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Literatur und Musik: Das 6. Abo-Konzert des GKO am kommenden Donnerstag

21.02.2024 | Stand 21.02.2024, 5:00 Uhr
Marco Frei

Dirigent Paul McCreesh ist vor allem als Verfechter der historischen Aufführungspraxis bekannt. Foto: Ben-Wright

Atmosphärische Verdichtungen sowie direkt vertonte oder wortlos reflektierte Literatur: Um dieses Spannungsfeld kreist an diesem Donnerstag das sechste Abokonzert des Georgischen Kammerorchesters in Ingolstadt (GKO). Gleichzeitig wird auch die Serenade als Gattung in den Fokus gerückt. Im Zentrum steht die „Serenade“ op. 31 für Tenor, Horn und Streichorchester von Benjamin Britten, zumal sie beide Kontexte in sich vereint.

Im Oktober 1943 von Brittens Lebenspartner Peter Pears sowie Dennis Brain in London uraufgeführt, vereint das Werk echte Perlen der englischen Dichtkunst aus fünf Jahrhunderten. Die Gedichte von Charles Cotton, Alfred Lord Tennyson, William Blake, Ben Jonson, John Keats und Lyke-Wake Dirge kreisen um nächtliche Stimmungen, die persönlich refkletiert werden, so der Publizist und Musikkritiker Edward Sackville-West. Er schreibt von „länger werdende Schatten“, fernem „Signalhorn bei Sonnenuntergang“, barocker „Pracht des Sternenhimmels“, schweren „Engel des Schlafs“ oder vom „Mantel des Bösen“. Das Kolorit der dichterischen Vorlagen fängt Britten in seinen Vertonungen atmosphärisch genauso ein wie stilistisch die Zeitreise quer durch die Jahrhunderte. Dabei werden das Horn und die Singstimme völlig gleichberechtigt behandelt.

Mit dem solistischen Waldhorn beschwört Britten zudem eine romantische Naturverbundenheit herauf. Für dieses besondere, klangsinnlich Werk sind der Dirigent Paul McCreesh aus London und der britische Tenor Robert Murray perfekte Exegeten. McCreesh zählt zu den Pionieren der historischen Aufführungspraxis. Ähnlich wie der Originalklang-Pionier Nikolaus Harnoncourt wirkte auch McCreesh zunächst als Cellist, um sich zudem in die Musikforschung zu vertiefen. Mit seinem 1982 gegründeten Ensemble „Gabrieli Consort & Players“ machte sich McCreesh schnell einen Namen. Dagegen punktet Murray mit agilem, biegsamem Timbre. Mit konsequenter Entschlackung begegnet McCreesh zudem der „Serenade“ op. 20 für Streicher von Edward Elgar und der „Feuer-Sinfonie“ Nr. 59 von Joseph Haydn. Beide Werke runden den Abend ab.

DK


Das GKO-Konzert am Donnerstag im Ingolstädter Festsaal beginnt um 20 Uhr. Auf der „Roten Couch“ um 19.30 Uhr präsentiert sich der Dirigent Paul McCreesh. Weitere Infos und Karten unter Telefon (0841) 3052822 sowie https://georgisches-kammerorchester.de.