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350 beim Flashmob

erstellt am 13.02.2011 um 00:11 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 13:00 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dk) Zum Flashmob - der genau genommen keiner war - haben sich am späten Samstagabend rund 350 Szenegänger auf dem Rathausplatz in Ingolstadt eingefunden, um die Facebook-Aktion "Rettet Ingolstadts Nachtleben" zu unterstützen. An fast alles hatte Organisator Daniel Melegi gedacht.
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Flashmob in Ingolstadt
Rund 350 Szenegänger unterstützten den von Daniel Melegi initiierten Flashmob auf dem Rathausplatz.
Sabine Olfen
Der megazin-Herausgeber hatte zu der Aktion aufgerufen und nicht vergessen, das Ganze beim Ordnungsamt anzumelden. Das wussten die anwesenden Ordnungshüter. Sie wollten jedoch kurz nach 22 Uhr auch die Musikgenehmigung sehen. An die hatte Melegi nicht gedacht, doch die Beamten drückten ob der kurzen Dauer der Veranstaltung ein Auge zu. Also durfte Melegi im Eingangsbereich des alten Rathauses in den drei Mob-Minuten sein Medley aus "Somewhere over the Rainbow" in der Version von Israel Kamakawiwo'ole, "Veronika, der Lenz ist da" (von den Comedian Harmonists mit schönen Grüßen ans Kulturamt) und den Black Eyed Peas-Partysong "Tonight's gonna be a good night" an den Turntables zum Besten geben.
 
Beim Mob kann der Spaß schnell auch mal vorbei sein
 
Genau genommen handelte es sich am späten Samstagabend um keinen Flashmob, sondern um einen Smart Mob. Diese beiden Organisationsformen der Neuzeit unterscheiden sich in der Sinnhaftigkeit ihres Tuns voneinander. Während der Flashmob ein kurzer, meist spontaner Menschenauflauf mit meist humorvollem Background ist, hat der Smart Mob einen politischen Hintergrund. Und da auch Spontandemonstrationen anmeldungspflichtig sind, weil sie sonst aufgelöst werden können (§ 15 Abs. 3, Versammlungsgesetz), war's klug von Initiator Daniel Melegi, sich das erforderlichen Schreiben vor der Veranstaltung einzuholen. In der niedersächsischen 250.000-Einwohner-Stadt Braunschweig beispielsweise sind jegliche öffentliche Flashmobs illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.
 



Die 350 Teilnehmer symbolisierten mit ihren Taschenlampen das Licht, das den Stadtvätern (und -müttern) Ingolstadts aufgehen soll. Hintergrund waren Diskussionen um Sperrzeitenverkürzung, die Debatte um den "Eiskeller" sowie der Vorstoß des Kulturreferenten Gabriel Engert, das bei jungen Leuten beliebte Bürgerfest sterben zu lassen und durch ein neues Donaufest namens Sommerlenz zu ersetzen. Binnen drei Tagen hatten sich Melegis Facebook-Gruppe "Rettet das Nachtleben" 5000 User angeschlossen. Genauer gesagt: Eine Viertelstunde vor dem wie auch immer gearteten Mob am Samstagabend wurde diese Zahl erreicht.
 
Weiter, so Melegi, sei nun zunächst nichts geplant. Er werde jedoch auf den diversen Podiumsdiskussionen teilnehmen. Wann ein Gespräch mit OB Alfred Lehmann stattfinden wird, steht noch nicht fest.
 
Alle Infos zum Thema Nachtleben, Sommerlenz & Co. gibt's hier.
 

Uwe Ziegler, Online-Redaktion
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