Wahnwitzige Mordabsichten
Ein Angriff auf die Lachmuskeln in der Pfahldorfer Theatersaison

22.11.2023 | Stand 22.11.2023, 21:00 Uhr

Die Theatergruppe in Pfahldorf brachte das Publikum mit einer Krimikomödie zum Lachen. Foto: Sendtner

Mit der Kriminalkomödie „Kuchen, Käffchen, Killer“ – einer treffenden Alliteration – gelang es den „Pfoidorfer Theaterleit“, das Publikum durchgängig zu fesseln. Das Stück aus der Feder von Florian Schmidt überzeugte an sich schon durch den unglaublichen Wortwitz, der die Aufmerksamkeit der Zuschauer fesselte.

Umgesetzt unter seiner Regie wurde dies auf großartige schauspielerische Art und Weise durch die Schauspielerinnen und Schauspieler der Pfahldorfer Laienbühne.

Schnelle Wortgefechte, punktgenaues Ins-Wort-Fallen, treffsichere Bewegungen – die Zuschauenden konnten sich dem Esprit nicht entziehen und belohnten das Können mit entsprechend viel Szenenapplaus.

Die Handlung ist in kurzen Worten zu erklären. Luise Rohrenbrecher, fulminant dargestellt von Annette Bauer, lebt seit langen Jahren in einem Hotel. Ihre einzigen Verwandten sind in alle Winde verstreut und schaffen es auch in diesem Jahr nicht, die Tante zu ihrem 80. Geburtstag zu besuchen. Sie verlassen sich ganz auf die liebevolle Betreuung der Erbtante durch die geradlinige und nüchtern-pragmatische Pflegerin Betty Wagner, hervorragend durch Verena Müller verkörpert.

Insgeheim haben es alle drei Nichten und Neffen jedoch darauf abgesehen, baldmöglichst ihr Erbe antreten zu können. Und so schicken sie jeweils eine Geburtstagsüberraschung mit tödlichen Absichten. Frau Overkamp alias Johannes Krieglmeyer kommt als Reinigungskraft verkleidet, um einen Auftragsmord auszuführen, scheitert jedoch an ihrer eigenen Unzulänglichkeit.

Claudia Popopov, verkörpert von Karola Schäffer (bekannt auch von anderen Bühnen im Altmühltal), soll als Geburtstagsclown das Leben der Jubilarin beenden und nicht zuletzt kommt der Auftragskiller Kilian Kühn, dargestellt von Thomas Fuchs, um der 80-Jährigen den Garaus zu machen.

Mitten in dem Tumult und der Verkettung ineinanderfließender Unmöglichkeiten ist der Page und Hausdiener Gustl. Charmant und ein Fels in der Brandung mit französischem Charme, Witz und Akzent – gespielt von Alexander Amler. Das großartige schauspielerische Talent der Darstellerinnen und Darsteller war zusammen mit dem kurzweiligen Stück und der hervorragenden Regie Schmidts ein Garant für Lachmuskelkater. Eine Verschmelzung von körperlicher Ausdruckskraft, pointierter Mimik und sprachlicher Akrobatik hätte nicht besser auf die Bühne gebracht werden können.

Bühnenbau und Souffleusen, Vorhangschieberinnen, Tontechniker, Kartenverkäufer, Thekenkräfte und viele mehr haben ihren Teil hinter den Kulissen dazu beigetragen, um das Stück dieser Saison zum großen Erfolg zu führen. Die Begeisterung des Publikums war spürbar von der ersten bis zur letzten Minute. Unglaublich ansteckend war die riesengroße Freude der Schauspielerinnen und Schauspieler, ihr Bestes zu geben und ihre Leidenschaft dem Publikum zu schenken. Dieses bedankte sich mit einem langanhaltenden und begeisterten Schlussapplaus.

EK