Der Carl mit C darf als besonderer Sozialtypus gelten. So wie der Claus mit C. Denn Cläuse vereint etwas ganz Eigenes, auch wenn Nichtcläuse das nur schwer beschreiben können. Zumindest das darf man sagen: Es sind schon irgendwie immer die Richtigen, die Claus mit C heißen. Obwohl sie nichts dafür können. Sie haben alle den Willen ihrer Eltern gemeinsam, sich vom Konventionellen abzusetzen. Klaus mit K kann jeder. Aber ein Claus mit C atmet den Geist des Exquisiten.

Das gilt auch für Gebäude. In den 1970er-Jahren begann man, größere Supermärkte "Center" zu nennen, das klang weltläufig und mehr nach "Jahr 2000". In Ingolstadt war das erste das Donau-Center an der Permoserstraße (heute Kaufland). Allerdings fuhren die Gaimersheimer und anderes Landvolk beharrlich ins "Donau-Zenter".

Beim ersten Spatenstich für das Kongresszentrum und das Kongresshotel an diesem Montag legte die Sprecherin der IFG allen Reportern ans Herz, bitte künftig "CongressCentrum" zu schreiben, schließlich sei das "eine Eigenbezeichnung".

Gut. Mal sehen. Nicht zu vergessen die "CongressGarage"; da parkt es sich gleich viel mondäner. Sicher berichten Handlungsreisende von Volkswagen bald zu Hause in Ribbesbüttel: "Hömma! In Ingolstadt haben sie kein Kongresszentrum, sondern ein CongressCentrum mit zwei C!" Passende Antwort: "Ja ne, is klar. Die Ingolstädter sind schließlich keine Provinz-Eier."

Schon ereilt uns die nächste Vorschrift: Josef Dintner von der Unteren Denkmalschutzbehörde teilt mit, dass es ab sofort nicht mehr "Kavalier Dallwigk", sondern historisch korrekt "Dalwigk" heiße. Keine 185 Jahre nach dem Tod des Generals, Franz Xaver Maria mit Vornamen, streicht die Stadt ein l. Der Meister selbst war da nicht so streng. Er schrieb sich mal mit zwei l, mal mit einem. Doch egal. Bedeutend war er eh nicht. Bayern hat Dal(l)wigk, Preußen gebar Helden wie Gneisenau, Moltke und Clausewitz. Claus von Clausewitz! Mit zwei C.