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Auf dem Pfingstvolksfest kommen die Klassiker nach wie vor gut beim Publikum an

Die Blechbüchsen fliegen noch

Ingolstadt
erstellt am 28.05.2012 um 19:52 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:12 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Sie sind laut, schnell und extrem: Neue Hightech-Maschinen sind der Hingucker auf dem Volksfest. Doch in ihrem Schatten blüht Nostalgie pur: Die Besucher werfen immer noch gern Blechbüchsen oder fahren mit dem Kettenkarussell. Die „Dicke Bertha“ ist auch wieder aufgetaucht.
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Sie wurde 1923 vom Schausteller Ludwig Wittmann gebaut und nach dem legendären deutschen Krupp-Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg benannt: Nino Zimmermann hat die „Dicke Bertha“ seines Urgroßvaters, die jahrze
Ingolstadt: Die Blechbüchsen fliegen noch
 
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hntelang im Keller vor sich hinrostete, voriges Jahr anlässlich der historischen Wiesn in München restauriert.

Vorne an der Kanone wird eine Platzpatrone befestigt, es knallt gescheit, wenn ein starker Kerl das Teil bis an die Spitze katapultiert. Doch die Ingolstädter trauen sich noch nicht recht an die Bertha heran.
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Beim Büchsenwerfen hingegen scheppert es gewaltig. „Das ist noch Jahrmarktromantik“, meint Emmi Schubert. „Und einen Trostpreis gibt es immer.“ Wer einen Plüschtiger oder das Bügeleisen abräumen will, der muss aber schon gut treffen. „Die alten Spiele von früher gefallen uns noch heute“, meint eine Mutter, während im Manne wieder das Kind zum Vorschein kommt.

Auch auf der Reitbahn ist die Zeit stehen geblieben. Der Duft nach Sägespänen und Rossäpfeln weckt Erinnerungen. Immer noch wollen fast alle Kinder aufs Pferd ganz vorne. „Die Cowboys bitte von außen aufsitzen“, schnarrt Jürgen Kaiser ins Mikrofon, dann lässt er die Peitsche knallen und die Karawane gescheckter Appaloosas zieht los. Die kleine Pia krallt die kleinen Hände um den Sattelknauf, ihr seliger Blick schweift in die Ferne, ins Ponyland.

In den Himmel geht es beim Cannstatter Kettenflug – auch ein echter Klassiker und seit über 25 Jahren auf dem Schanzer Volksfest dabei. Hier sind schon Generationen durch die Lüfte gesaust: „Erst kommst du als Kind, dann, wenn du verliebt bist, später mit deinen eigenen Kindern und schließlich als Opa mit den Enkeln“, sagt Schausteller Christian Baumgartner. Pärchen können auf dem Doppelsitz kuscheln. An einigen Ketten flattern munter Ingolstädter Fahnen im Winde.

Etwas traurig blickt Anna Aubele aus dem Glückshafen. Die AWO-Lose gehen schlecht, denn gleich gegenüber steht die Konkurrenz – das Blumenland. Massenhaft schleppen die Menschen Orchideen und Grünpflanzen von dannen. Die Preiskategorien im Glückshafen sind wie einst nach Städten benannt: Hast du Pech, landest du in Karlsruhe, München ist das große Los. „Es gibt nicht mehr viele, die das ehrenamtlich machen“, sagt Anna Aubele. Nostalgie hat eben manchmal auch ihre Grenzen.



 

Von Suzanne Schattenhofer
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