Der Träger des Shalompreises – hier Mitwirkende des AK für Gerechtigkeit und Frieden an der KU – für 2023 steht fest. Die Auszeichnung geht nach Rumänien. Foto: Kusche
Der Shalompreisträger für 2023 steht fest: Wie der Arbeitskreis (AK) Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mitteilte, geht die Auszeichnung an Reaching Out Romania (ROR).
Bei ROR handelt es sich um eine nichtstaatliche Hilfsorganisation in Rumänien, die Mädchen dabei hilft, aus der Sexindustrie auszusteigen. „ROR rettet Kinder und Jugendliche vor der moldawischen und rumänischen Mafia, die Menschen nach Westeuropa verschleppt“, erläutert AK-Sprecherin Ulrike Schurr. In einer von ROR betriebenen Einrichtung in der Stadt Pitesti erhielten Mädchen demnach Schutz vor Menschenhändlern, eine auf Lebenskompetenzen basierende Ausbildung sowie psychologische Betreuung.
Mehr als 750 Opfern geholfen
Die Organisation wurde 1999 von Iana Matei gegründet. Die 64-jährige Psychologin engagiert sich seit Ende der 1980er-Jahre für Gerechtigkeit und kämpft inzwischen seit mehr als 20 Jahren gegen Menschenhandel. Seit 1999 hat ROR mehr als 750 Opfern geholfen, zwei Hilfszentren und einen Bauernhof gebaut, um ihnen einen Rahmen der Normalität und die Möglichkeit der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu bieten.
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Derzeit leben in den Zentren zwölf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 16 Jahren mit rumänischer Staatsangehörigkeit, denen ein sicherer Ort sowie medizinische, psychologische, soziale und rechtliche Hilfe durch ROR ermöglicht wird.
„Opfer von Menschenhandel und sexualisierter Gewalt sind häufig isoliert und gesellschaftlich geächtet, sogar Freundeskreis und Familie wenden sich oft ab“, so Schöpfel weiter. Die Organisation leiste mit ihrer Arbeit einen Beitrag, die Strukturen des Menschenhandels zu bekämpfen. „Einmal wieder möchten wir als Arbeitskreis mit dem diesjährigen Projekt darauf hinweisen, dass es auch hier in Europa schwere Verstöße gegen die Menschenrechte gibt, gegen die wir unsere Stimme erheben möchten“, so Schurr-Schöpfel.
Mit rund 30.000 Euro dotiert
Der Shalompreis ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. In den vergangenen Jahren war er stets mit rund 30.000 Euro dotiert, 2022 kamen 28.000 Euro zusammen. Das Preisgeld wird ausschließlich durch Spenden zusammengetragen. Bürger der Stadt Eichstätt, Studierende und Alumni sowie Mitarbeiter an der KU ermöglichen die Menschenrechtsarbeit des 1981 gegründeten Arbeitskreises durch rein ehrenamtliches Engagement.
Verleihung im Juni
Der Shalompreis wird am 24. Juni um 19 Uhr im Holzersaal der Sommerresidenz in Eichstätt an Iana Matei verliehen.





