„Kipp it clean“-Banner
Beilngries sagt Zigarettenstummeln den Kampf an

10.09.2023 | Stand 12.09.2023, 15:35 Uhr

„Kipp it clean“: Über die neue Aktion in Beilngries informierten Ruth Dotzer (von links), Helmut Schloderer, Edi Liebscher und Christoph Schermer. Foto: F. Rieger

Viele Beilngrieser dürften sie in den vergangenen Tagen gesehen haben, die neuen Banner entlang der Altstadt unter dem Motto „Kipp it clean“. Was es damit auf sich hat, erläutern Vertreter von Touristikverband und Stadt gegenüber unserer Zeitung.

„Der Touristikverband ist ein bisschen traurig“, sagt dessen Vorsitzender Edi Liebscher. Traurig darüber, dass in der bei Einheimischen wie Touristen beliebten Stadt unschöne Hinterlassenschaften in Form von Zigarettenstummeln keineswegs ausbleiben.

Man müsse sich nur einmal umsehen, betonen Liebscher und Ruth Dotzer vom Touristikverband sowie Christoph Schermer vom städtischen Bauhof beim Pressegespräch auf dem Kirchplatz, dem Herzstück der Beilngrieser Innenstadt. Auf dem Boden könne man Kippenreste zuhauf erblicken.

Plakate sollen sensibilisieren



Dem möchte man nun mit einer entsprechenden Sensibilisierungs-Aktion entgegenwirken. An verschiedenen Stellen in der Stadt hängen seit Kurzem Plakate, die dazu auffordern, Zigarettenstummel und ganz allgemein Müll in den dafür vorgesehenen Abfallbehältern zu entsorgen.

Zum einen gehe es dabei selbstverständlich um eine gefällige, saubere Optik der Stadt. Zum anderen würde es aber auch die Mitarbeiter des Bauhofs entlasten. Zumal es bei einem fugenreichen Pflaster alles andere als einfach sei, die Kippenstummel wegzukehren.

Und dann sei da auch noch der Umweltaspekt, wie Liebscher betont. So gelange durch die Filter beispielsweise Mikroplastik in die Natur. Und von den Zigarettenresten gingen auch nach wie vor gesundheitsgefährdende Stoffe aus, die dann entsprechend ausgeschwemmt werden beziehungsweise in natürliche Kreisläufe gelangen.

„7000 Schadstoffe, 50 krebserregend“



All das müsse nicht sein. Weder der Boden noch Blumentröge oder Gullydeckel seien der richtige Ort, um die Kippenreste zu entsorgen. Und so heißt es auf den Schriftbannern neben einer abgebildeten Zigarette: „7000 Schadstoffe (50 krebserregend) – Hilf mit, damit diese nicht in die Umwelt gelangen! Ganz einfach: Zigaretten und Müll in den vorgesehenen Abfalleimern entsorgen.“

Bürgermeister Helmut Schloderer (BL/FW) erteilt in diesem Kontext auch der möglicherweise verbreiteten Denkweise eine Absage, dass die eigenen zwei oder drei Kippen schon kein großes Problem sein könnten. „Denn wenn jeder so denkt, summiert sich das.“

Zum Start sind die „Kipp it clean“-Banner, die der Touristikverband initiiert hat, nun erst einmal entlang der Altstadt aufgestellt. Sie sind aber flexibel einsetzbar und der Plan ist auch, sie immer wieder an verschiedenen Punkten in Beilngries anzubringen − um einem Abnutzungseffekt vorzubeugen und immer wieder in anderen stärker frequentierten Stadtbereichen auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

Damit man sich irgendwann wieder uneingeschränkt an der Schönheit von Beilngries erfreuen könne – und niemand mehr traurig sein müsse ob der unschönen und umweltschädigenden Kippenreste an dafür nicht vorgesehenen Stellen.

rgf