Am 27. November

Nach zwei Jahren Corona-Pause findet bei Audi die 27. Modellauto-Börse statt

01.10.2022 | Stand 01.10.2022, 13:00 Uhr

So voll soll am 27. November das Audi-Kundencenter wieder sein. Fotos: Audi/Nerb

Entweder hat man den Virus. Oder eben nicht. Modellautos sind für die Infizierten kleine Kunstwerke, die Geschichten erzählen, das Herz höher schlagen lassen, die in Vitrinen zur Schau gestellt werden müssen und nur von besonderen Freunden berührt werden dürfen. Für die anderen sind Modellautos, gleich welchen Maßstabs, Spielzeug aus Blech und Plastik, mit denen jeder spielen darf.

Letztere werden am Sonntag, 27. November, nicht zur 27. Modellautobörse ins Audi-Kundencenter nach Ingolstadt kommen. Erstere sind nach zwei coronabedingten Ausfällen schon jetzt voller Vorfreude. Thomas Nerb ist der Neue, wenn es um die Akquise von Händlern und privaten Ausstellern geht. „Etwa die Hälfte der Tische sind schon vergeben“, sagt der 51-Jährige aus Gaimersheim, natürlich Audianer, im Gespräch mit unserer Zeitung. Und es gibt wieder ein pinkfarbenes Sondermodell, das es nur bei dieser Modellautobörse gibt. „Heuer ist es der DKW-Schnelllaster.“

Herr Nerb, Sie sind sozusagen der Neue. Seit diesem Jahr kümmern Sie sich um die Organisation.
Thomas Nerb: Ja, aber ich arbeite eng mit Audi zusammen. Es wird die Halle zur Verfügung gestellt. Auch um Feuerwehr, Sanitäter, Hausmeister muss ich mich nicht kümmern. Die Gastronomie hat geöffnet, auch der Shop im ersten Stock.

Nach zwei Corona-Jahren findet wieder eine Modellauto-Börse statt.
Nerb: Ja, die 27. in 29 Jahren. Wieder im Kundencenter des Audi-Forums.

Die Börse beginnt um 10 Uhr und endet bereits um 15 Uhr. Reicht das?
Nerb: Das war schon immer so, und das ist genug. Die Interessierten sind schon um 10 Uhr da, die Spaziergänger kommen ab 12 Uhr. Nachmittags ist nicht mehr so viel los.

Der Termin steht, wann melden sich die ersten Händler an?
Nerb: Die halbe Halle ist schon voll. Wir haben aber noch Platz – auch für Privatanbieter.

Kommen da nicht nur Händler?
Nerb: Es kommen ein paar Händler, drei oder vier. Der Rest sind private Sammler/Verkäufer. Zum Beispiel der Opa, der früher bei Audi gearbeitet und in dieser Zeit Modellautos gesammelt hat, kann mit seinem Enkel kommen. Oder es kommen Vater und Sohn. Ein Tisch, 120 mal 85 Zentimeter groß, kostet 24 Euro.

Wieviele Verkäufer können maximal in die Halle?
Nerb: 50. Angeschrieben habe ich 150 potenzielle Interessenten.

Ein Highlight der Modellauto-Börse bei Audi ist das traditionelle pinkfarbene Modell, das in limitierter Auflage verkauft wird.
Nerb: Wir werden heuer 500 oder 555 Stück anbieten. Genau wissen wir das allerdings noch nicht.

Was für ein Modell wird es sein?
Nerb: Ein DKW-Schnelllaster. Ein Auto, das aus Ingolstadt kommt. Der Erlös wird übrigens jedes Jahr für einen wohltätigen Zweck in der Region eingesetzt.

Der Schnelllaster wird schnell vergriffen sein, oder?
Nerb: Ja. Selten, dass pinke Sondermodelle, die in Deutschland produziert werden, übrigbleiben.

Welche Modelle gehen denn besonders gut?
Nerb: Golf GTI und alles, wo quattro draufsteht.

Findet sich auch mal ein Schnäppchen?
Nerb: Ich verkaufe selber in der Halle und habe am Stand gegenüber mal einen Silberpfeil aus Holz entdeckt. 60 Zentimeter lang. Da habe ich den Kollegen gefragt, ob er es verkauft. Und er hat ja gesagt. Es war nicht billig. Aber als ich erfuhr, dass ein Schnitzer aus dem Voralpenland ab und zu so ein Auto schnitzt, war ich begeistert.

Das Auto war ja – wie gesagt – teuer. Werden solche Modelle am meisten gesucht?
Nerb: Nicht unbedingt. Ich habe auch festgestellt, dass immer weniger Sammler viel Geld ausgeben.

Auf was soll der Durchschnittsbesucher achten?
Nerb: Zum Beispiel auf englische Modelle von Corgi oder Dinky. Auf alte. Denn es gab schon Neuauflagen. Bodenplatte, Gusshaube drauf, zwei Achsen, vier Räder. Das war’s.

Wie hoch sind die Kosten dafür?
Nerb: Ab 50 Euro.

Kommen die Zuschauer nur aus unserer Region?
Nerb: Natürlich sind viele Audi-Mitarbeiter, auch ehemalige dabei. Aber ich würde sagen, dass die Besucher aus einem 150-Kilometer-Umkreis kommen. Vielleicht auch, weil wir keinen Eintritt verlangen.

Am Sonntagabend ist dann für ein Jahr alles vorbei.
Nerb: Wir, also der Audi-Modellautoclub, bauen ab. Aber wir treffen uns regelmäßig einmal im Monat zum Stammtisch. Weil die meisten Mitglieder Rentner sind, fehlt uns der Nachwuchs. Wir wollen uns öffnen – für Nicht-Audianer. Sonst sitzen wir in ein paar Jahren nur noch zu fünft am Stammtisch.

Das Gespräch führte Oliver Konze

.

Interessierte Verkäufer können sich bei Thomas Nerb unter der Telefonnummer (0163) 1532688 melden.