Beilngries

Fragen bei Bürgerversammlungen: Von der Umgehungsstraße bis zur Flüchtlings-Situation

Bürger zeigen großes Interesse am Gemeinde-Geschehen

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 19:25 Uhr

Unvollendet ist bislang die Umgehungsstraße. Foto: F. Rieger

Von Fabian Rieger

Beilngries – Sehr diskussionsfreudig haben sich die Teilnehmer bei den Bürgerversammlungen in der Großgemeinde Beilngries diese Woche gezeigt. Neben den ortsspezifischen Themen ging es dabei auch um Angelegenheiten von allgemeinem Interesse. Die Palette reichte von der Umgehungsstraße über Pflegeplätze für Senioren bis zum Flexibus.

Senioren: Es werden regelmäßig Kindergärten gebaut oder erweitert – in Sachen Betreuungsplätze für Senioren tue sich hingegen nicht, so die Anmerkung einer Bürgerin bei der Zusammenkunft in Kevenhüll. Sie wollte wissen, ob die Stadt hier Pläne habe. Bürgermeister Helmut Schloderer (BL/FW) antwortete, dass er diesbezüglich nichts ankündigen könne. Es scheitere dabei nicht mal nur am Geld. Vielmehr seien die Platzkapazitäten für einen Anbau an das bestehende Seniorenzentrum ausgereizt. Und, ganz entscheidend: Es sei sinnfrei, zusätzliche Plätze zu schaffen, ohne zu wissen, ob man sie auch bewirtschaften könne. Kliniken und Pflegeheime leiden unter massivem Personalmangel leiden, so Schloderer. Und die Prognosen seien hier alles andere als rosig. „Das Ziel muss sein, und das möchte ja eigentlich jeder, dass man so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben kann.“

Jugend: Nicht um die Senioren, sondern um die Jugend ging es einem Bürger in Irfersdorf. Er wollte wissen, was die Gemeinde für diese Altersgruppe anzubieten habe beziehungsweise plane. Ein Stichwort, das genannt wurde, war „Kino“. Schloderer sagte, dass Jugendarbeit in der Gemeinde zuallererst und sehr gut von den Vereinen geleistet werde. Die Stadt investiere in Jugendhäuser wie in Paulushofen und Biberbach. Außerdem werde für die Freizeitanlage am neuen Volksfestplatz, die Interessierten aus der ganzen Gemeinde zur Verfügung stehen werde, viel Geld in die Hand genommen. Was es in Beilngries hingegen tatsächlich nicht gebe, sei ein „Animateur“, der mit Aktionen oder Bespaßung derjenigen Jugendlichen aufwarte, die nicht in das Vereinsleben eingebunden sind.

Flexibus: Für die Mobilität, nicht zuletzt auch diejenige der Jugend, sei heuer jedenfalls etwas Hervorragendes eingeführt worden: der Flexibus. Dieses Lob kam bei der Versammlung in Irfersdorf aus den Reihen der Zuhörer, versehen mit dem Appell, dieses Angebot unbedingt beizubehalten. Daran gebe es trotz des Defizits, das angesichts der äußerst hohen Nutzungszahlen deutlich über den Erwartungen liegt, keinen Zweifel, wie Schloderers Worten zu entnehmen war – insbesondere nicht in der vierjährigen Pilotphase. In dieser Zeit gehe er auch nicht davon aus, dass der Busunternehmer auf Elektrobusse umsteigt, antwortete der Bürgermeister auf eine entsprechende Anfrage. Und noch ein Aspekt wurde von den Bürgern angesprochen: Da nun auch Denkendorf ein ähnliches Projekt plane, solle man doch versuchen, hier einen Brückenschlag zu erreichen. Schloderer verwies darauf, dass es sich dort um ein etwas anderes Modell handle und dass es diesbezüglich noch einer gewissen Abstimmung bedürfe, um eine Kombination zu erreichen.

Flüchtlinge: Nachdem Schloderer in seinem Sachvortrag aufgezeigt hatte, dass derzeit etwa 75 ukrainische Kriegsflüchtlinge in der Großgemeinde leben, hatte ein Irfersdorfer mehrere Nachfragen zur derzeitigen Flüchtlings-Situation in der Region. Der Rathauschef zeigte auf, dass auch aus anderen Ländern wieder ein deutlich stärkerer Zustrom zu verzeichnen sei. Die Tendenz gehe in Richtung der Erlebnisse aus dem Jahr 2015 – und niemand wisse, wie sich der Winter entwickle, insbesondere in der Ukraine. Der Landkreis Eichstätt habe seine Gemeinden angeschrieben, dass aktuell jede Kommune rechnerisch einen Flüchtlingsanteil von zwei Prozent der Gesamteinwohnerzahl zu beherbergen hätte. In Beilngries werde diese Quote erfüllt, so Schloderer, weshalb aktuell nicht von Zuweisungen in Turnhallen oder Ähnlichem auszugehen sei. Einen Blick in die „Glaskugel“ wage er bei diesem Thema aber allgemein nicht.

Kindergarten/Schule: Ein Irfersdorfer wunderte sich, weshalb die Stadt in der Sandsiedlung die Baumaßnahmen „Kindergarten“ und „Grundschul-Erweiterung“ nicht in einem Gebäude kombiniert umgesetzt habe, um dadurch Synergie-Effekte zu erzielen. Schloderer antwortete, dass dies bei Einrichtungen für Kinder genehmigungstechnisch gar nicht darstellbar gewesen wäre. Und als eine Anmerkung zum architektonisch hochwertigen, aber auch teuren Dach der Sandkiste kam, meinte der Bürgermeister: „Das war ein langwieriges Streitthema im Stadtrat – das fangen wir jetzt nicht wieder an.“ Es sei jedenfalls schön geworden.

Umgehungsstraße: Ein noch sehr rüstiger Bürger wollte bei der Versammlung in Irfersdorf wissen, ob er es wohl noch erleben werde, dass der zweite Abschnitt der Umgehungsstraße in Beilngries gebaut wird. Schloderers Antwort: „Ja!“ Man sei in Sachen Grunderwerb noch nicht am Ziel, „aber es ist Licht am Ende des Tunnels“.

DK