Leistungen am Dies Academicus gefeiert
Forschung, Studium, Lehre und Transfer: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ehrt Arbeiten

12.06.2024 | Stand 17.06.2024, 10:27 Uhr |

Zahlreiche Abschlussarbeiten und universitäres Engagement wurden am Dies Academicus gewürdigt. Foto: Klenk

An ihrem akademischen Festtag, dem Dies Academicus hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) wieder herausragende Leistungen in Forschung, Studium, Lehre und Transfer ausgezeichnet. Insgesamt zwölf Preise wurden beim Festakt in der Aula an Absolventinnen und Absolventen, Nachwuchsforschende und Lehrende überreicht. Die Preisgelder wurden von Stiftungen und Banken zur Verfügung gestellt.

Sara Hasti wurde mit dem diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für ausländische Studierende ausgezeichnet. Bevor sie ihr Studium an der KU antrat, hatte sie bereits in Teheran Abschlüsse erworben und war als Instrumentalpädagogin tätig. Dieses Engagement setzte sie in Eichstätt fort, etwa als Musikpädagogin von Mutter-Kind-Kursen. Sie gründete ein Klavier-Kamancheh-Ensemble und komponiert eigene Stücke.

Die nachhaltige Nutzung von Moorböden hat für die Klimaschutzziele eine hohe Bedeutung. Mit seiner Masterarbeit hat Florian Hartwich den Zustand eines Niedermoores westlich von Nassenfels dargestellt und bewertet. Für diese wissenschaftliche Leistung wurde er mit dem Nachhaltigkeitspreis der Förderstiftung der Brauerei Fritz Gutmann ausgezeichnet.

Der Preis der Maximiliana-Kocher-Stiftung für Abschlussarbeiten im Fachbereich Geschichte wurde in diesem Jahr zweifach verliehen: Im Bereich Politikwissenschaft ging die Auszeichnung an Irina Merz. In ihrer Masterarbeit analysierte sie die sozial-ökologischen Auswirkungen des Lithiumabbaus im Dreiländereck Bolivien, Chile und Argentinien im Kontext des Ausbaus der E-Mobilität. Irina Merz ist nach dem Abschluss ihres Masterstudiums Internationale Beziehungen als Referentin für Nachhaltigkeitsstrategie am Heidelberg Center for the Environment tätig. Auch Marius Müller erhielt den Preis. Seine Masterarbeit mit dem Titel „Jesuiten und Juden in globalen Kontexten. Zur Wahrnehmung und Funktion des Judentums in Joseph Stöckleins Missionszeitschrift ‚Der Neue Welt-Bott‘ (1726-1758)“ verknüpft zwei Themenbereiche – die neuere kulturwissenschaftlich ausgerichtete Geschichte der Jesuitenmission mit der jüdischen Geschichte im außereuropäischen Rahmen. Die Arbeit fragt nach der Wahrnehmung und Deutung außereuropäischer Judengemeinden durch die Missionare während ihrer Reisen.

Mit dem Preis der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern Mitte für die beste Masterarbeit wurde Franziska Imhoff ausgezeichnet. Die Absolventin des Masterstudiengangs Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung zeigte in ihrer Abschlussarbeit auf, wie Mitglieder einer Landrückkehrbewegung in der Oberlausitz eine aktive Rolle in der Gestaltung und Erfahrung ihrer neuen Heimat einnehmen. Die Masterarbeit widmete sich den intensiven Erfahrungen der Neuankömmlinge und Rückkehrer sowie deren alltäglichen Bindungen zu „ihren“ ländlichen Orten.

Millionen von Stellenanzeigen hat Christina Langer ausgewertet. Sie erhielt den Preis der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt für die beste Dissertation. Diese untersuchte sowohl die Angebotsseite als auch die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes und ging der Frage nach, wie in der Ausbildung erworbene Kompetenzen sich auf den Arbeitsmarkterfolg von Absolventen auswirken.

Zum zweiten Mal wurde beim Dies Academicus der Preis der Professor-Sutor-Stiftung für soziale und politische Ethik verliehen – und dabei auch dem Stifter des Preises und Ehrensenator Bernhard Sutor gedacht, der im Januar dieses Jahres im Alter von 93 Jahren verstorben war. Die Dissertation von Helen Zeidler ist motiviert von wirtschaftspolitisch hoch relevanten Fragestellungen: Vor dem Hintergrund des Klimawandels und weiterer globaler Krisen steht die Gesellschaft vor dramatischen Herausforderungen, welche auch den gewohnten Lebensstil verändern werden.

Den Preis der Eichstätter Universitätsgesellschaft für die beste Habilitation erhielt Manuel Rausch. Er habilitierte sich mit einer Arbeit über mathematische Modelle von Konfidenz in perzeptuellen Entscheidungen. Die Habilitationsschrift untersucht zwei zusammenhängende Forschungsfragen: Wie kann Konfidenz in perzeptuellen Entscheidungen mathematisch beschrieben werden und welche Implikationen haben mathematische Modelle von Konfidenz auf die Messung der Fähigkeit zur Metakognition?

Die Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung unterstützt erneut die Durchführung eines Symposiums mit einem Preisgeld. Dieses geht an Professor Janusz Surzykiewicz, Inhaber des Lehrstuhls für Sozial- und Gesundheitspädagogik. Er plant eine Tagung mit dem Titel „Leid, Krankheit, Krise als Herausforderung für unsere Zeit: Spiritualität und Religion als Heilsmittel?“ Dabei soll mit internationalen Experten aus Wissenschaft, Gesundheitswesen und Seelsorge diskutiert werden, welche Bedeutung Spiritualität und Religion als Heilsmittel haben und welche praktischen Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen.

Mit dem Preis für exzellente Lehre wurde Dominik Engl geehrt. Verliehen hat ihn die Liga-Bank-Stiftung. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mathematik/Analysis konzipierte und programmierte ein Computerspiel, das Studierende zum selbstreflektierten Lernen motivieren und ihre kreative Problemlösekompetenz stärken soll. Die Spielerinnen und Spieler navigieren ihre Charaktere durch ein Labyrinth, öffnen Türen und Tore, indem sie mathematische Rätsel lösen, und sammeln Schlüssel in Form mathematischer Definitionen und Theoreme.

Schließlich wurden Lehrende der KU für ihr herausragendes Engagement im Bereich des Wissenstransfers ausgezeichnet. Ein Preis ging an das Team Marina Tsoi, Maria Müller-Pulsfuß und Professorin Rowena Roppelt von der School of Transformation and Sustainability, die gemeinsam das Projekt Jesuit Worldwide Learning an der KU koordinieren. Diese Kooperation mit dem Jesuitenorden verfolgt das Ziel, Menschen in abgelegenen und benachteiligten Gemeinschaften weltweit den Zugang zur Hochschulbildung zu ermöglichen. Einen weiteren Transferpreis erhielt Professorin Nadja Ray, Inhaberin des Lehrstuhls für Geomatik und Geomathematik. Ray etablierte am Mathematischen Institut für Maschinelles Lernen und Data Science eine Reihe von Transferaktivitäten. So holte sie 2023 erstmals den Tag der Mathematik an die KU, arbeitete dabei eng mit Audi und Airbus zusammen. Anfang 2024 war die Ausstellung „I AM AI“ über Künstliche Intelligenz im Georgianum in Ingolstadt zu sehen – auch dies ein Verdienst von Nadja Ray.

Transparenzhinweis: Am 17. Juni wurde nachträglich der Hinweis eingefügt, von wem der Preis für exzellente Lehre an Dominik Engl verliehen wurde.