Inklusive Bildung
Bau des Förderzentrums beginnt: Symbolischer Spatenstich in Kösching

28.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:21 Uhr |

Offizieller Spatenstich in Kösching: Läuft der Bau nach Plan, könnten die ersten Schülerinnen und Schüler schon im September 2025 in den neuen Räumlichkeiten des Sonderpädagogischen Förderzentrums unterrichtet werden. Foto: Werner

Mit einem symbolischen Spatenstich ist am Freitagvormittag der Startschuss für den Bau des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) in Kösching gefallen.

Damit beginne ein wichtiges Bauprojekt „im Bildungsbereich unseres Landkreises“, sagt Landrat Alexander Anetsberger (CSU) zu den Gästen der Politik, des Landkreises und der Schulen. Direkt im Ortskern von Kösching, auf dem Gelände der Rudolf-Winterstein-Schule, entsteht die Außenstelle des Sonderpädagogischen Förderzentrums. Ein Schritt, der dringend notwendig gewesen sei, betont Anetsberger, „da die Kapazitäten für besondere schulische Förderung in Ingolstadt aus allen Nähten platzen.“

Aus pädagogischer Sicht sinnvolle Verbindung



Nach langer Diskussion hatte sich der Eichstätter Kreistag im Dezember 2018 für den Standort in Kösching entschieden. Ursprünglich war der Plan, das SFZ neben der Köschinger Realschule zu errichten. Letztlich haben die Planungen dann gezeigt, dass das Projekt dort nicht realisierbar wäre – zu viele bauplanerische, brandschutzrechtliche, räumliche und infrastrukturelle Schwierigkeiten wären entstanden. Die Verwaltung sei noch einmal an den Markt Kösching herangetreten, um die Idee einer Verbindung der geplanten Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen an der Grund- und Mittelschule und der Errichtung einer Außenstelle des SFZ aufzugreifen, resümiert Anetsberger. Nun können zwei Bauprojekte in einem realisiert werden – in gemeinsamer Anstrengung des Marktes Kösching und des Landkreises Eichstätt. „Vor allem aus pädagogischer Sicht sei eine Verbindung“ der Schulen ein Gewinn.

Gemeinsame Räume fördern die Inklusion

Sämtliche Synergieeffekte würden laut Landrat an diesem Standort entstehen: Verknüpfung von Regel- und Förderschule, Anbindung an bestehende Schulinfrastruktur und eine gemeinschaftliche Nutzung von Turnhallen, Mensa und Fachräumen, um nur einige zu nennen. „Gemeinsame Begegnungs- und Lernräume fördern die Inklusion.“ Eine Win-win-Situation für beide Schulfamilien, so Anetsberger.

Die Außenstelle bietet Platz für maximal 160 Schülerinnen und Schüler, die dort unterrichtet werden können. Und wenn alles glatt läuft, dann könnte dies bereits im September 2025 der Fall sein, so der Plan.

Gewinn für Bildung und Gemeinschaft



Köschings Bürgermeister Ralf Sitzmann (UW) spricht von einem „Meilenstein in Richtung inklusiver Bildung“ in der Region. Jeder, egal mit welchen Fähigkeiten, habe ein Recht auf hochwertige Bildung. „Der Landkreis setzt ein klares Signal: Die Werte werden nicht nur vermittelt, sondern auch umgesetzt.“ Es entstehe nun mitten im Zentrum der Marktgemeinde ein Ort, an dem Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam lernen können. „Das ist nicht nur ein Gewinn für die Bildung – sondern auch für die Gemeinschaft“, betont Sitzmann.

Insgesamt werde mit Baukosten von 36,5 Millionen Euro gerechnet. Bei diesem baulichen Großprojekt würden Nachhaltigkeitsaspekte „in noch nie dagewesener Weise bei einem Schulneubau“ berücksichtigt werden, sagt Anetsberger.

Leuchtturmprojekt in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie

Mit PV-Anlagen und Batteriespeicher erreiche das Zentrum Autarkie. Viele Holzbaustoffe, heimischer Naturstein und Recycling-Beton kommen beim Bau zum Einsatz. Außerdem wird das SFZ die „erste Schule landkreisweit mit eingebauter aktiver Kühlung“ sein, informiert der Landrat. „Ein absolutes Leuchtturmprojekt in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie im Schulbaubereich.“ So komme der Landkreis dem Umweltschutz und den Klimazielen näher.