Während in der Pastoraltheologie Kommunion, Firmung und Konfirmation als gelungene Start-ups auf dem gottgefälligen Weg eines Christenmenschen betrachtet werden, gilt im Werk des Philosophen Glatz die erfolgreich absolvierte Beta-Phase als bedeutender Meilenstein zur Orientierung sowie Standortbestimmung des digitalen Glückssuchers. Im Gegensatz zu den Regeln der Kirche wird hier jedoch dem Novizen keine Beichte abverlangt, um der technologischen und ökonomischen Segnungen teilhaftig zu werden. Vielmehr geschieht die Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen nach fünf Monaten in Form eines sogenannten Grand Openings.

Dieser Tage hat Franz Glatz, der im Hauptberuf Geschäftsführer des digitalen Gründerzentrums ("brigk") in Ingolstadt ist, beim Grand Opening eine erste, selbstverständlich euphorische Zwischenbilanz gezogen. Und was könnte den unternehmerischen Spirit dieses Events besser wiedergeben als die vom brigk-Leader ausgegebene Devise: "Machen. Machen. Machen."

Für unsereinen, dessen Beta-Phase schon lange zurückliegt, ja, der langsam, aber sicher seiner Omega-Phase entgegen geht, ist die Rolle als Influencer ausgespielt. Immerhin, schon vor 30 Jahren haben mehrere Redaktionskollegen des DK ein eigenes, um mit Glatzens Worten zu reden "wöchentlich wiederkehrendes Format implementiert, das zur Basis für Kommunikation und Interaktion innerhalb des stetig wachsenden Netzwerkes" geworden ist. Kurz: Wir haben uns zu einem Stammtisch getroffen. Damals konnten wir freilich nicht ahnen, dass 200 Jahre nach dem beginnenden Industriezeitalter der Dampfmaschinen dereinst auch eine Ära der Dampfplauderer anbrechen würde.