Vier Wochen Klassik
Start der Audi-Sommerkonzerte 2024: „Missa Solemnis“ im Ingolstädter Festsaal

19.06.2024 | Stand 19.06.2024, 16:03 Uhr |

Anspruchsvolles Chorwerk: Die Audi-Jugendchorakademie singt zum Eröffnungskonzert der Audi-Sommerkonzerte die „Missa Solemnis“ von Beethoven. Foto: Audi AG

Der Festivalsommer in Ingolstadt geht weiter: Am Samstag, 22. Juni um 19.30 Uhr fällt im Festsaal der Startschuss für die Audi-Sommerkonzerte 2024. Die Audi-Jugendchorakademie führt gemeinsam mit dem französischen Originalklang-Orchester Le Cercle de l‘Harmonie unter Leitung von Jérémie Rhorer die „Missa Solemnis“ von Ludwig van Beethoven auf.

Die Solo-Partien übernehmen Christiane Karg (Sopran), Varduhi Abrahamyan (Alt), Werner Güra (Tenor) und Johannes Weisser (Bass). Diese „Missa Solemnis“ ist die bisher dritte, die die Audi-Jugendchorakademie mit dem Cercle de l‘Harmonie bestreitet. Premiere war in Aix-en-Provence, im April waren die rund 70 Chorsängerinnen und -sänger in der Philharmonie de Paris zu Gast.

Zu den beiden ersten Konzerten war die Solistenbesetzung noch eine andere. „Das war aber vor allem der Verfügbarkeit der Sängerinnen und Sänger geschuldet“, erklärt Sebastian Wieser, künstlerischer Leiter der Audi-Sommerkonzerte.

Besetzungsänderung bedeutet höheren Probenaufwand

Die Besetzungsänderung bedeutet dabei natürlich einen erhöhten Probenaufwand. Aber Chor und Orchester sind schon aufeinander eingespielt. Am Freitagnachmittag beginnen die Proben des Chores, am Abend kommen Orchester, Solisten und Chor zusammen und auch am Samstag stehen noch einmal drei Stunden auf dem Plan.

Dabei sei es sehr wichtig, sich die Kraft einzuteilen, sagt Wieser. „Natürlich muss der Dirigent den Klang einstellen können, also können sich die Sängerinnen und Sänger nicht zurücknehmen. Trotzdem müssen sie so singen, dass sie am Samstagabend zum Konzert voll da sind.“

Der Abstand zwischen dem Festivalauftakt und dem letzten intensiven Projekt des Chores ist nicht allzu groß: Erst Anfang Juni war die Audi-Jugendchorakademie in der Hamburger Elbphilharmonie für die Messiaen-Oper „Saint François d’Assise“ eingeladen. „Das ist schon eine Herausforderung für die Sängerinnen und Sänger, da Konzerttermine und Beruf oder Studium unter einen Hut zu kriegen.“

Vorbereitung Sommerkonzerte: Gut im Zeitplan

Die Chorbesetzung variiert von Projekt zu Projekt. Insgesamt hat die Audi-Jugendchorakademie einen Pool von 300 bis 350 Sängerinnen und Sängern. Die können sich für die jeweiligen Projekte je nach Flexibilität und zeitlicher Verfügbarkeit anmelden. Aus diesem Pool sind also rund 80 Sängerinnen und Sänger bei der „Missa Solemnis“ dabei. Beethoven selbst hielt sie für das „gelungenste“ seiner „Geistesprodukte“.

Was die allgemeinen Vorbereitungen der Sommerkonzerte betrifft, ist Sebastian Wieser zufrieden. Natürlich gebe es bei so vielen Details der Planung immer Herausforderungen in der Koordination. „Aber wir sind gut im Zeitplan.“

Besonders stolz ist Wieser auf die Opern-Eigenproduktion der Sommerkonzerte: „The Fairy Queen“ von Henry Purcell, unterstützt von der urbanen Tanzgruppe „Flying Steps“. „Das ist unser aufwendigster Programmpunkt.“

Anders als alle anderen Konzerte wird die Oper gleich zweimal aufgeführt: Am Samstag, 6. Juli und Samstag, 7. Juli um jeweils 19 Uhr im Festsaal Ingolstadt. „Semi-Staged ist diese Produktion“, sagt Wieser, also halb konzertant.

Das Vokalensemble Lauschwerk, das aus der Audi-Jugendchorakademie hervorgegangen ist, übernimmt die Arien, Duette und Chornummern der Barockoper, während die Breakdance-Kompanie Flying Steps für atemberaubende Tanzeinlagen und einen ungewöhnlichen Kontrast sorgt: Breakdance meets Barock.

GKO liefert musikalischen Rahmen

Schauspieler Alexander Gier führt entlang des roten Fadens durch die Handlung: ein komödiantisches Verwirrspiel, bei dem Menschen- und Elfenwelt aufeinanderprallen. Für neue Facetten musikalischer Art sorgen vier eigens für diese Produktion komponierte Miniaturen der jungen Komponistinnen Sara Glojnaric, Lucia Birzer, Elisabeth Fußeder und Elena Postumi, die einen aktuellen Blick auf das über 300 Jahre alte Werk ermöglichen. Regie führte Magdalena Schnitzler.

Das Georgische Kammerorchester Ingolstadt (GKO) unter der Leitung von Ariel Zuckermann liefert den musikalischen Rahmen. Die Koordination und Planung dieser Eigenproduktion sei auch deswegen so aufwendig gewesen, weil so viele Akteurinnen und Akteure beteiligt gewesen seien.

„Jedes Ensemble und jede Gruppe hat ihre eigenen Anforderungen an Räumlichkeiten, Probensäle, Probenzeiten.“ Zusätzlich sind in die Produktion auch noch Schülerinnen und Schüler eingebunden, die in einem kurzen Workshop eine Choreographie einstudieren, die sie während der Opernouvertüre aufführen werden.

Aufregung ist noch keine da, aber die kommt vielleicht noch am Eröffnungssamstag, sagt Wieser. Und: „Für mich persönlich sind die Sommerkonzerte mit die schönste Zeit im Jahr.“