Leerstehendes Kaufhof-Gebäude
Ingolstädter CSU mit erneutem Vorstoß: Eine Markthalle in der „Schlüsselimmobilie“?

19.06.2024 | Stand 20.06.2024, 5:58 Uhr |

Seit 2020 verlassen: der ehemalige Kaufhof an der Ludwigstraße. Foto: Brandl (Archiv)

Die Idee ist schon alt, hat aber für viele nichts an Reiz verloren: Eine Markthalle könnte die Ingolstädter Innenstadt beleben. In vielen Städten gibt es Hallen, in denen Händler Stände oder kleine Shops betreiben. Ebenso Gastronomen.



Auch das Gelände des Ingolstädter Viktualienmarkts war schon dafür im Gespräch; daraus wurde jedoch nichts. Jetzt geht die Ingolstädter CSU mit einem neuen Vorschlag an die Öffentlichkeit: Man könnte im seit 2020 verlassenen Kaufhof-Gebäude eine Markthalle einrichten. Zuvor müsste es die Stadt freilich erwerben. Es gehört zur Konkursmasse des einstigen Signa-Immobilienimperiums.

Lesen Sie auch: Ingolstädter kämpft um sein Security-Unternehmen – Sechs Ordnungswidrigkeiten begangen

„Nach einem ersten Vorstoß im Sommer 2018“ lege man nun nach, schreibt die CSU-Stadtratsfraktion in einer Mitteilung. „In einem aktuellen Antrag werden Wirtschaftsförderung und Stadtplanung aufgefordert, ein Konzept zur Errichtung und zum Betrieb einer Markthalle in der leerstehenden Kaufhof-Immobilie zu erstellen.“

Der Innenstadtexperte der CSU-Fraktion, Thomas Deiser, wird wie folgt zitiert: „Die Kaufhof-Immobilie ist die Schlüsselimmobilie in unserer Innenstadt. Seit Ende 2020 stehen dort um die 10000 Quadratmeter Verkaufsfläche leer. Mit negativen Folgen für das direkte Umfeld, aber auch für die gesamte Innenstadt.“

Es kommt wohl Bewegung in die Sache



Alt-Bürgermeister und Stadtrat Albert Wittmann ergänzt: „Aus anderen Städten hört man vermehrt, dass die Insolvenzverwaltung leerstehende ehemalige Kaufhof-Immobilien zum Verkauf anbietet. Es kommt also scheinbar Bewegung in die Sache. Wir wollen für den Fall der Fälle gerüstet sein. Das von uns geforderte Konzept soll sowohl für einen Eigenbetrieb durch Stadt oder Wirtschaftsförderung ausgelegt sein, als auch als Vorgabe für eventuelle externe Betreiber oder Investoren dienen“, so Wittmann.

Es sei der CSU-Fraktion bewusst, „dass in der aktuellen Lage auch künftig nicht zu erwarten ist, dass auf der gesamten Fläche der Kaufhof-Immobilie wieder Einzelhandel betrieben wird“. Aber alle relevanten Umfragen und Studien belegten, dass nach wie vor der Einzelhandel „mit Abstand der größte ganzjährige Frequenzbringer ist und für über 70 Prozent der Besucher der Grund, in die Innenstadt zu kommen“.

Lesen Sie auch: OB Christian Scharpf über seinen wahrscheinlichen Weggang: „Da freuen die sich zu früh!“

Also müsse es das primäre Ziel sein, „in dieser für unsere Innenstadt so wichtigen Immobilie zumindest wieder auf drei Geschossen frequenzstarken Einzelhandel und Gastronomie anzusiedeln“.

Deiser berichtet von „vielen positiven Reaktionen“ auf den früheren CSU-Kaufhof-Antrag: „Nach der Berichterstattung kamen damals namhafte Ingolstädter Unternehmen aus den Bereichen Fleisch und Wurst, Backwaren, Milchprodukte und Käse, Obst und Gemüse, Wein und Spirituosen und auch der Expansionsbeauftragte eines großen Lebensmittelkonzerns auf mich zu und bekundeten Interesse an einer Einmietung in einer Markthalle. Das damalige Interesse dürfte auch heute noch bestehen.“

„Wichtiges Ziel“ für dies Rest-Amtszeit von OB Scharpf



OB Christian Scharpf (SPD) nennt die Wiederbelebung des ehemaligen Kaufhofs als eines der wichtigsten Ziele in seiner Rest-Amtszeit. Er will das Rathaus, wie berichtet, im Februar 2025 vorzeitig verlassen, um in München Wirtschaftsreferent zu werden.

In einem Gespräch mit dem DK vor einer Woche sagte Scharpf: „Wir sind dran am Kaufhof – in enger Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter. Das wäre mein größter Wunsch, dass da so schnell wie möglich wieder Belebung hineinkommt. Das heißt, die Belebung wird noch nicht gleich passieren, aber es muss die Zukunft klar werden.“