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OB.Acht: Die Fronte war gut besucht.
Roch
Pünktlich um 19.30 Uhr startet das OB-Hearing in der sehr gut gefüllten Fronte 79. In einem Einspielvideo werden die Ingolstädter Jugendlichen nach ihren Lieblingsorten in der Stadt gefragt und nennen mehrfach Westpark, Klenzepark und Fußgängerzone. Im Zusammenhang mit ihrer Heimatstadt bringen sie die Begriffe FC04 und ERC Ingolstadt und - natürlich - Audi. Und die Mehrheit von ihnen zieht es nicht weg. Es gefällt ihnen in ihrer Stadt.
Fotostrecke: OB-Kandidatenhearing
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Die OB-Kandidaten als Jugendliche


Die acht OB-Kandidaten werden in alphabetischer Reihenfolge von DK-Redakteur Christian Rehberger ans Mikro gebeten und haben maximal 90 Sekunden Zeit, aus ihrer Jugendzeit zu erzählen. Ein Gebärdendolmetscherin übersetzt das Gesprochene. 

 
Karl Ettinger (FDP)
Schanzer TV
Karl Ettinger (FDP) zeigt ein Jugendfoto, das ihn mit seinem damals besten Freund, dem jetzigen TV-Musikmoderator Markus Kavka, zeigt. Die beiden lebten in Manching und fuhren gemeinsam mit ihren Skateboards nach Ingolstadt. Ettinger hat sein Skateboard aus dem Jahr 1979 mitgebracht. Sein Song von damals ist "Blue Monday" von New Order.

Raimund Köstler (ÖDP)
Schanzer TV
Raimund Köstler (ÖDP) erzählt von einem Tanzkurs, den er als Jugendlicher absolviert hat. Der Spaß hielt sich in argen Grenzen. Er spielte Tischtennis, wechselte zum Volleyball, das er heute im Alter von 50 Jahren noch immer ausübt - aber demnächst aufgeben will. "Ich hoffe, dass mir die Politik weniger auf den Rücken und die Knie geht", sagt er. Seine Musik: "YMCA" von Village People. Mutig.

Christian Lange (Bürgergemeinschaft)
Schanzer TV
Christian Lange (Bürgergemeinschaft) kommt mit Deep Purples Klassiker "Smoke on the Water" ans Mikrofon und erzählt von seiner Oma, die ihn so gern am Klavier gesehen hätte. In der neunten Klasse musste er eine Ehrenrunde einlegen. Er hatte mit 15 viel Knatsch mit seinen Eltern, weil sein Vater in seinem Bundeswehr-Parka Tabak gefunden hatte. Er rächte sich an seinen Eltern, indem er eine Nacht am Baggersee verbrachte und nicht nach Hause kam. 
 
Barbara Leininger (Grüne)
Schanzer TV
Barbara Leininger (Grüne) macht keinen Hehl daraus, dass sie nicht in der Schanz aufgewachsen ist, sondern in einem Dorf bei Andechs zwischen Ammersee und Starnberger See. Weil sie ihr Hercules-Fahrrad, das wegen der schlechten Busanbindung seinerzeit wichtig war, nicht in die Fronte mitschleppen wollte, hat sie ein Päckchen Schafkopfkarten mitgebracht. Ihre Musik: "September" von Earth, Wind & Fire, "das finde ich heute noch toll". Dann kommen die beiden Favoriten nach vorne.
 
Von links: Christian Lösel (CSU), Veronika Peters (SPD), Peter Springl (FW), Barbara Leininger (Grüne)

 
Christian Lösel (CSU)
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Christian Lösel (CSU) hat den passenden Soundtrack zu diesem Abend: "November Rain" von Guns N' Roses - draußen regnet's bei kühlen sechs Grad. "Ich war ein großer Fan der Band", sagt Lösel. Er betrieb als Jugendlicher "Sport ohne Ende", vor allem Taekwondo. Als Wahlfach wählte er die Fotografie und hat eine Filmentwicklungsdose mitgebracht - ein Relikt aus der analogen Zeit.
 
