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Kongresshotel-Diskussion gerät zu Kampfansage der Bürger gegen CSU und Freie Wähler

erstellt am 20.05.2012 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 09:16 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (IN) Das Interesse an der Diskussion der Initiative "5 vor 12" über die Pläne für ein Kongresshotel auf dem Gießereigelände war am Sonntag enorm. Im Kinosaal der VHS mussten einige Besucher sogar auf dem Boden sitzen. Die kollektive Kritik an der Dimension des geplanten Hotels gegenüber dem Schloss steigerte sich zu einer Kampfansage gegen die Mehrheitsparteien CSU und FW, von deren Stadträten sich bei der Veranstaltung niemand blicken ließ.
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Ingolstadt: Kongresshotel-Diskussion gerät zu Kampfansage der Bürger gegen CSU und Freie Wähler
Drei Stühle - eine Meinung. Der Heimatschützer Martin Wölzmüller, Stadtheimatpfleger Tobias Schönauer und der Architekt Joachim Hägel (v.l.) machten am Sonntag vor vollem Haus Front gegen die Hotelpläne auf dem Gießereigelände.
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Die Vielzahl der zum Teil mit Wut vorgetragenen Wortmeldungen deutet darauf hin, dass sukzessive eine ernst zu nehmende Bürgerbewegung entsteht. Repräsentativ für die Gemütslage der Zuhörer waren folgende Klagen: "Typisch Ingolstadt!", "Die wollen doch gar keine öffentliche Beteiligung, sondern schalten und walten, wie es ihnen gefällt!" und "Dieses unmögliche Verfahren zeigt, wie die CSU mit uns Bürgern umgeht!" Die Begriffe "Petition", "Online-Petition" (nach Piraten Art) und schließlich "Bürgerbegehren" schwangen mehrmals drohend durch den Saal.
 
Zuvor hatte Joachim Hägel, der Wortführer der Initiative, auf detailgetreuen Fotomontagen gemäß den Plänen für das Kongresszentrum mit Hotel vorgeführt, welche Ausmaße der Neubau gegenüber dem Hotel haben wird. Die Reaktion im Saal: Befremden bis Entsetzen. Befürworter des Projekts aus den Reihen des Stadtrats waren der Veranstaltung ferngeblieben, was mehrere Bürger arg beklagten.
 
Martin Wölzmüller, Geschäftsführer des bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, sprach den verantwortlichen Ingolstädtern als wohlmeinender Auswärtiger ins Gewissen: "Bei zukunftsentscheidenden Planungen darf sich eine Stadt nicht auf formale Verfahren zurückziehen. Man muss dieser Stadt ein Gesicht geben, das ihrer Qualität entspricht. Wer meint, alte Güter und Werte nicht erhalten und geschichtliche Erfahrungen nicht nutzen zu müssen, der überschätzt sich und seine Zeit maßlos!" Und mit Blick auf die Stadtratsmehrheit bekundete der Heimatschützer: "Es ist nicht die Aufgabe der Stadt, vor einem Investor wie vor einem Erlöser niederzuknien." Auch dafür gab es viel Applaus.

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Christian Silvester
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