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Das Viertel mit dem hohen Freizeitwert

Südosten
erstellt am 15.06.2017 um 07:30 Uhr
aktualisiert am 14.03.2018 um 15:41 Uhr | x gelesen
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Wer dem FCI regelmäßig die Daumen drücken, die Panther anfeuern und selbst körperlich aktiv bleiben will, aber kurze Wege schätzt, ist im Südosten richtig: Hier sind Saturn-Arena, Audi-Sportpark und die Bezirkssportanlage beheimatet

Dominierten noch vor wenigen Jahrzehnten hier die Bundeswehr an der Manchinger Straße sowie die Raffinerie, sind es heute ein Gewerbegebiet, vor allem aber Einrichtungen für Sport und Freizeit: Zu Südost gehören das Wonnemar und die Saturnarena ebenso wie die Bezirkssportanlage und – als jüngste Errungenschaft in dieser Aufzählung – der Audi-Sportpark, der ab 2009 auf dem Gelände der früheren Bayernoil entstand und am 24. Juli 2010 offiziell eröffnet wurde.

Der Audi-Sportpark
Bartenschlager
Südosten

Insgesamt präsentiert sich der Bezirk als facettenreich: Zwar ist er der „Kernstadt“ zugeordnet, doch haben sich manche Unterbezirke den dörflichen Charakter weitgehend bewahrt – was die Einwohner zu schätzen wissen. Beispielsweise ist das in Ringsee der Fall. Einst war es bekannt als das „Eisenbahnerviertel“; schließlich verdankt der Ort seine Existenz den Eisenbahnern. Ab 1866 wurden die Schienen von Ingolstadt nach München gelegt, später nach Regensburg, Donauwörth und Augsburg. Zur Versorgung der Arbeiter errichtete der Ingolstädter Hetzerbräu eine Kantine, die als erstes Gebäude auf Ringseer Flur gilt. Auch in den nächsten Jahren siedelten sich erst einmal Gastwirtschaften an und erst danach wurden die ersten Wohnhäuser errichtet.

Bei der Pionierkaserne ist ein neues Wohngebiet entstanden.
Schalles
Südosten

Der neuen Siedlung verlieh Prinzregent Luitpold im Jahr 1897 offiziell den Namen Ringsee, wobei er sich an dem alten Flurnamen orientierte. Nachdem die Bauarbeiter abgezogen waren, brachten die Bediensteten der Bahn Leben und Wachstum in den Ort. Wegen seiner Nähe zum Bahnhof war das Wohnen dort einfach bequem, so dass hier lange Zeit die „Eisenbahner“ fast unter sich waren. Inzwischen erfreut sich Ringsee längst bei allen anderen Bevölkerungsgruppen großer Beliebtheit.

Viele junge Familien fühlen sich auch von Rothenturm angezogen, besonders seit der Ausweisung des Neubaugebietes. Der Name dieses Ortes geht keineswegs auf einen roten Turm zurück. Vielmehr bezeichnet der Begriff einen Ort, an dem Dornen gerodet werden. Das Dorf wird bereits Ende des Mittelalters urkundlich erwähnt. Niederfeld wiederum ist eine Gründung neueren Datums. Hier, im „niederen Feld“ zwischen Rothenturm und Manching, siedelten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Mennoniten. Aus dem damaligen Weiler wuchs der heutige Ort heran.

Bei aller Wohnqualität, die bei den Bewohnern sehr geschätzt wird: Was immer wieder für Diskussionen sorgt, ist der Verkehr. Die Südostspange hat zwar manches Problem gelöst, doch die Menge der Fahrzeuge muss nach wie vor verteilt werden. 

Wissenswertes aus dem Bezirk Südost

Kleine Hütten

Der Name „Kothau“ geht wahrscheinlich auf kleine Hütten zurück, die in der Au standen. Hütten wurden in früheren Zeiten als Koten bezeichnet.

Audi-Sportpark

Der Audi Sportpark bietet zwar insgesamt 15 800 Plätze (9800 Sitz- und 6000 Stehplätze). Zu internationalen Partien sind jedoch nur 12 000 Zuschauer zugelassen.

Rekordspieler

Beim ERC Ingolstadt haben zahlreiche Spielerpersönlichkeiten gewirkt. Der Mann mit den meisten Einsätzen bislang war Jakub Ficenec, wegen seines harten Schusses auch als „Bum-Bum“ bekannt. Er stand 570 Mal auf dem Eis.

Das Ende von Eduard Gänswürger

Niederfeld steht mit einem spektakulären Gewaltverbrechen in Verbindung: Bei Niederfeld erschoss im Februar 1873 der Raubmörder Ferdinand Gump seinen Spießgesellen Eduard Gänswürger. Angeblich hatte dieser zuvor Gumps Geliebte ermordet.

Der verschwundene Weiher

Im Augustinviertel erstreckte sich einst ein Gewässer, der Konkordia-Weiher, der seine Existenz dem Kiesabbau verdankte. Hier existierte von 1917 bis 1941 eines von vier städtischen Freibädern. Danach gab es ihn als öffentlichen Weiher, bis er ab 1958 verfüllt wurde.

„Schatzsucher“ auf der Mülldeponie

Das Eisenbahnausbesserungswerk nutzte in den 1930er-Jahren ein Gelände in seiner Nähe, um Industriemüll abzukippen. Nach dem Krieg nutzten viele Menschen diesen Platz, um nach Verwertbaren zu suchen. Besonders gefragt waren Buntmetalle und Kohlereste.

Josef Bartenschlager