Nach Kritik aus dem Vatikan

Eichstätter Diözesanratsvorsitzender Gärtner: Miteinander ringen

25.01.2023 | Stand 25.01.2023, 17:40 Uhr

Beim Neujahrsempfang hatte sich Diözesanratsvorsitzender Christian Gärtner für mehr Teilhabe von Gläubigen stark gemacht. Foto: Taiber-Groh, pde

Nach den deutlichen Worten aus Rom zum synodalen Weg, die nach einem Brief des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki und der bayerischen Bischöfe Stefan Oster, Gregor Maria Hanke, Bertram Meier und Rudolf Voderholzer fielen, hat sich auch der Eichstätter Diözesanratsvorsitzende Christian Gärtner gegenüber unserer Zeitung geäußert. Gärtner, der das oberste Laiengremium im Bistum leitet, ist selbst Mitglied des synodalen Wegs.



„Ich finde es schade, dass man im Vatikan, und dass auch der Papst selbst eher auf die Stimmen hört, die dem Synodalen Weg in Deutschland kritisch bis ablehnend gegenüberstehen“, sagte Gärtner, der noch am Samstag beim Neujahrsempfang seines Gremiums für deutlich mehr Partizipation von Gläubigen geworben hat. Gärtner spiegelt den synodalen Ausschuss beziehungsweise Rat, den es geben soll und der von Rom kritisch gesehen wird, auf bestehende Strukturen: „Die angeregten synodalen Räte gibt es auch in unserer Diözese in den Pfarreien eigentlich schon seit über 60 Jahren in Form der Pfarrgemeinderäte, in denen die Pfarrer und gewählte Gläubige in den allermeisten Fällen sehr gut zum Wohle der Kirche vor Ort zusammenarbeiten.“ Vergleichbare Strukturen auch auf über-diözesaner Ebene einzuführen, sei für ihn „im Sinne der Synodalität, die der Papst selbst für die Kirche des 21. Jahrhunderts fordert“, so Gärtner. Immerhin stecke die katholische Kirche „in einer schweren Glaubwürdigkeitskrise, die Folge sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und seiner Vertuschung durch Bischöfe ist“. Die Frauen und Männer, die sich im synodalen Weg engagieren, stünden für die Gläubigen, die „trotz des Missbrauchsskandals immer noch mit den Bischöfen zusammen an einer Erneuerung der Kirche in Deutschland arbeiten wollen“. Über den richtigen Weg müsse man „miteinander ringen“.

Denn, so betont Gärtner, niemand, „auch der Papst nicht“, werde den richtigen Weg „für sich allein finden oder erkennen“. Der von den Bischöfen kritisch gesehene synodale Ausschuss sei „ein Angebot an die Bischöfe, für schwierige Entscheidungen Mitverantwortung zu übernehmen“.

smo