Denkendorf

Energie und Kunst

Denkendorfer Gemeinderat diskutiert über Fernwärmenetz – Faschingsdenkmal soll fertiggestellt werden

08.06.2022 | Stand 08.06.2022, 14:30 Uhr

Bis jetzt nur ein Provisorium, soll das Faschingsdenkmal in Denkendorf vervollständigt werden. Die Gemeinde holt entsprechende Angebote ein. Foto: Knittel

Von Julian Meier

Denkendorf – Am Thema Energie kommt zurzeit niemand vorbei. Auch der Denkendorfer Gemeinderat nicht: In der Sitzung am vergangenen Donnerstag wurden die Ergebnisse der energetischen Bewertung von Grund- und Mittelschule sowie des Kindergartens im Ort vorgestellt. Das Ergebnis: Es gibt Handlungsbedarf.

• Energie: Der Gemeinderat hatte im Rahmen der Diskussion um die Beschaffung von Luftfilteranlagen beschlossen, die Energieberatungsfirma enaktiv mit einer Zustandsbewertung der Gebäude zu beauftragen. Für die Schule kamen die Berater zu dem Ergebnis, dass die Gebäudehülle insgesamt „gut aufgestellt“ ist. Anders sieht es bei Heizung und Beleuchtung aus: Die derzeitige Heizanlage ist bereits über 20 Jahre alt und sollte ausgetauscht werden. Die Berater schlagen vor, eine Pelletheizung einzubauen.

Über die Notwendigkeit einer Heizungserneuerung gab es denn auch keine zwei Meinungen unter den Gemeinderatsmitgliedern. Allerdings brachte Vizebürgermeister Alfons Weber (SPD) eine Alternative ins Gespräch: „Warum geht man nicht auf Hackschnitzel?“ Diese hätten einen deutlich geringeren energetischen Aufwand bei der Herstellung und seien noch dazu regional verfügbar.

Bernd Mosandl (CSU) stellte daraufhin die Überlegung in den Raum, das Thema Fernwärmenetz wieder aus der Versenkung zu holen. Vor rund zwei Jahren hatte der Gemeinderat eine Studie für solch ein Fernwärmenetz beim Institut für Energietechnik (IfE) in Auftrag gegeben. Mögliche Abnehmer sprangen dann aber ab. Nun beschloss der Gemeinderat, das IfE-Gutachten zu aktualisieren und nochmals auf die potenziellen Abnehmer zuzugehen. Die Zeiten haben sich schließlich geändert – gerade im Hinblick auf die Energie.

Handlungsbedarf sieht die energetische Bewertung auch für die Beleuchtung in der Schule vor. Diese soll nun nach und nach durch LED-Leuchten ersetzt werden.

Beim Kindergarten ist die Lage genau umgekehrt: Heizung gut, Gebäudehülle schlecht. Dachdämmung und Fenster sollten saniert werden. Bürgermeisterin Claudia Forster (CSU) wies allerdings darauf hin, dass die Erbpacht für das Gebäude in 20 Jahren ausläuft: „Da müssen wir uns fragen, was wir tun.“ Im Hinblick auf die energetische Sanierung erst einmal nichts.

Faschingsdenkmal: Im Dezember 2020 hatte der Gemeinderat beschlossen, ein Denkmal für die Initiatoren des Faschingsumzugs, Theresia Stadler und Luise Riedl, zu errichten. Im darauffolgenden Februar folgte die Grundsteinlegung in der Ortsmitte. Aktuell ist nun ein geschwungener Sockel zu sehen, der den Faschingsumzug darstellen soll. Das Grundsteinlegungs-Motiv darauf ist nur ein Provisorium. Nun soll das endgültige Denkmal folgen. Der Gemeinderat einigte sich darauf, die Vorgaben an drei verschiedene Steinmetze zu schicken. Wer dann das überzeugendste Konzept liefert, soll das Kunstwerk vervollständigen dürfen. Und natürlich geht es auch ums Geld. Eine Frage, die Bürgermeisterin Forster in den Raum stellte: „Was kostet Kunst?“

Einfach war hingegen der Beschluss, dem Krieger- und Kameradenverein Gelbelsee das alte Feuerwehrhaus künftig kostenlos zur Verfügung zu stellen. Noch mehr: Rückwirkend ab Anfang des Jahres wird die monatliche Miete von 16 Euro auf null Euro gesenkt. Sogar ein neues Tor gibt es für die über 100-jährige Garage, die als Lagerort dient. Kostenlos bleibt auch weiterhin ein Standplatz auf dem Wochenmarkt in Denkendorf. Zumindest so lange, bis ein finaler Standort gefunden ist. Das wird allerdings erst nach Fertigstellung der Dorferneuerung der Fall sein.

SPD-Gemeinderätin Jessica Meier wurde offiziell entlassen. Sie hatte aus gesundheitlichen Gründen darum gebeten, von ihrem Amt befreit zu werden. Eine offizielle Verabschiedung ist im Rahmen des Sommerempfangs geplant. Als Nachfolger wurde Florian Felser (SPD) aus Denkendorf bestimmt, der in der nächsten Sitzung des Gemeinderats vereidigt werden soll.

EK