aus welchen Ländern seine Mitbürger kommen, findet ab Sonntag im Schaukasten am Rathaus eine große Weltkarte, wo diese mit roten Punkten markiert sind. Gemeinsam mit einer Ukrainerin, die schon mehrere Jahre in der Gemeinde lebt, wird Riegler auch heuer wieder die Schulen besuchen. Mit dabei haben die zwei Frauen das zweisprachige Heft „Luis und Lea – Neue Freunde“, in dem die beiden namengebenden Kinder die ukrainische Familie kennenlernt, die ihr Opa auf seinem Bauernhof aufnimmt. Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und der vielen Menschen, die vor ihm nach Altmannstein geflüchtet sind, könnte dieses Thema nicht aktueller sein.

Es wird auch Eingang ins Friedensgebet finden. Am Freitagvormittag hat Riegler den Ablauf noch einmal mit Pfarrer Wolfgang Stowasser abgestimmt. „Auch hier sind alle willkommen. Das ist nicht nur ein Gebet zwischen Pfarrern“, erklärt der Geistliche. Als kurze Einführung habe er daher die „Fünf Vorsätze für den Tag“ von Mahatma Gandhi ausgesucht, um Menschen unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit abzuholen: „Ghandi ist, denke ich, der kleinste gemeinsame Nenner.“

Mitwirken am Friedensgebet werden – Stand jetzt – neben Stowasser Pfarrvikar Thomas Arokiasamy, der evangelische Pfarrer Christian Bernath, der ukrainisch-stämmige Spiritual Iwan Kachala vom Kollegium Orientale Eichstätt, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat Altmannstein, Vize-Landrat Bernhard Sammiller und Bürgermeister Norbert Hummel, Carmen Götz vom Pfarrgemeinderat Mindelstetten sowie Riegler als Integrationsbeauftragte und Pfarrgemeinderätin aus Sollern. „Unterstützung bekommen wir auch von den ehrenamtlichen Helfern der Willkommensgruppen und den Mitgliedern des Helferkreises“, erklärt sie. Die musikalische Gestaltung übernehmen die Mendorfer Benedictions um ihre Leiterin Carolina Keppel, ein Friedensgebet sollen alle Teilnehmer gemeinsam sprechen.

Und was nicht fehlen darf, ist das gemütliche Beisammensein im Anschluss. „Jeder, der mithelfen will, sei es zum Aufstellen von Bänken und Tischen oder dem Zubereiten von Kuchen oder einer anderen kulinarischen Köstlichkeit, ist natürlich herzlich eingeladen“, betont Riegler.

DK