Aufruf der IG Metall
Weit mehr Streikende als erwartet versammeln sich auf der Audi Piazza

15.11.2022 | Stand 19.09.2023, 5:33 Uhr |

Gut 20.000 Menschen aus nahezu allen Ingolstädter Betrieben der Metall- und Elektroindustrie haben sich am Dienstag zu einem Warnstreik auf der Audi Piazza eingefunden. −Foto: Brandl

Von Michael Brandl und Michael Schmatloch

Geschätzt weit mehr als die von der IG Metall angekündigten rund 15.000 Gewerkschaftsmitglieder haben sich am Dienstagvormittag auf der Audi Piazza in Ingolstadt versammelt, um ihrer Forderung nach acht Prozent mehr Lohn lautstark Ausdruck zu verleihen.



Aufgerufen zu dem zweiten massiven Warnstreik innerhalb einer Woche hatte die Gewerkschaft neben den Beschäftigten von Audi auch alle anderen Ingolstädter Betriebe der Metall- und Elektroindustrie. Insgesamt wurden am Dienstag in Bayern laut Gewerkschaftsangaben rund 100 Betriebe bestreikt. Das Medieninteresse war auch in Ingolstadt entsprechend groß.

Unter anderem sprach Jörg Schlagbauer, Leiter des IG Metall Vertrauenskörpers bei Audi, zu den Kolleginnen und Kollegen und machte erneut die Entschlossenheit der Metaller deutlich, bis zur Urabstimmung streiken zu wollen, sollten die Arbeitgeber kein vernünftiges Angebot vorlegen.

Schlagbauer: „Geiz ist nicht geil“

Die 3000 Euro auf 30 Monate, die die Arbeitgeber in diesem Arbeitskampf bislang angeboten hätten, seien „lächerlich, unsolidarisch und unanständig“. „Geiz ist nicht geil“, meinte Schlagbauer, Geiz mache nur blind, taub und krank.

Nach ihm schworen auch Johann Horn (Bezirksleiter IG Metall), Carlos Gil (1. Bevollmächtigter IG Metall Ingolstadt), Tim Wagner (Audi IGM Jugend), Andreas Domke (Leiter des IG Metall Vertrauenskörpers bei Airbus), Wolfgang Strasser (Leiter des IG Metall Vertrauenskörpers bei Wacker Neuson) sowie Karola Frank (ehrenamtliches Vorstandsmitglied der IG Metall) die gut 20.000 Menschen auf einen entschlossenen und unnachgiebigen Arbeitskampf ein. Ein ausführlicher Bericht folgt.