Ein richtiger Blockbuster - könnte man sagen. Nur, dass ihn, wie man es von manch anderem im Vorfeld hoch gehandeltem Kinofilm kennt, weit weniger Leute sehen wollten als gedacht. "Markus Söder persönlich", heißt der Streifen, der am Montagabend etwa 150 mehr oder weniger große Fans des frischgebackenen Ministerpräsidenten in den doppelt so viele Personen fassenden Kinosaal gelockt hatte. Dass ein gewichtiger Ingolstädter, der nunmehr seinen politischen Schwerpunkt in Richtung Berlin verlagert hat, nicht unter den Gästen war, sei nur am Rande vermerkt - es hat ja auch niemanden wirklich verwundert.

Aber es fällt schon auf, dass sich Markus Söder in letzter Zeit betont häufig in Horst Seehofers Heimatstadt Ingolstadt aufhält. Und nach der Pleite bei der Gaststättenwahl zur Verleihung des Heimatpreises für Kulturschaffende im Februar ausgerechnet in einem Stammlokal der AfD erscheint das Altstadtkino als gänzlich unverfänglicher Ort. Auf seiner Tour durch Bayern erzählt Söder in ausgewählten Kinosälen von seiner Familie, seinen Hunden und "seinem" Club aus Nürnberg, unter anderem. Damit möglichst viel von dem, was der Franke zu berichten hatte, in die große weite Welt hinausgetragen wird, war im Kinosaal viel Platz für Medienvertreter frei - äh, sollten diese von dem Event zufällig etwas mitbekommen haben. Denn offiziell eingeladen war die Heimatzeitung nicht. Ist doch über Facebook ohnehin bekannt, dass der Söder in Ingolstadt eine Vorstellung im Kino gibt.

Warum im Kino und nicht im Stadttheater wüssten wir vielleicht, wenn wir denn von dem Termin Kenntnis gehabt hätten und vor Ort gewesen wären. So wie ein junger Nachwuchsreporter, dessen Foto wir am Abend auf Facebook entdeckt haben und der uns dankenswerterweise ein Bild für den DK zur Verfügung gestellt hat. Ansonsten wäre das Kinoevent des Jahres doch glatt an uns vorbeigegangen.

Warum also Markus Söder als Bühne nicht das Theater gewählt hat, darüber können wir nur spekulieren. Wo doch "Das kleine ICH bin ICH", eine Schülervorstellung des Jungen Theaters, erst am Dienstag aufgeführt wurde. Wir finden: Der Titel hätte auch gut zu Markus Söder gepasst. Aber vielleicht wollte er ja einfach um seine Person nicht soviel Theater machen. In der bayerischen Staatsregierung hat der neue Ministerpräsident schließlich Theater genug.



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