Donnerstag, 15. November 2018
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Grüne rufen zum Leseboykott auf

erstellt am 19.09.2011 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 08.08.2018 um 09:21 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Thilo Sarrazin ist am Montag, 26. September, zu Gast im DK-Forum und liest aus seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“. Dem folgt eine Diskussion, die DK-Chefredakteur Gerd Schneider moderiert.
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Der Ingolstädter Kreisverband der Grünen übt nun im Vorfeld öffentlich Kritik an Sarrazins Auftritt und ruft über verschiedene Medien zur Protestaktion auf: Die Abonnenten des DONAUKURIER sollten eine Woche „Urlaub vom DK“ machen, so heißt es, und ihre Zeitung ersatzweise ins Grünen-Büro in die Griesbadgasse schicken lassen. Unter anderem hatte Fraktionsvorsitzende Petra Kleine die Aktion im Internet via Facebook veröffentlicht – auch „als Zeichen der Solidarität“ mit den Migranten Ingolstadts.

Ergänzend dazu verschickte Kleine gestern eine Presseerklärung, in der es heißt, Sarrazins Thesen seien „kontraproduktiv zu dem in Ingolstadt gemeinsamen Bemühen, über kulturelle Besonderheiten und Unterschiede zu berichten und über soziale Probleme, die sich aus Zuwanderung ergeben.“

Hinter der Protestaktion steht auch der Grünen-Kreisvorstand, der signalisieren möchte, „dass die Verbreitung der Sarrazin-Thesen in Ingolstadt nicht willkommen ist“. Der Vorschlag, „Urlaub vom DK“ zu machen, zielt laut einer Pressemeldung darauf ab, „dass der Protest und das Unbehagen“ der Ingolstädter auf diese Weise „für den Veranstalter sichtbar, aber gleichzeitig dem Auftritt von Thilo Sarrazin nicht zu viel Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird.“

Das Vorgehen der Grünen löst allerdings Unverständnis aus – vor allem bei Sarrazin selbst: „Es gibt eine Tendenz, die Klaus von Dohnanyi treffend als Linksfaschismus umschrieben hat“, erklärte der Autor gestern im Gespräch mit dem DK. „Diese Reaktion kann man nur als albern bezeichnen.

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Von Suzanne Schattenhofer
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