Normalerweise wäre es natürlich strengstens verboten, einen Fraktionschef im Ingolstädter Stadtrat in gedankliche Verbindung mit einem Ochsen zu bringen, ja ihn gar mit einem solchen zu vergleichen. Doch in der festen Zuversicht, dass Christian Lange von juristischen Schritten gegen den Autor dieses Stadtgeflüsters absieht, greifen wir zu folgender Sentenz: "Quod licet Iovi, non licet bovi. " Frei übersetzt: Wenn Jupiter einen Antrag im Stadtrat stellt, ist das noch lange nicht das Gleiche, wie wenn der Fraktionsführer der Bürgergemeinschaft das tut. Oder: Was der höchste Gott darf, ist einem Rindvieh mitnichten erlaubt. Oder: Wenn zwei dasselbe tun, kommt es zuerst einmal auf die Partei an.

Um der finanziell darbenden Heilig-Geist-Spitalstiftung zur Genesung zu verhelfen, kam der BGI-Mann im Juni 2017 auf eine völlig absurde Idee: Die Stadt kauft von der Stiftung die Problemimmobilie Technisches Rathaus, um im Gegenzug eventuell ein renditestarkes öffentliches Gebäude wie etwa das Neue Rathaus an die Stiftung zu veräußern. So könnte die traditionsreiche Stiftung wieder auf wirtschaftlich sicheren Beinen stehen, glaubte Lange.

Aus dem Götterhimmel der CSU wurde im Sommer 2017 sogleich der erwartete Bannfluch geschleudert: Der BGI-Vorstoß verdiene keine Unterstützung, lautete das strenge Urteil der Chefin. Zudem sei diese Immobilientransaktion "auch rechtlich nicht ohne Schwierigkeiten", denn es könne sich hier "um eine Haushaltsuntreue handeln", also sprach Vorsitzende Patricia Klein laut Stadtratsprotokoll, während Jupiter Optimus Maximus - im bürgerlichen Leben OB Christian Lösel - befand, für die Förderung der Stiftung müsse "ein anderes Modell gefunden werden".

Letzte Meldung: Vor drei Wochen hat der Stadtrat beschlossen, das Technische Rathaus zu verkaufen und vorrangig der Stadt anzubieten. Bei der Gelegenheit: Wie aus der aktuellen Satzung der Spitalstiftung hervorgeht, birgt die Spitalkirche noch Kunstwerke und Gemälde im Wert von genau 20754 Euro.