Karlskron

Mittelschule in Karlskron droht das Aus

2022/23 kann voraussichtlich keine 8. und auch keine 6. Klasse gebildet werden

19.05.2022 | Stand 20.05.2022, 12:53 Uhr

Die Mittelschule in Karlskron ist langfristig vermutlich nicht zu halten: Die Zahl der Klassen wird voraussichtlich weiter abnehmen. Foto: DK-Archiv

Karlskron – „Wir werden die Mittelschule nicht halten können.“ Karlskrons Bürgermeister Stefan Kumpf (CSU) schenkte den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung reinen Wein ein. Trotz verschiedenster Versuche ist es nicht gelungen, die Schülerzahlen soweit zu stabilisieren, dass die Mittelschule Karlskron auch langfristig bestehen kann. Dies sei umso bedauerlicher, so Kumpf, da Karlskron (abgesehen von den Städten) der einzige Mittelschulstandort im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist, der über eine Schulsozialarbeit verfügt.

Vier 4. Klassen – aber wohl nur eine 5. Klasse 2022/23

Die Freiherr-von-Hertling-Mittelschule Karlskron wird laut Schulamt derzeit von 54 Schülerinnen und Schülern in vier Klassen (5,6,8 und 9) besucht, eine 7. Klasse vor Ort gibt es schon nicht mehr. Doch nach den bisher vorliegenden Informationen und Zahlen wird die Situation im nächsten Schuljahr noch gravierender werden. Wegen der jetzt schon fehlenden 7. Klasse kann 2022/23 keine 8. Klasse in Karlskron gebildet werden. Doch auch für eine 6. Klasse werden die Schülerzahlen höchstwahrscheinlich nicht reichen. „Wir haben derzeit vier 4. Klassen“, erklärte der Rathauschef: „Aber das reicht gerade mal für eine 5. Klasse.“ Der Grund: Die meisten Eltern wollen, dass ihre Kinder nach der Grundschule auf eine andere Schulart wechseln.

Im nächsten Schuljahr werden neben den Achtklässlern auch die Sechstklässler die Mittelschule in Karlshuld besuchen müssen. Dort sind derzeit 195 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 in zehn Klassen gemeldet – und es gibt als spezielles Angebot einen M-Zug für die Klassen 7 bis 9. Das Problem ist jedoch die Busverbindung: Es gibt nur einen Bus am Morgen, und der fährt so früh los, dass die Kinder und Jugendlichen eine Stunde vor Schulbeginn in Karlshuld ankommen. Doch eine Betreuung gibt es zu dieser Zeit noch nicht. Kumpf will deshalb mit der Firma Spangler Gespräche führen, ob nicht ein eigener Bus die Schüler von Karlskron nach Karlshuld befördern könnte – dann allerdings auf Kosten der Gemeinde.

Bei den Gemeinderäten stieß das Problem auf großes Interesse, es wurden auch mehrere Vorschläge unterbreitet. Der Königsweg wurde freilich nicht gefunden. Kumpf hatte vor ein paar Jahren deswegen schon Gespräche mit Reichertshofen und vor allem mit Ingolstadt geführt mit dem Ziel, Schüler der Gebrüder-Asam-Mittelschule im Südwesten der Stadt, eine der größten Mittelschulen Oberbayerns, in Karlskron aufzunehmen und so die Mittelschule in der Donaumoosgemeinde zu sichern. Dies hatte die Stadt jedoch abgelehnt.

Die Rechtsaufsicht des Landratsamts Neuburg-Schrobenhausen hat den Haushaltsplan unter die Lupe genommen und bescheinigt der Gemeinde eine geordnete Haushaltswirtschaft. Die veranschlagte Rücklage von knapp drei Millionen Euro am Jahresende sei höher als das erforderliche Minimum, der Kredit mit 572 Euro je Einwohner unter dem Landesschnitt von 591 Euro. Allerdings sei in der Zukunft „eine hohe Ausgabendisziplin nötig“.

Überschwemmungsgebiet der Brautlach ermittelt

Wie in vielen anderen Städten und Gemeinden auch, hat das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt die von ihm ermittelten Überschwemmungsgebiete im Gemeindebereich Karlskron übermittelt. Die Berechnungen für verschiedene Hochwasserszenarien sind auch im Internet einsehbar. Während eine Überschwemmung des Militärkanals die Gemeinde verhältnismäßig wenig beträfe, würde ein Hochwasser der Brautlach weite Flächen um den gleichnamigen Ortsteil überfluten (vor allem im Süden, Osten und Westen). Das Szenario wurde im Gemeinderat intensiv diskutiert.

Schließlich hat der Rat auch den Auftrag zur Erneuerung von Kramerstraße und der Brücke über den Moosgraben bei Mändlfeld in Höhe von 1,4 Millionen Euro vergeben.

peh