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Die Stadt bürgt nicht nur für die Fußballer

erstellt am 03.04.2009 um 19:39 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:16 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) "Seid’s ihr wahnsinnig, ihr schenkt’s dem Fußballverein 20 Millionen." SPD-Stadtrat Manfred Schuhmann gab am Donnerstag im Plenum drastisch einige Stimmen aus dem Volk wieder. Was es mit der städtischen Stadionbürgschaft auf sich hat, wissen offenbar nur die wenigsten.
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Die Tage des alten Nordbahnhofs sind gezählt: Nach dem Votum des Stadtrats vom Donnerstag kann die Tochtergesellschaft IFG das historische Empfangsgebäude abreißen und auf dem Grundstück neu bauen. - Foto: Rössle
Die vom Stadtrat beschlossene Ausfallbürgschaft ist natürlich kein Geschenk an den FC Ingolstadt. Sie dient vielmehr als Sicherheit für die Banken, die der Stadionbetreiber GmbH Darlehen von rund 25 Millionen Euro geben sollen. Wenn die Finanzierung wie geplant läuft, muss die Stadt dafür nicht geradestehen.

Sollten allerdings die Stadionbauer aus irgendeinem Grund zahlungsunfähig werden, aus ihren eigenen Mitteln also Zins und Tilgung nicht mehr erwirtschaften können, dann ist die Stadt als Bürge gefordert und muss zahlen. Dafür würde ihr auch das neue Fußballstadion gehören. "Wie sich die Sponsorengelder in drei Jahren entwickeln, kann Ihnen heute keiner sagen", räumte OB Alfred Lehmann im Stadtrat ein gewisses Risiko ein.

Um es in Grenzen zu halten, prüft die Regierung, ob die Bürgschaft genehmigt werden kann. Auch nach EU-Recht gelten gewisse Spielregeln, etwa dass die Finanzierungsgarantie höchstens 80 Prozent des Kreditbetrages abdecken darf. Nach Angaben von Kämmerer Albert Wittmann hat die Stadt zurzeit insgesamt Bürgschaften in Höhe von 190 Millionen Euro übernommen, zum Beispiel für einige Bauprojekte der Töchter IFG und Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft.

Von Reimund Herbst
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