Veronika Peters (SPD)
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SPD-Spitzenkandidatin Veronika Peters zitiert die Textzeile "When I was young, it seemd that life was so wonderful" aus ihrem Song von einst, Supertramps "The Logical Song". Sie ist eine waschechte Schanzerin, kam in der damaligen Liebl-Klinik am Kreuztor zur Welt und wuchs im Piusviertel auf. Und sie wolle auch in Ingolstadt bleiben. "Ich will gar nicht weg", sagt sie. Mitgebracht hat sie ihr T-Shirt vom Katharinengymnasium, mittlerweile etwas zu klein geworden.
 
Jürgen Siebicke (Linke)
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Jürgen Siebicke (Linke) kommt mit Bob Marleys "Get up, Stand up" ans Mikro, an der Leinwand sieht man ein Foto, das ihn in Jugendtagen in Indien zeigt. "Sobald ich auch nur ein verlängertes Wochenende hatte, bin ich per Autotramp oder Interrail durch Deutschland und die Welt gefahren", sagt er. Und er engagierte sich früh schon politisch: Demos gegen Nato-Doppelbeschluss, Demos gegen Nazis, Demos gegen die WAA in Wackersdorf.
 
Peter Springl (FW)
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Deutlich uncooler ist Peter Springls (FW) Musik: Abba mit "Knowing Me, Knowing You". Er kam 1970 ins Apiangymnasium, die sprachlichen Fächer machten ihm schwer zu Schaffen. Er stellt sich als sympathischen Loser dar, denn auch mit dem weiblichen Geschlecht hat es einst nicht so toll geklappt. "Mögen hätt ich schon getraut, aber dürfen hab ich halt nicht wollen - ich war zu schüchtern und darum ist da nichts gelaufen", zitiert er ein wenig schräg Karl Valentin.
 

Die 316 Jugendlichen und Junggebliebenen in der Fronte 79 dürfen abstimmen, welche Vorstellung ihnen am besten gefallen hat. Stefan Moser, Geschäftsführer des Stadtjugendrings, freut sich über die hohe Wahlbeteiligung. "100 Prozent - wäre schön, wenn am 16. März 2014 auch so viele abstimmen." Die beiden Favoriten haben die Nase vorn. 135 Stimmen fallen auf Christian Lösel (CSU), 67 auf die parteilose Veronika Peters, die für die SPD antreten wird. FW-Kandidat Peter Springl bringt es auf 16 Stimmen, die restlichen Kandidaten folgen mit deutlichem Abstand.
 

Die Kernpunkte

 
Karl Ettinger (FDP) erinnert sich an seine eigene Jugend: "Wir hatten eine Gang und fuhren Skateboard." Da sei der Wunsch nach einer Rampe aufgekommen.  "Die Stadt hat uns dann eine Halfpipe hingestellt, aber mit einem viel zu engen Radius." Das habe ein "Wahnsinnsgeld" gekostet und nichts genutzt. "Ich würde als OB die Jugendlichen an die Hand nehmen und sie unterstützen." 

Raimund Köstler (ÖDP) sagt: "Ich mache Politik, damit es meine Kinder in Ingolstadt gut haben." Eine seiner Forderungen sei: "Macht doch die Stadt wieder für die Bürger, nicht nur für die Autos." 
 
Christian Lange (Bürgergemeinschaft) stellt fest: "Momentan findet kein Mitreden statt." Es gibt immer wieder Themen, die abgeblockt würden. "Wir fordern ein Kinder- und Jugendparlament. Und wir fordern einen Zweiten Bürgermeister, der sich ausschließlich um Jugend, Schule und Bildung kümmert."
 
Barbara Leininger (Grüne) sagt: "Es fehlen Freiräume, die eigene Kreativität zulassen." Die Jugendlichen sollten in der Stadtteilpolitik mehr integriert werden." Zum Beispiel müsse die Jugend auch im Jugendhilfeausschuss und im Sportausschuss vertreten sein."
 


Von links: Jürgen Siebicke (Linke), Karl Ettinger (FDP), Christian Lange (Bürgergemeinschaft), Raimund Köstler (ÖDP)


 
Christian Lösel (CSU) sagt: "In Ingolstadt müssen wir bedürfnis- und bedarfsgerecht für die jungen Leute da sein." So brauche man zum Beispiel Sportstätten für unterschiedlichste Sportarten, also zum Beispiel auch Kleinspielfelder und Bolzplätze. "Als Boomtown muss es uns auch wichtig sein, dass wir die bestmögliche schulische Ausstattung haben."
 
