Bereits im Mai hatte Josef Grieser die Nachfolge von Gründungspräsident Wilfried Hüttl angetreten, jetzt geht Klaus Forster, der seit Gründung des Landgerichts Ingolstadt im Jahr 1988 das Amt des Vizepräsidenten bekleidete, in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Paul Weingartner. Forster wurde am Freitag im Rahmen einer Feierstunde im Landgericht verabschiedet.

Fast 40 Jahre stand Forster im Dienst der bayerischen Justiz, ein halbes Jahr hat ihm noch zum Erreichen dieses Jubiläums gefehlt. Nach verschiedenen beruflichen Stationen, zuletzt als Leitender Oberstaatsanwalt in München, übernahm Forster 1988 das Amt des Vizepräsidenten des Landgerichts Ingolstadt. Gemeinsam mit Wilfried Hüttl, der aus Memmingen an die Donau gekommen war, baute er die neue Justizbehörde in Ingolstadt auf - übrigens die erste Neugründung eines Landgerichts in Bayern seit rund 100 Jahren. Zur Verabschiedung von Klaus Forster waren zahlreiche Vertreter von Behörden, der Polizei und der Justiz in den Bildungssaal des Landgerichts gekommen, an der Spitze Bürgermeister Hans Amler, der Vizepräsident des Oberlandesgerichts München, Dr. Karl Huber, und Leitender Polizeidirektor Karl Heinz Bausch. Forster sagte, er könne zufrieden auf eine lange Zeit der gemeinsamen Pflichterfüllung und der Kollegialität zurückblicken. Er habe sich mit großem Engagement in den Dienst der Justiz gestellt, ob als Staatsanwalt oder als Richter.

Laut Gesetz muss ein Richter mit Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren in den Ruhestand treten. Zur Begründung heißt es im Gesetzestext sinngemäß, ein Richter mit 65 Jahren sei gesundheitlich nicht mehr in der Lage, sein Amt auszufüllen. "Ich beuge mich dem Gesetz, aber die Begründung akzeptiere ich nicht", erklärte Forster sichtlich bewegt.

Den beruflichen Werdegang des scheidenden Vizepräsidenten zeichnete Landgerichtspräsident Josef Grieser nach. Grieser erinnerte auch an große Prozesse, die Forster in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Jugendkammer geführt hat, so das Verfahren gegen Mitglieder einer türkischen Familie, die eine junge Frau fast zu Tode gequält hatten, und den erst jüngst abgeschlossenen so genannten "Kugelschreiberprozess". Darüber hinaus habe die Prüfung der Notariate zum Arbeitsbereich Forsters gehört. Als Abschiedsgeschenk bekam der Hobbyimker Forster von seinen Kollegen und Kolleginnen, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein komplettes Bienenhaus geschenkt.

Grußworte sprachen der Vizepräsident des Oberlandesgerichts München, Dr. Karl Huber, Notar Franz Edler von Koch und Wilfried Hüttl, der aus Sonthofen noch einmal nach Ingolstadt ans Landgericht gekommen war, um seinen langjährigen Vize als ein "Vorbild an Prinzipientreue" zu würdigen und ihm einen "gesegneten Ruhestand" zu wünschen.