Vor Haderthauer haben schon Ministerin Stewens und Kultusminister Schneider Bekenntnisse zur bairischen Sprache in Schulen und Kinderhorten abgegeben. Passiert ist trotz der Beteuerungen nicht viel, außer, wenn sich – wie in Denkendorf, Kösching oder anderen ländlichen Orten – Erzieherinnen gegen viele Widerstände durchsetzen, um den Dialekt zu fördern. Bereits im Jahr 1972, so Ministerin Stewens, wurde als Ziel der Spracherziehung die Förderung der mundartlichen Kompetenz ins Kindergartengesetz aufgenommen. Diese Vorgabe wäre für alle Kindergärten im Freistaat verbindlich. Schneider schrieb: Kinder mit mundartlicher Kompetenz lernen früh, den ihnen zur Verfügung stehenden Reichtum der Sprache zu nutzen und zwischen verschiedenen Sprachebenen zu unterscheiden. Und von diesem guten sprachanalytischen Verständnis profitieren sie später.

Letzten Endes liegt es auch daran, ob die Eltern selbstbewusst hinter der Mundart stehen und unsere Sprache als wesentliches Zeichen bairischer Eigenheit und Kultur erhalten bleibt. Eine Generation ohne bairische Sprache reicht aus, um ein 1000 Jahre altes Kulturgut zu verlieren. Schade, dass Frau Haderthauer ihr "echt Münchnerisch" total aufgegeben hat, denn manchen Politiker würde ein bisschen heimatlicher Dialekt noch sympathischer machen.

Harri Deiner

Ingolstadt