Vohburg

Über zwei Millionen für die alte Turnhalle

Für die Sanierung erhält die Stadt Vohburg aber auch Einiges an Fördermitteln

09.05.2022 | Stand 09.05.2022, 19:00 Uhr

Ein dringender Sanierungsfall ist die alte Schulturnhalle in Vohburg. Hier ein Blick in die Halle, wo ein Netz hängt, um herabfallende Teile abzufangen. Der aufgeweichte dunkle Fleck ist durch Wassereintritt von oben entstanden. Fotos: Stadt Vohburg

Von Oliver Konze

Vohburg – Eine in die Jahre gekommene Schulturnhalle zu sanieren, geht ins Geld. Das weiß seit der jüngsten Stadtratssitzung auch das Vohburger Gremium. 2,25 Millionen Euro würde es kosten, das Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen. Viel Geld, auch wenn 600000 bis 700000 Euro als Förderung möglich sind.

Angesichts der benachbarten Agnes-Bernauer-Halle kam schon die Frage auf: „Brauchen wir diese Turnhalle?“, so AV-Stadtrat Werner Ludsteck. Oliver Rechenauer (SPD) konterte: „Ich verstehe den Salto rückwärts der AV nicht, natürlich brauchen wir die Turnhalle.“

Gerhard Bortenschlager vom Architekturbüro Bortenschlager sprach von Ertüchtigung und dem neuesten Stand, führte dann aber sehr viele Details auf, die dringend saniert, getauscht, ertüchtigt oder neu installiert werden müssen. Flachdach (undicht), Glasbausteine (Tausch gegen Alu-Fenster), Fenstertausch (wegen Brandschutzverordnung), Innendämmung, Außenwärmedämmung, Duschen, Umkleidekabinen, Toiletten (alles barrierefrei), neue Waschbecken, Bodenbeläge, Wände/Decken (neuer Anstrich), Brandschutztüren, Prallwand (marode), Akustikdecke, Tausch der Heizkörper (verrostet), Bodendeckel (nicht mehr gebrauchte werden verschlossen), Elektroinstallationen (müssen ertüchtig werden). Dazu braucht es einen vernünftigen Fluchtweg. Da wundert die Kostenschätzung nicht mehr.

Ludsteck wollte wissen, wie es mit der Kostensicherheit steht. Bortenschlager sagte, erste Fachplaner (Sanitär, Elektro, Statik, Brandschutz) seien involviert, sie lägen in der Planung. Xaver Dietz (CSU) regte eine PV-Anlage an – für Licht und Strom. Zudem einen Speicher. Bortenschlager sagte, dies sei noch nicht in der Berechnung. Bürgermeister Martin Schmid (SPD) meinte, das Architekturbüro solle es berechnen. „Wir beschließen heute ja noch nichts.“ Konrad Pflügl (CSU) mahnte, man solle im Kostenrahmen bleiben, plädierte aber dafür, das Projekt voranzutreiben. Marcus König (AV) wollte wissen, wie der Kostenvergleich 2018 ausgefallen sei zwischen Sanierung und Hallenneubau. Schmid wusste es nicht ganz genau, sagte aber, ein Neubau sei rund doppelt so teuer. Da der Vortrag des Architekten in der Sitzung nur zur Kenntnis genommen wurde, beendete Schmid dann die Diskussion. Schon in der Aprilsitzung 2018 war die Auftragsvergabe der Leistungsphasen 1 und 2 an das Büro Bortenschlager vergeben worden. Wegen der Förderung wurde im April 2021 der Grundsatzbeschluss für die energetische Sanierung der alten Schulturnhalle gefasst.

Nun stehen 2,15 Millionen Euro im Raum – inklusive Photovoltaikanlage, Brandschutzanlage und Sportgeräte. Letzteres auf Wunsch der Schulleitung.

In der Sitzung notiert



Die Faschingsgesellschaft Rot-Blau erhält einen einmaligen Zuschuss von 2000 Euro von der Stadt. Diese Summe erhält der Verein sonst für die Organisation und Durchführung des Faschingsumzugs. Die finanzielle Lage von Rot-Blau ist wegen Corona kritisch. Bürgermeister Martin Schmid: „Rot-Blau bringt was für die Stadt.“ Und: „Damit haben wir die Spendierhosen für dieses Jahr ausgezogen.“

Ein besonderer Dank des Rathauschefs ging an die Privatleute in der Stadt und seinen Ortsteilen, die 80 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen haben.

Der Bierpfenning für das Fuchsburgfest wird für heuer ausgesetzt. Die Vereine hatten wegen der gestiegenen Preise für Lebensmittel und Getränke darum gebeten. Die Stadt verzichtet auf die knapp 2000 Euro, die Vereine stehen nach zwei Jahren Bürgerfest-Zwangspause auch so vor einer Herausforderung.

In Vohburg und seinen Ortsteilen stehen 47 Flutlichtmasten. Deren Standsicherheit wird wieder einmal geprüft werden. Kostenpunkt: knapp 5000 Euro.

ok

DK