Veronika Peters (SPD) wird schnell konkret: "Das Jugendparlament ist eine gute Sache." Auch Projekte wie das muttersprachliche Vorlesen müssten gefördert werden. Sehr gute Erfahrungen gebe aus auch mit dem Projekt Sommercamp, bei dem Jugendlichen, die keinen Schulabschluss hätten, geholfen werde. "Die Absolventen dieses Projekts sind hochmotiviert."
 
Jürgen Siebicke (Linke) sagt: "Ich verstehe Kindertageseinrichtungen als Bildungsinstitutionen." Und er wolle, dass diese in Ingolstadt kostenlos seien. "Ich will auch ein Pilotprojekt starten: Eine Schule für alle." Zudem solle es in allen Stadtteilen selbstverwaltete Jugendtreffs geben. Siebicke möchte, dass Wohnen in einer Stadt, in der Wohnraum so knapp ist, auch für junge Menschen möglich ist, selbst wenn sie noch nicht die fette Kohle verdienen." Kurzum: Er wolle, dass Ingolstadt "die familienfreundlichste Stadt Deutschlands" werde.
 
Peter Springl (Freie Wähler) betont: "Der Umgang mit der Jugend entwickelt sich zum Standortfaktor." Ziel müsse es sein, für alle Bevölkerungsschichten eine gerechte Behandlung zu haben. "Mit ist es auch wichtiger, Geld in Drogenprävention zu stecken und sich um Jugendliche aus schwierigen Familien zu kümmern, als in Themen, die ich vorsichtig mit 'Spaßgesellschaft' bezeichne."
 

Die Fragerunde

 
Insgesamt erhalten die acht Kandidaten in der ersten Fragerunde 24 Fragen – jeder darf drei ziehen. Die Runde beginnt mit Jürgen Siebicke, der sich zum schlechten Zustand der Jugendtreffs äußern soll. „Wir brauchen in allen Stadtteilen Jugendtreffs, die von den Jugendlichen selbst verwaltet werden können – nicht nur in den Problemvierteln“, erklärt er.

Die nächste Frage geht an Raimund Köstler. Er muss sich dazu äußern, inwieweit man den Flächenverbrauch in der Stadt reduzieren kann, um freie Flächen für Jugendliche zu erhalten. „Man müsste ein Management für Wohnraum einführen, das eine Nachverdichtung wie im Piusviertel verhindern kann.“

Peter Springl soll erläutern, wie er zur Sperrzeitverlängerung steht. „Die Kriminalität in der Stadt ist schon angewachsen“, erklärt er. Allerdings könne und wolle er die Zeit nicht zurückdrehen. „Junge Leute möchten einfach fortgehen – auch, wenn das die Leute stört, die über den Kneipen wohnen.“ Man könne es eben nicht allen recht machen.

Mit der Idee eines schulfreien Nachmittags wird Barbara Leininger konfrontiert. „Das ist schwierig, denn wir sind alle gefangen in den Lehr- und Stundenplänen“, bedauert sie. Es sei richtig, dass Jugendliche mehr Zeit bräuchten – kommunalpolitisch sei das aber kaum lösbar. „Wir können lediglich das Schulgeschehen anders strukturieren und entsprechende Räume für Erholung schaffen.“

Christian Lösel muss im Anschluss erklären, wie er die Stadt für Kinder und Jugendliche noch attraktiver machen will. „In den letzten Jahren sind wir schon weit vorangekommen“, sagt Lösel, „wir haben exzellente Kitas, Ganztagsbetreuung und ein vielfältiges Freizeitprogramm.“ Jedoch sei das nicht das Ende der Fanhnenstange: „Wir müssen neue Trends aufnehmen und haben damit angefangen.“ Beispiele dafür seien die Winterlounge oder die Donaubühne. Er hoffe auch, dass das Winterdorf am Paradeplatz „so richtig zündet“. Zudem wolle er Freiräume in allen Ortsteilen schaffen.

Veronika Peters wird zur Situation der Jugendlichen ohne Schulabschluss befragt. Was würde sie tun, um die Chancen der Jugendlichen zu verbessern? „Das ist mein Lieblingsthema“, erklärt Peters. „Man muss rechtzeitig eingreifen: Keiner darf durchfallen, man muss sich um jeden kümmern, ihn motivieren und fördern.“ Ein Projekt dieser Art sei das Sommercamp, dass sich um Jugendliche mit Schulproblemen kümmere. Dieses Projekt müsse fortgeführt werden.

