Röhrende Motoren
Bayerische Stock-Car-Szene bietet Spektakel auf dem Jura-Ring bei Irfersdorf – Zahlreiche Crashs

08.07.2024 | Stand 08.07.2024, 21:31 Uhr |

Die Helfer mit den Bergungsfahrzeugen hatten am Sonntag alle Hände voll zu tun. Fotos: Nusko

Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats haben auf dem Jura-Ring nahe dem Beilngrieser Ortsteil Irfersdorf die Motoren geheult. Nachdem dort zunächst der vom Team Spot-Light-Racing Ingolstadt veranstaltete zweite Wertungslauf des Bayerischen Stock-Car-Verbands (BSCV) um die Bayerische und Deutsche Meisterschaft über die Bühne gegangen war, richtete der Crash-Club Irfersdorf (CCI) am vergangenen Wochenende den dritten Wertungslauf aus.

Dabei gab es insgesamt 17 Rennen. Schirmherr war der Eichstätter Landrat Alexander Anetsberger (CSU). Er bezeichnete die Veranstaltung als „herausragendes Ereignis“. Dass diese Form des Motorsports Fahrer und Zuschauer „gleichermaßen begeistert“, könne er gut verstehen. Rennleiter war Alexander Rieger, Vorsitzender des CCI. Er erinnerte an viele spannende Rennen auf dem vereinseigenen Rundkurs auf dem Altmühlberg und hob hervor, dass nach der im Vorjahr vollzogenen Aufhebung der einstigen Trennung zwischen einer Nord- und Südgruppe des BSCV in diesem Jahr erneut schon bei den Vorläufen Fahrerinnen und Fahrer aus ganz Bayern an den Start gehen. Die Folge seien wieder deutlich mehr spannende Rennen.

Dies sahen auch zwei dazu befragte Teilnehmer so. Manuel Werkstetter von den Devil Drivers aus Niedernkirchen bei Eggenfelden erklärte, im Gegensatz zu früher habe man es nun immer mit denselben Gegnern zu tun. Deshalb sei es leichter, die jeweils eigenen Leistungen einzuschätzen. Ludwig Steinbach vom Selzer Team aus Essenbach bei Landshut verwies darauf, dass es immer weniger Rennstrecken für Stock-Car-Wettbewerbe gebe. Weil man nun aber weniger Veranstaltungsorte benötige, stelle dies kein Problem mehr dar.

Wie in jedem Jahr gab es auf dem Jura-Ring wieder zahlreiche spektakuläre Aktionen. Dabei gab es zwar etliche Blechschäden, aber keine Blessuren bei den Fahrerinnen und Fahrern. Diese verhinderten nicht zuletzt die weitestgehend sehr umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen. Der größte Teil der Teilnehmer ging entweder in verbauten oder unverbauten Fahrzeugen an den Start. Bei ersteren ist es erlaubt, Bauteile zu verschweißen und die Fahrzeuglänge zu verändern. Bei unverbauten Stock-Cars ist das nicht möglich. Einmal waren auch Boliden der Kategorie Eigenbau am Start. Sie müssen, wie sonst üblich, nicht zwingend aus einer Serienproduktion stammen und haben teilweise ganz besondere Konstruktionsmerkmale. Bei jedem Wettbewerb mussten zwölf Runden über jeweils 350 Meter zurückgelegt werden.

Während es beim Training am Samstag, als es um die Startreihenfolge bei den einzelnen Wettbewerben ging, bis kurz vor Schluss noch sehr heiß und staubig war, herrschten am Sonntag optimale Bedingungen. „Es staubt nicht und wir müssen auch nicht spritzen“, freute sich ein Streckenposten. Zudem sorgte eine große Zahl an Helfern mit schwerem Gerät auch während der Wertungsläufe für eine ebene Piste. Dies war vor allem vor dem Start von hochmotorisierten Fahrzeugen der Superklasse sehr wichtig. „Da werden Geschwindigkeiten zwischen 60 und 70 Kilometer pro Stunde erreicht“, erklärte Martin Linke aus Burgthann, einer der Sportkommissare entlang des Rundkurses. Er hat sich seit 1989 der Stock-Car-Szene verschrieben und schildert anschaulich, wie sich diese auch in technischer Hinsicht verändert hat. „Wir hatten früher eine Stroboskoplampe und einen Schraubenzieher. Jetzt brauchen immer mehr Fahrer bei technischen Problemen einen Laptop.“

Bei ihrem Heimrennen standen auch Piloten des CCI auf dem Siegertreppchen. Thomas Schmidtner wurde jeweils Dritter in den Kategorien verbaut über 1800 Kubikzentimeter (ccm) und verbaut spezial. Als Mitglied der Renngemeinschaft CCI/SCC Grünthal wurde Alexander Rieger ebenfalls Dritter im Wertungslauf zur Bayerischen Meisterschaft verbaut bis 1800 ccm und Nachwuchsfahrer Jonas Eisenschenk belegte Rang zwei in der Kategorie Junior Cup.

Ebenfalls einen der ersten drei Plätze bei verschiedenen Rennen belegten folgende Starter aus der Region: Markus Wild (MS Jura Team Berching), Patrik Klinger, Tobias Kneißl, Morris Neumeier (alle RG Altmühltal), Julius Straßburger (CTS Mindelstetten) und Franz Zeitler (MSF Siegenburg).

DK