Pförring

Kita-Plätze sind da – Personal fehlt

Leiterinnen der Kindertagesstätten mahnen Ende des Sparkurses im Gemeinderat Pförring an

05.05.2022 | Stand 06.05.2022, 17:21 Uhr
Walburga Kügel

In einem riesigen Stuhlkreis haben Kinder des Pförringer Kindergartens St. Joseph gemeinsam ein Muttertagslied geübt. Foto: Kügel

Pförring – Die Kinderkrippe ist voll, im Kindergarten St. Josef wären noch Plätze frei, aber nach einer Reihe von Kündigungen fehlen die Fachkräfte. Nachdem zuletzt der Fokus auf die Verringerung des Defizits gerichtet war, mahnten die Leiterinnen nun einen Neubau und das Ende des Sparkurses an. Das teilte Leiterin Manuela Schmiedl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Pförring mit.

Die Kinderkrippe Sonnenschein bietet in drei Gruppen 39 Plätze an, 38 sind nach Abschluss der Anmeldewoche belegt. Damit gebe es nur einen Notplatz für ein ganzes Jahr. Das sei wegen der erwarteten Zuzüge ein Problem. Den rechnerischen Personalschlüssel von 3,75 (5,5 ist der Mindestschlüssel für die Förderfähigkeit) gebe es nur auf dem Papier. Wegen Erkrankungen habe man einmal sogar eine Gruppe zusperren müssen, weil die Aufsichtspflicht nicht gewährleistet war, so die Leiterin. Sie appellierte angesichts des Fachkräftemangels an den Gemeinderat, Ausgelernte nicht gehen zu lassen.

Martin Busch unterstützte das. Bürgermeister Dieter Müller hielt dagegen, dass er weiter ein Auge auf den Kostendeckungsgrad haben müsse. Da die Anmeldezahlen in der Krippe schwer vorherzusagen seien, könnten Tagesmütter zumindest kurzfristig eine Alternative sein, meinte Schmiedl und schlug vor, deren Ausbildung durch die Gemeinde zu fördern. Müller sagte, dass die Verwaltung hier schon in Kontakt mit dem Landratsamt stehe.

Für den Kindergarten habe es nicht so viele Anmeldungen gegeben wie erwartet. Im September werde man mit 156 Kindern starten, berichtete Andrea Schweiger. Bis Januar wird die Zahl auf 167 steigen. „Die achte Gruppe wird weiterhin benötigt“, folgerte die Leiterin. Wegen der hohen Fluktuation steige der Schlüssel bis August auf 11,37 an (das Soll liegt bei 10). „Jetzt haben wir die Plätze, aber nicht das Personal“, sagte Andrea Schweiger.

Für den geplanten Waldkindergarten hätten nur die Eltern von sechs Kindern Interesse gezeigt. „Ich sehe den Bedarf eher nicht“, sagte Schweiger und riet „perspektivisch zu einem Neubau mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen“.

Dass von 22 Leuten fünf weggegangen sind, hatte ihren Angaben zufolge ganz verschiedene Gründe, ob Elternzeit, Heimatnähe oder berufliche Weiterentwicklung, berichtete Schweiger auf Nachfrage von Stefan Haser. Nur eine Mitarbeiterin habe gekündigt, weil sie deren Teilzeitwunsch nicht genehmigt habe. Markus Guttenberger befürchtet, dass es wegen der hohen Benzinpreise schwer werde, offene Stellen zu besetzen: „Deshalb müssen wir den Kindergarten so attraktiv wie möglich gestalten!“ Manuela Schmiedl erläuterte, was das aus Sicht der Angestellten heißt: „Attraktiv ist ein Kindergarten, in dem nicht am Personal gespart wird, denn wir wollen zeigen, was wir gelernt haben.“

Als Kronzeugen dafür, dass die Rahmenbedingungen im Pförringer Kindergarten gut sind, führte Schweiger den ersten und einzigen Mann im Betreuungsteam an: Der erfahrene Erzieher habe gesagt, „so schön wie hier war’s noch nie.“ Bürgermeister Müller attestierte dem Kindergartenpersonal eine „super Arbeit“. Dazu gehöre auch, dass in der Integrationsgruppe zwei Kinder aus der Ukraine aufgenommen worden sind. Dass eine Erzieherin russisch spreche, erleichtere die Eingewöhnung.

Weitere Themen im Gemeinderat



Das Sondergebiet Naturerlebnis vis-à-vis des Wackersteiner Sportheims widerspricht laut der Regierung von Oberbayern dem Anbindungsgebot des Landesentwicklungsplans und wird deshalb von Landratsamt und Planungsverband abgelehnt. Hier will Bürgermeister Müller weitere Gespräche führen.

Das Baugebiet „Nordwestlich von Pförring 2: Für die Erweiterung wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst. Die vorgeschriebenen Regenwasserzisternen sollen auf Vorschlag von Georg Lang im Rahmen der Erschließung gebaut werden.

Die neuen Fenster für das Rathaus kosten 153.000 Euro. Den Auftrag erhielt die Firma Kroiss aus Sandharlanden. Die Malerarbeiten übernimmt die Firma Stippler aus Neustadt für 43.000 Euro. Das Gerüst stellt die Firma Pfäffl, Schelldorf, für 17.400 Euro auf.

Erdaushubdeponie Lobsing: Der Markt würde die Erdaushubdeponie gerne weiter betreiben. Dafür müssten jedoch laut Gutachten Zauneidechsen und Gelbbauchunken umgesiedelt werden. Vor einer Entscheidung soll eine Kostenschätzung eingeholt werden.

Radweg von Pförring nach Münchsmünster: Baubeginn noch heuer – laut Stéphane Thirion vom Kreistiefbauamt. Das Radwegekonzept des Landkreises Eichstätt wurde in das Bundesförderprogramm aufgenommen.

Baugebiet „Östlich Friedhofstraße“ – Querung der B 299: Der Markt Pförring lässt im Rahmen der Erschließungsplanung die Kosten für drei Varianten schätzen: eine Querungshilfe für Fahrradfahrer und Fußgänger, eine Querungshilfe mit Linksabbiegerspur und einen Verkehrskreisel mit mindestens 40 Meter Durchmesser.

kue