Christian Lange soll sich zur 24-Stunden-Kinderbetreuung äußern. Er halte nichts davon, stellt Lange klar. „Das erinnert mich an das Gesellschaftsmodell der DDR.“ Man dürfe die Kinder nicht zugunsten der Wirtschaft an den Rand drängen. Dagegen sei „das Homeoffice die Zukunft: Es ist zwar manchmal schwer, weil man öfter unterbrochen wird, aber viel schöner, als seinen Sohn irgendwo unterzubringen.“

Mit dem Thema Politikverdrossenheit der Jugend wird Karl Ettinger konfrontiert. „Ich war selber politikverdrossen als Jugendlicher“, erzählt er. Weil er es gewohnt sei, dass die Leute nicht in Strömen zu ihm kämen, würde er einfach zu den Jugendlichen kommen – etwa zur Jahresversammlung in der Fronte. „Einfach hingehen und mit ihnen ganz normal reden, denn damit baut man Schwellen und Vorurteile ab.“

Die Frage, wie man kostengünstigen Wohnraum für Jugendliche schaffen kann, damit diese nicht mehr bei ihren Eltern wohnen müssen, soll Jürgen Siebicke beantworten. Man müsse unbedingt eine Offensive starten, meint er. „Wir dürfen die jungen Leute nicht im Stich lassen.“ Und Christian Lösel ergänzt: „Es tut sich ja bereits etwas.“ Es habe in diesem Jahr 1460 Baugenehmigungen gegeben. „Der Markt ist angesprungen“, sagt Lösel.

Die zweite Runde beginnt, und Raimund Köstler zieht eine Frage zum Internet. Ob er Pläne habe, wie man jungen Menschen den Umgang mit neuen Medien vermitteln könne? Ja, erklärt Köstler, die Projekte, die zu diesem Thema bereits an Schulen laufen würden, müssten weitergehen. Sie seien sehr sinnvoll, aber das Ganze allein auf die Schulen zu konzentrieren, reiche nicht aus.

Mit dem Ausbau der Kinderkrippen und dem Fachkräftemangel in diesem Bereich soll sich Peter Springl auseinandersetzen. „Die Stadt hat viel für den Ausbau getan“, sagt Springl, „es ist eher ein Problem, Personal zu finden.“ Die Betreuung der Säuglinge sei teuer und es stelle sich die Frage: „Wer bezahlt das?“ Er sehe diese Frage zwar mit Wohlwollen, aber auch mit finanzieller Skepsis. Doch Veronika Peters widerspricht: „Man kann nicht alles auf die Stadt und die Eltern abschieben. Auch der Arbeitgeber kann Kitagebühren übernehmen. Das ist ein interessantes Modell, hat sich aber leider noch nicht genug herumgesprochen.“

Der nächste Punkt, mit dem sich die Kandidaten befassen müssen, ist der ÖPNV. Barbara Leininger erläutert, dass sie eine kostenlose Busfahrkarte während der Ferien für Schüler sehr befürworte. „Wir haben immerhin ein kostengünstiges Ferienticket erreicht - wir hätten es uns kostenlos gewünscht, aber das geht nur mit den entsprechenden Mehrheiten.“ Veronika Peters will diese Forderung noch ausweiten: „Man müsste das für alle Jugendlichen bis 18 Jahre anbieten.“ Jürgen Siebicke ergänzt, dass es wichtig sei, den öffentlichen Nahverkehr attraktiv zu machen. „Mit den Taktzeiten rauf und mit den Preisen runter“, fordert er. Und Christian Lange will noch weitergehen: Er will den ÖPNV für alle ein Jahr kostenlos anbieten. „Wenn man will, kann man alles im Stadtrat durchsetzen und auch finanzieren - dann verzichten wir eben auf das Kongresszentrum.“ Christian Lösel hält dagegen: „Solche Wahlversprechen halte ich für ausgesprochen unseriös. Sie müssen dazu die Steuergelder verwenden, um den ÖPNV zu bezuschussen. Da nehmen wir doch lieber das Geld und setzen es zum wirklichen Wohle unserer Kinder ein.“ So halte er kostenfreie Kitas für sinnvoller. Lange ist davon nicht überzeugt: „Wenn ich wollen würde, könnte ich das Projekt durchsetzen - aber Sie verweigern sich mit dem Kostenargument. Wir haben mehr Ausgaben in dieser Stadt, die dringender hinterfragt werden sollten.“
 

Die Schlussrunde

 
In der Schlussrunde sollen die acht OB-Kandidaten ihre erste Amtshandlung als Oberbürgermeister benennen und verraten, welches Projekt sie mit einem Etat von 500.000 Euro als Erstes anstoßen würden.
 
