Großmehring

Tour im Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet

Großmehringer Interessengemeinschaft gegen den Flutpolder informiert – Sonntag zweites Radeln

14.09.2022 | Stand 14.09.2022, 10:30 Uhr

Auf großes Interesse stieß die von Mitgliedern der Großmehringer Interessengemeinschaft gegen den Flutpolder angebotene Tour am Sonntag. Am 18. September wird wieder geradelt. Foto: Woog

Jacke aus, Jacke an, das war das Motto, unter dem ungefähr 30 naturinteressierte Radler – per E-Bike, Mountainbike, Cityfahrrad oder als Schlusslicht mit einem über 60 Jahre alten Eicher-Oldtimerbulldog – dem sprunghaften Septemberwetter strotzten und sich am vergangenen Sonntag aufmachten, die naturräumliche Schönheit der Großmehringer Donauauen zu erkunden.

Neben dem Entdecken von FFH-geschützten Besonderheiten an Flora und Fauna konnten sich die Radfahrer auch über die monströsen Ausmaße und katastrophalen Folgen eines möglichen Flutpolders informieren. Um den Teilnehmern ein möglichst objektives Bild vom Sinn oder Unsinn eines solchen Jahrhundertbauwerks an diesem Ort zu vermitteln, haben die Mitglieder der Großmehringer Interessengemeinschaft gegen den Flutpolder im gesamten Gebiet per Satellitentechnik exakt ausgemessene Schilder mit der zu erwartenden Einstauungshöhe im Falle einer Flutung aufgestellt. Da das 348 Quadratmeter große Gelände, das nahezu 500 Fußballfeldern entspricht und mit 10,2 Million Kubikmeter Wasser geflutet werden soll, natürlich uneben ist, entdeckten die Radler neben dem von den Behörden aufgestellten, lediglich einem halben Meter hohen Schild mit der Aufschrift „maximaler Polderwasserstand“ auch solche mit der gleichen Aufschrift, die in sage und schreibe fünf Metern Höhe aufgepflanzt wurden, einer Wasserhöhe, die keinem Tier und keiner Pflanze eine Chance zum Überleben lässt.

Informationen zu Naturschutz, Planungen, Grundwasser

An fünf Stationen referierten orts- und fachkundige Spezialisten über Planungsinhalte, Naturschutz, Grundwasserverhältnisse und die möglichen Gefahren für Mensch, Tier und Pflanze. Viele Teilnehmer zeigten sich im Verlaufe des Nachmittags ebenso entzückt von der Schönheit der Natur in diesem Bereich wie auch verwundert bis schockiert über die fehler- und mangelhaften Angaben auf den behördlichen Infotafeln und das gewaltige Ausmaß an Flächenfraß und Naturzerstörung.

Am Sonntag, 18. September, zweite Radtour und eine Veranstaltung

Am Ende der fast zweistündigen Radtour konnten alle Radfahrer ihr frisch erworbenes Wissen über den Wert der Großmehringer Donauauen in einem spannenden Quiz unter Beweis stellen, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt. Am Sonntag, 18. September, sind alle interessierten Naturfreunde abermals dazu eingeladen, dieselbe Tour durch das wertvolle FFH-Schutzgebiet mitzuradeln und beim Quiz mitzumachen. Die glücklichen Gewinner müssen jedoch noch ein wenig Geduld mitbringen, da erst am 16. Oktober bekanntgegeben wird, wer alle Fragen rund um das schützenswerte Gebiet richtig beantwortet hat. Denn an diesem Tag wird die Interessengemeinschaft um 17 Uhr in der Großmehringer Nibelungenhalle zusammenkommen, um einen Verein zu gründen. Dazu sind alle, die diesen wichtigen und schönen Naturraum erhalten und Mensch, Tier und Pflanze schützen wollen, eingeladen.