Baugebiete und Arbeitsplätze
Bürgermeister Dieter Müller zeigt den Bewohnern auf, wohin die Einnahmen der Marktgemeinde fließen

24.11.2023 | Stand 24.11.2023, 10:17 Uhr

In der Marktgemeinde gibt es 963 Arbeitsplätze. 321 Pförringer Arbeitnehmer sind bei den 75 hiesigen Betriebe beschäftigt. Das Gewerbegebiet an der B299 wird derzeit zum zweiten Mal erweitert, um einheimischen Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Foto: Kügel

4180 Einwohner zählt der Markt Pförring und damit 75 mehr als vor Jahresfrist. Dafür verantwortlich sei nicht etwa ein Geburtenüberhang, sondern der Wanderungsgewinn (plus 81), informierte Bürgermeister Dieter Müller (CSU) bei den Bürgerversammlungen im Markt Pförring. Überproportional gewachsen ist wie schon im Vorjahr der Ortsteil Wackerstein, der inzwischen 556 Einwohner (plus 32) zählt. Ursache sei das neue Baugebiet, während im Hauptort Pförring (2451) die Zugezogenen (plus 26) in den neuen Mehrfamilienhäusern im Altort wohnten.

Zusammen mit Mindelstetten (1834 Einwohner, plus 17) und Oberdolling (1358, plus 8) leben in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) aktuell 7372 Bürgerinnen und Bürger (plus 100). Damit betreue das VG-Personal etwa so viele Menschen wie die Stadt Vohburg, sagte Müller. „Allerdings muss das VG-Personal vieles dreifach machen, zum Beispiel den Haushaltsplan.“ Im Rathaus arbeiten für die VG zwölf Vollzeit-, elf Teilzeitbeschäftigte und zwei Auszubildende, für die Kläranlage wurde ein dritter Mann eingestellt, da Peter Wölfl bald in Rente geht.

Beim Markt Pförring sind 93 Menschen beschäftigt, 52 davon in Kindergarten und -krippe. Dazu kommen 30 Minijobs. „Sie alle machen einen guten Job“, lobte Müller die Mitarbeiter von Markt und VG.

Für den Markt besonders wichtig ist laut Müller die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Denn davon hängt die Einkommenssteuerbeteiligung ab, die inzwischen die Haupteinnahmequelle ist. Aktuell sind dies 1833. Im Markt gibt es 963 Arbeitsplätze (plus 33). 321 Pförringer Arbeitnehmer sind bei einem der hiesigen 75 Betriebe beschäftigt. 1562 fahren auswärts zur Arbeit. Der Markt beherbergt 37 Asylbewerber, hauptsächlich Familien, und 18 Menschen aus der Ukraine. Der Ausländeranteil insgesamt beträgt zehn Prozent. Sie kommen aus 58 Nationen und leben offenbar friedlich zusammen, wie die Kriminalstatistik zeigt: 62 Straftaten entsprechen einer Häufigkeitsziffer von 1532. Der Bayerische Durchschnitt liegt bei 4260 je 100000 Einwohner.

Dem Vermögenshaushalt können heuer 726000 Euro zugeführt werden. „Für einen Privatmann ist das eine Menge Geld, für eine Gemeinde wie Pförring ist das aber nichts zum Angeben“, meinte Müller. Und noch eins betonte er: „Ohne die Schlüsselzuweisung von gut 800000 Euro würde unser Haushalt nicht aufgehen!“

Trotzdem leiste man sich einiges, um den Markt Pförring attraktiv zu halten. Ganz oben steht der Kindergarten mit 2,34 Millionen Euro, für den der Markt 300000 Euro mehr zuschießt, als der Freistaat. Sachaufwand für die Schule, Offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit summieren sich auf 735000 Euro. Vom Defizit des Seniorenheims trägt Pförring 67000 Euro. Hier befürchtet Müller eine erhebliche Steigerung auf insgesamt 600000 Euro, da wegen des Fachkräftemangels nicht alle Betten belegt werden können und teure Leiharbeiter beschäftigt werden müssen.

353000 Euro steckt der Markt in die Ausrüstung der Feuerwehren. „Sehr sinnvoll investiertes Geld, da jeder froh ist, wenn die Feuerwehr kommt“, meinte Müller. 40000 Euro fließen in den ÖPNV, 35500 Euro in den Wertstoffhof, 20700 Euro in die Bücherei. Mit 107000 Euro unterstützt der Markt Vereine und Kirche, 19000 Euro kostet die Stechmückenbekämpfung und 26800 Euro die Märkte.

2,2 Millionen Euro investiert der Markt in die Erschließung neuer Baugebiete. Die Rücklagen sind um ein Prozent auf 3,55 Millionen Euro gestiegen. Zudem verfügt der Markt über 66 Baugrundstücke. Allerdings hat sich die Zahl der Bauanträge auf 32 halbiert. Für die Kinderkrippe stehen sechs Kinder auf der Warteliste. Der Markt plant deshalb einen Neubau in Wackerstein. Der Waldkindergarten ist mit zwölf Anmeldungen gestartet. „Das ist für den Anfang sehr gut“, so Müller. 50 Kinder können künftig betreut werden. Die Grund- und Mittelschule besuchen 342 Kinder, 26 mehr als im Vorjahr. Die Umlage pro Schüler ist um rund 30 Prozent auf 4314 Euro gestiegen.

Das größte Projekt, das der Marktrat vor der Brust hat, ist das Posthalteranwesen. Bürgermeister Dieter Müller ermunterte die Einwohner, online oder über den Fragebogen im VG-Blatt ihre Ideen und Wünsche einzubringen.