Peter Springl (FW) würde sich zunächst mit dem Stadtrat absprechen und das Geld in mehrere Bereiche stecken, beispielsweise in das Jugendförderhaus am Baggersee.
 
Jürgen Siebicke (Linke) weiß von fünf weiblichen Auszubildenden im Klinikum, die kleine Kinder haben - und Arbeitszeiten, die sie vor die Frage stellen: Wohin mit dem Nachwuchs? "Ich bin für eine Frühschicht von 8 bis 16 Uhr, damit diese Frauen keine Probleme mehr haben, ihre Kinder unterzubringen." Die 500.000 Euro würde er in einen Fonds einfließen lassen, damit Auszubildende kein Schulgeld bezahlen müssen, sondern sogar eine Ausbildungsvergütung erhalten.
 
Veronika Peters (SPD) würde die 500.000 Euro in diverse Projekte stecken. "Ich würde dafür kämpfen, dass ein Freiraum bleibt, in dem sich die Jugendlichen ausprobieren dürfen." Sie wünscht sich für die Stadt mehr Gemeinsamkeit, will die aus ihrer Sicht isoliert lebenden Studenten mit einbeziehen.
 
Christian Lösel (CSU) möchte nach der Wahl die Attraktivität der Innenstadt erhöhen und am Donausüdufer nicht nur eine Donaubühne, sondern auch einen Donaustrand haben, "so dass wir hier einen neuen Naherholungsraum für Ingolstadt entwickeln". Als Präsident des ERC Ingolstadt möchte er darüber hinaus eine dritte Eislauffläche auf den Weg bringen. Die 500.000 Euro möchte er für eine bessere Technikaustattung in den Schulen investieren - Beamer, iPads und mehr.
 
Barbara Leininger (Grüne) greift Lösels Vorschlag auf und möchte darüber hinaus auch die Schulen attraktiver gestalten. Sie hofft auf ein Jugendparlament, auf feste Ansprechpartner in den Parteien. "Die sorgen dafür, dass das notwendige Feedback kommt. Denn die Jugendlichen machen mit, wenn sie hören, was aus ihren Vorschlägen geworden ist."
 
Die Jugend und den Menschen in den Mittelpunkt stellen will Christian Lange (Bürgergemeinschaft), mit dem Geld würde er die kostenlose Busförderung in den Ferien umsetzen. "Traut euch, es ist eure Stadt", ruft er am Ende seines Statements den Jugendlichen im Saal zu.
 
Raimund Köstler (ÖDP) würde dem Jugendtreff ein höheres Budget gönnen. "Es ist Zeit, umzupriosieren." Was man mit 500.000 Euro machen könnte? "Das müssen die Jugendlichen entscheiden."
 
Und FDP-Kandidat Karl Ettinger verspricht, dass seine erste Amtshandlung eine Diskussionsrunde mit Jugendlichen hier in der Fronte wäre. "Ich hätte als Überraschung die 500.000 Euro dabei und würde die Jugendlichen fragen, wofür wir das Geld verwenden sollen."
 
 
Nach der Diskussion wurde in der Fronte erneut abgestimmt. 285 Stimmen wurden abgegeben. Dabei ergaben sich einige Verschiebungen im Vergleich zur ersten Abstimmung. Der deutlichste Unterschied: Christian Lösel konnte nun 152 statt 135 Stimmen auf sich vereinen. Veronika Peters rutschte von 67 auf 60 Stimmen ab, Karl Ettinger kam auf sieben Stimmen, Raimund Köstler auf elf Stimmen, Christian Lange auf 15 Stimmen. Barbara Leininger verlor fünf Stimmen und kam damit auf zwölf. Jürgen Siebicke konnte neun der Abstimmenden überzeigen, Peter Springl brachte es auf 19 Stimmen. Am Wahlabend würden diese Stimmverhältnisse bedeuten: absolute Mehrheit für Lösel.