Rund 700 Fahrzeuge in Hirschenhausen
Rund 2000 begeisterte Zuschauer bei Oldtimertreffen

01.07.2024 | Stand 01.07.2024, 15:45 Uhr |

Das D-Rad mit Seitenwagen, das Herbert Rath aus Tegernbach nach Hirschenhausen brachte, war eine besondere Rarität. Fotos: Ostermair

Der kleine Ort Hirschenhausen ist am vergangenen Sonntag wieder zum Mekka vieler Oldtimerfreunde geworden. Ab 9 Uhr morgens fuhren rund 700 Oldtimer-Bulldogs sowie fein herausgeputzte Motorräder und Automobile, die alle schon mehr als 40 Jahre auf dem Buckel hatten, auf das Festgelände hinter dem Pfarrhof. An den Nummernschildern war zu erkennen, dass die zahlreichen Oldtimerfreunde aus mehr als fünf Landkreisen kamen und sogar Ingolstädter, Augsburger und Münchner das Treffen besonders zu schätzen wissen. Dass es wieder mal enorm viele Liebhaber alter Kraftfahrzeugfahrer waren, die Hirschenhausen angesteuert haben, und es letztlich insgesamt rund 2000 Besucher gab, freute den Vorsitzenden der veranstaltenden Hirschenhausener Oldtimerfreunde, Thomas Hofmann, ganz besonders.

Unter den rund 300 alten Traktoren dominierten die Schlüter-, Fendt- und Eicher-Modelle. Besonders beeindruckte der typische Sound der alten Lanz-Schlepper. Mit einem 14 PS starken Deutz, Baujahr 1959, ist Alois Baumgartner aus Sollern vorgefahren, dessen zwölfjährige Tochter Felicitas auf dem Beifahrersitz saß. Nicht alleine kam auch Johannes Geißler aus Indersdorf nach Hirschenhausen. Wie ihm Vorjahr begleitete ihn der zweijährige Sohn Tobias ein einem zum Beifahrersitz umgebauten Biertragl auf dem 22 PS starken Eicher.

150 Motorräder



Unter den rund 150 Motorrädern, die in Hirschenhausen zu bewundern waren, war das D-Rad von Herbert Rath aus Tegernbach nicht zu übersehen. Dieses mit zwölf PS, einer Ballhupe und einem Seitenwagen ausgestattete Motorrad wurde 1928 gebaut und ist Ende der 20er Jahre in Berlin als Taxi gefahren. Nach der Grenzöffnung hat es der Oldtimer-Liebhaber aus Görlitz nach Tegernbach geholt. Ein Blickfang war freilich auch das 95 Jahre alte Motorrad von Thomas Widmann aus Dasing, der stolzer Besitzer einer Scott Flying Squirell (fliegendes Eichhörnchen) ist. Dieses 1929 in England hergestellte Motorrad kennt noch keine Handkupplung, war eines der ersten wassergekühlten Motorräder und hat den Kickstarter am Hinterrad.

Groß war auch die Bandbreite der Automobile, die von alten Opel- und Daimler-Benz Modellen bis hin zu Autos reichten, die längst aus dem Straßenverkehr verschwunden sind. Nicht zu übersehen war der weiße Chevrolet Bel Air, Baujahr 1959. Dieses Schiff mit 348 PS und sechs Litern Hubraum steuerte Stefan Neumann aus Hohenwart. Mit 345 PS parkte daneben Reinhard Brill aus Neufahrn bei Freising ein. Brill fährt ebenfalls eine Rarität – einen Pontiac Ventura, der mit V8-Motor ausgestattet ist und 1960 in USA die Werkstore von GM verlassen hat.

Vielfalt des Hirschenhausener Oldtimertreffens



Brill schwärmt von der Vielfalt des Hirschenhausener Oldtimertreffens, das ein fester Termin in seinem Kalender ist. Neben diesen Ami-Schlitten nahmen sich ein Messerschmitt-Kabinenroller aus Aresing und eine Isetta 300 aus Schrobenhausen ganz bescheiden, aber dennoch niedlich aus. Begeistert von der Oldtimer-Vielfalt waren die vielen Zuschauer, die sich auch gerne von der Festküche im Pfarrstadel verwöhnen ließen. Die vielen Kinder kamen ebenfalls nicht zu kurz. Sie durften sich in einer Hüpfburg austoben, auch auf dem einen oder anderen Bulldog Platz nehmen und sich an einer Minitruck-Vorführung beteiligen. Selbst ein Wolkenbruch am frühen Nachmittag konnte dem beliebten Mega-Fest nichts anhaben.

SZ