Vielfältiges Programm
Krieg und Frieden: Bayerisches Armeemuseum in Ingolstadt lädt am 29. Juni zu Tag der Offenen Tür

09.06.2024 | Stand 09.06.2024, 16:30 Uhr |

Diesespektakuläre Inszenierung einer dramatischen Kampfszene aus dem 30-Jährigen Krieg zieht im Armeemuseum im Neuen Schloss in Ingolstadt stets viele Blicke an. Foto: Hammer, Archiv

Zum Beispiel die Epauletten. Mit ihnen lässt sich anschaulich zeigen, wie Konservatoren und Handwerker in einem Museum arbeiten: Wie sieht der Weg vom Depot bis in die Vitrine aus? Was muss dazwischen in der Werkstatt alles gemacht werden? Und nicht zuletzt gilt es zu erklären: Was sind überhaupt Epauletten?

So nennt man die meist silber- oder goldfarbenen Verzierungen der Schulterteile früherer Uniformen. Auch Offiziere der bayerischen Armee haben sich gerne damit geschmückt. Deshalb besitzt das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt eine geräumige Garderobe voller epaulettenbesetzter Gala-Uniformen. Am Samstag, 29. Juni, lädt das Haus wieder zu einem Tag der Offenen Tür. Von 10 bis 16 Uhr ist im Neuen Schloss sowie im Militärfahrzeug- und Artilleriedepot in der Reithalle im Klenzepark viel geboten – auch für Kinder. Der Eintritt ist frei.

Am Tag der Offenen Tür 2022 kamen rund 1000 Gäste



Man wolle wieder einen Blick hinter die Kulissen bieten, sagt Tobias Schönauer, der stellvertretende Leiter des Museums, so wie beim Tag der Offenen Tür 2022, als fast 1000 Gäste kamen. Die Handwerkerinnen und Handwerker des Hauses stehen wieder im Mittelpunkt. Sie führen ihr Können vor. In diesen alten Gewerken: Buchbinderei, Fahnenstickerei, Metallbau, Modellbau, Sattlerei, Schneiderei und Schreinerei.

Am 29. Juni sind die Handwerker im Neuen Schloss zu erleben, denn die Interims-Werkstatt ist für großen Besuch ungeeignet. Das Kavaliersgebäude, traditionelles Domizil der Werkstätten, wird derzeit saniert.

Wieder Vorderlader-Vorführung im Schlossgraben



Schönauer wird wieder im Schlossgraben einen Vorderlader krachen lassen: Mit Schießpulver und natürlich ohne Munition. Der Museumsoberkonservator führt einen nachgebauten Mörser vor, wie ihn die bayerische Armee im 18. Jahrhundert eingesetzt hat. „Der Vorderlader war lang die Standardwaffe“, so Schönauer. Die historisch-korrekte, also ziemlich laute Präsentation ist beim letzten Mal gut angekommen.

So wie das Bemalen von Zinnsoldaten. „Das war der Renner.“ Das Museum besitzt davon Zehntausende. Auch am 29. Juni kann man unter fachkundiger Anleitung zum Pinsel greifen und das selbst verzierte Stück als Geschenk mit nach Hause nehmen.

Kinderprogramm mit Zinnsoldaten und Ritterrüstungen



Das Kinderprogramm findet im Erdgeschoss statt. Die Kleinen können Wappen gestalten, ein Kettenhemd überstreifen oder Helme aufsetzen – ein beliebtes Fotomotiv für Eltern.

Im Shop des Museums gibt es eine große Auswahl antiquarischer Bücher zum Thema Militärgeschichte günstig zu kaufen, darunter rare Exemplare. Die Kuratorin Priscilla Pfannmüller berät die Interessierten. Im Schlosshof werden Getränke angeboten. Dort trifft man auch eine Mitarbeiterin der Armeebibliothek, eine Abteilung des Museums. Bei ihr erfahren die Besucher in lockerer Atmosphäre, wie die mehr als 100000 Bände zählende Sammlung (die an der Proviantstraße lagert) aufgebaut ist und was es dort so zu entdecken gibt. Das neue Format ,Meet a librarian’, Triff eine Bibliothekarin, „probieren wir jetzt mal aus“, sagt Schönauer.

Erstmals Fahrzeug-Depot des Museums in der Reithalle zu besichtigen



Der Tag der Offenen Tür bietet eine Premiere. Erstmals ist ein Museumsdepot zu besichtigen: die Reithalle im Klenzepark. Dort sind inzwischen die schweren Militärfahrzeuge geparkt: Panzer (etwa ein Panzerspähwagen der Wehrmacht), Laster, Motorräder und ein seltenes Stück: ein Munitionswagen der bayerischen Armee aus dem frühen 19. Jahrhundert. „Das ist eine sehr bedeutende Sammlung“, sagt Schönauer. Pfannmüller fügt an: „Auch die frühe Geschichte der Bundeswehr ist hier gut abgebildet.“ Geschütze aus mehreren Jahrhunderten komplettieren das Waffenarsenal in der Reithalle, ein Gebäude aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Es dürfen jeweils Besuchergruppen bis 25 Personen eintreten.