Gemeinderat beschließt einstimmig

Naturlandschaft erhalten: Stammham tritt Landschaftspflegeverband Eichstätt bei

07.06.2022 | Stand 07.06.2022, 20:13 Uhr
Constantin Domke

Viel zu bieten hat die Landschaft bei Stammham. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, als 28. Mitglied dem Landschaftspflegeverband Eichstätt beizutreten. Foto: Domke

Ein großer Gewinn für den Naturschutz: In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat Stammham dazu entschieden, als 28. Mitglied dem Landschaftspflegeverband (LPV) Eichstätt beizutreten.

Zu Beginn informierte Christina Geith, Geschäftsführerin des LPV, über ihren Verband und die Vorteile einer Mitgliedschaft für Stammham. „Bei uns arbeiten die drei Gruppen Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunalpolitik gleichberechtigt zusammen“, sagte Geith und fügte an: „Unser Ziel ist es, naturnahe Landschaftsräume zu erhalten oder neu zu schaffen.“ Mittlerweile bestehen laut Geith in Bayern mehr als 60 solcher Verbände. Damit seien fast alle Landkreise abgedeckt.

Mitglied im LPV Eichstätt sind 27 Gemeinden, auch Ingolstadt und Pfaffenhofen haben schon ihren eigenen LPV, führte die Geschäftsführerin weiter aus. Zu den Aufgaben zählen nach ihren Worten die Planung und Betreuung von Landschaftspflegeprojekten, die Gebietsbetreuung der ökologischen Beweidung für Weidehalter sowie die Umsetzung und Betreuung von Ausgleichsflächen im Landkreis.

Die Geschäftsführerin stellte in ihrem Vortrag das breite Spektrum an Arbeitsschwerpunkten des Verbands mit Fotos vor. Der LPV Eichstätt kümmert sich unter anderem um die Entbuschung von Magerrasenflächen, die Pflanzung von Streuobstbeständen, die Pflege von Tümpeln und Weihern sowie um die Pflege und Neuanlage von Hecken. Darüber hinaus werden regelmäßige Naturschutzaktionen mit Schulklassen durchgeführt. Landwirte können für ihre Betriebe eine Beratung durch den LPV in Anspruch nehmen. „Der besondere Vorteil für Mitgliedsgemeinden ist auch, dass der LPV bei Naturschutzthemen stets auf unkompliziertem Weg um Rat gefragt werden kann, ohne gleich die Behörden mit ins Boot holen zu müssen“, so Geith.

Ihrer Einschätzung nach gibt es im Stammhamer Gemeindegebiet einiges an Potenzial für die Arbeit des LPV, etwa Hecken, Feldgehölze oder Weiher. Angesichts der vielen Vorteile einer Mitgliedschaft und des relativ niedrigen Jahresbeitrags von rund 1200 Euro tat sich der Gemeinderat mit seiner Entscheidung nicht schwer und nahm den Beitrittsbeschluss einstimmig an. „Wir haben viele Anknüpfungspunkte für eine Kooperation mit dem LPV“, stellte Bürgermeisterin Maria Weber (CSU) fest. „Dadurch wird ganz klar ein Mehrwert für alle geschaffen.“

Richtlinien für Vergabe von Baugrundstücken

Der Gemeinderat befasste sich auch mit den Richtlinien für die Vergabe von gemeindlichen Wohnbaugrundstücken. Wie in vielen anderen Gemeinden müssen Bewerber auch in Stammham bestimmte Kriterien erfüllen, um für die Vergabe eines Wohnbaugrundstücks infrage zu kommen. So zählen die Zahl der Kinder oder die Ausübung eines Ehrenamts.

Konkret ging es in der Sitzung um die genauere Formulierung des Begriffs „Kinder“. Bürgermeisterin Maria Weber präsentierte den Vorschlag, das Wort „Kinder“ durch „Minderjährige, im selben Haushalt lebende Personen“ zu ersetzen. Konrad Lins (CSU) zeigte sich damit nicht einverstanden und plädierte dafür, stattdessen die Formulierung „kindergeldberechtigte Personen, die im selben Haushalt leben“ zu wählen. „Da die Ausbildung oft noch nicht mit 18 Jahren abgeschlossen ist, finde ich es fairer, die Kindergeldberechtigung als Maßstab zu nehmen“, meinte Lins. Da dies auch in anderen Gemeinden so gehandhabt werde, stimmte der Stammhamer Gemeinderat mit einer Gegenstimme diesem Vorschlag zu.

Ebenso positiv verabschiedet wurde der Vorschlag, Bewerber bei einer mindestens dreijährigen Ausübung eines Ehrenamts in Stammham mit zwei Pluspunkten für die Grundstücksvergabe zu belohnen. Ebenfalls zur Debatte stand in der Sitzung die Beleuchtung des Geh- und Radwegs von Stammham nach Appertshofen. Weber stellte hierzu verschiedene Möglichkeiten vor: solarbetriebene Leuchten mit Akku oder eine klassische netzgebundene Beleuchtung. Nach kurzer Diskussion entschied sich das Gremium für das optisch ansprechende und ökologische Modell „Merkur“ mit Bewegungsmelder und Zeitschaltuhr. Die Leuchten sollen heuer installiert werden.

Zuletzt machten die Ratsmitglieder der Bürgermeisterin noch eine besondere Freude: Maria Weber wurde nachträglich zu ihrer Hochzeit mit einem üppigen Präsentkorb bedacht. „Die Größe überfordert mich ein bisschen“, meinte Weber lachend und nahm das Geschenk dankbar an.