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Großfeuer am Scheyerer Prielhof: "Arche Noah" in Flammen

erstellt am 10.08.2014 um 02:16 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 09:25 Uhr | x gelesen
Scheyern (dk) Bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist in der Nacht auf Sonntag eine Scheune auf dem Scheyerer Klostergut. Direkt neben dem Prielhof stand das gut 100 Jahre alte Nebengebäude. Rund 230 Kräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und THW waren im Einsatz – der Schaden ist immens.
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Pfaffenhofen: Großfeuer am Scheyerer Prielhof: "Arche Noah" in Flammen
Lichterloh in Flammen stand in der Nacht auf Sonntag eine Scheune des Scheyerer Prielhofs. Dutzende Feuerwehrler und Rettungskräfte waren im Einsatz, um den Großbrand unter Kontrolle zu bringen.
Ermert
Ein Camper hat die ersten Flammen gegen 0.30 Uhr aus dem Dach der Scheune züngeln sehen – und umgehend Alarm ausgelöst. Minuten später starteten die Feuerwehrleute aus Scheyern und der Umgebung unter dem Kommando von Tobias Zull mit den Löscharbeiten. Doch da stand das 70 Meter lange und 20 Meter breite Gebäude schon lichterloh in Flammen. „An einen Innenangriff war da schon nicht mehr zu denken“, sagte Kreisbrandrat Armin Wiesbeck, der etwas später eintraf. „Es ging vorrangig darum, ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude zu verhindern" – und das ist zum Glück gelungen.
Fotostrecke: Brand Prielhof in Scheyern
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„Es sind keine Menschen und keine Tiere verletzt worden. Das ist das Wichtigste. Auch wenn der Brand natürlich schon eine Katastrophe ist“, sagte der Cellerar des Klosters, Pater Lukas. In der Halle ist neben einigen Maschinen auch ein Großteil der Ernte eingelagert. Außerdem befand sich auf dem Dach eine große Photovoltaikanlage. „Das sind schon einmal sehr viele mögliche Quellen für einen Brand“, sagte daher auch Peter Grießer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. Die Beamten vom Kriminaldauerdienst, die sich umgehend einen Eindruck vom Unglück verschafften, konnten zur Ursache noch keine Einschätzung abgeben.

Natürlich runzelte so mancher die Stirn, da erst vor wenigen Tagen im nicht weit entfernten Gittenbach ebenfalls eine landwirtschaftliche Halle abgebrannt war. Aber Grießer sprach von „keinerlei Hinweisen darauf, dass der Brand mutwillig gelegt“ worden sei. Wiesbeck sagte außerdem: „Die Zusammenarbeit unter den Wehren hat sehr gut geklappt. Wir hatten natürlich Glück, dass wir mit dem direkt neben der Halle liegenden Weiher so viel Löschwasser zur Verfügung hatten, wie wir nur wollten.“ Nach den Wehren aus Scheyern, Winden und Euernbach sowie aus Pfaffenhofen wurden in einem weiteren Schritt die Aktiven aus der näheren Umgebung – etwa aus Ilmmünster, Hettenshausen und Reichertshausen – aber auch die Kameraden aus Allershausen nachalarmiert. Das THW war mit 22 Aktiven und fünf Fahrzeugen im Einsatz. Auch drei BRK-Rettungswagen standen parat.

Die meisten Einsatzkräfte von ihnen konnten nach einer langen Nacht wieder abziehen. Doch für einige war die Arbeit am Sonntagmorgen noch lange nicht zu Ende. Die Brandwache übernahm die Scheyerer Wehr. Und die hatte damit auch jede Menge zu tun. „Sobald wir zu löschen aufhören, fangen die Balken wieder zu brennen an“, berichtet Tobias Zull. Die Hitze war während des offenen Brandes gewaltig, das Holz glühte im Innern daher noch lange nach. Die Brandermittler der Kripo Ingolstadt konnten auch daher am Sonntag das Gebäude noch nicht betreten. „Sie werden ihre Arbeit erst am Montag aufnehmen“, verriet Grießer, der sich im Laufe des Nachmittags daher auch weitere Erkenntnisse verspricht.
Patrick Ermert
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