Gaimersheim

„Griabig samma, griabig bleima!“

Trachtenverein Gaimersheim nach schwierigen Corona-Jahren auf gutem Weg – Verlust des Vereinsheims ausgeglichen

21.11.2022 | Stand 21.11.2022, 9:00 Uhr
Tanja Mayer

Auf gute Zusammenarbeit: der neu gewählte Vorstand des Trachtenvereins Gaimersheim und Vorsitzender Ferdinand Sebald (l.). Foto: Mayer

Über die vergangenen drei Jahre ging der Bericht von Vorsitzendem Ferdinand Sebald bei der Jahresversammlung des Trachtenvereins Gaimersheim im Pfarrheim. Ausführlich ging er dabei auf die Probleme während der Pandemie ein: So hätte 2020 der Hoagarten des Donaugau-Trachtenverbandes nach 30 Jahren wieder in Gaimersheim stattfinden sollen. Auch die beiden weiteren Versuche in den Jahren 2021 und 2022 seien abgesagt worden. Doch gab es auch kleine Lichtblicke.

Im September 2020 konnte eine Ausschusssitzung als Präsenzveranstaltung stattfinden, ebenso im Herbst desselben Jahres der Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder. 2021 konnten wieder Veranstaltungen stattfinden. So wurde im August 2021 das Ferienprogramm im Freien angeboten. Im September wurde bekannt, dass das Vereinsheim, das Gasthaus Ledl, aus rechtlichen Gründen bis auf Weiteres geschlossen sei. Daher wurde die Jahresversammlung auf Januar 2022 verschoben. Für die geplante Weihnachtsfeier konnte der große Saal des Pfarrheims St. Benedikt gewonnen werden. Beide Veranstaltungen mussten aber wieder abgesagt werden.

Plattelproben im Keller des Backhauses

Die Raumnot blieb bestehen: Wegen der Schließung des Vereinsheims konnten keine Proben abgehalten werden. Vorübergehend fanden die Plattelproben im Kellergeschoss des Backhauses statt. Erste Bürgermeisterin Andrea Mickel erteilte dem Verein nun die Genehmigung, dass sich der Verein etwas häuslich einrichten könne. So wurden gebrauchte Möbel einer Bauernstube erworben und ein Schwingboden eingebaut. Geplant ist derzeit noch der Kauf von Akustikvorhängen. Der Vorsitzende berichtete weiter, dass ab Mai 2022 das Vereinsleben wieder richtig zu laufen begann. Ein Höhepunkt war das Gaufest in Konstein. Weitere Feste und Veranstaltungen waren unter anderem das 150-jährige Bestehen des Schützenvereins Hubertus Gaimersheim, die Marktmeisterschaften im Schießen und die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Landkreises Eichstätt.

Anschließend wurde über die vorliegenden Neuaufnahmen abgestimmt. Diese wurden alle einstimmig angenommen. Aufgrund der Austritte und der Sterbefälle muss der Gaimersheimer Trachtenverein eine Verringerung der Mitgliederzahl verzeichnen.

Das betraf auch die beiden Kinder- und Jugendgruppen. In der Zeit von Corona mussten die beiden Jugendleiterinnen Veronika Zientek und Franziska Pickl eine Halbierung der beiden Gruppen verzeichnen. Die bestehende Kindergruppe hat derzeit 16 Volkstänze sowie ein paar wenige Plattler und Volkstänze in verschiedenen Varianten in ihrem Repertoire. Die Jugendlichen können aus 32 Tänzen sowie verschiedenen Plattlern, Walzern und ein vieles mehr an Tänzen aus dem Vollen schöpfen. Um den Kontakt während Corona zu den Kindern und Jugendlichen nicht zu verlieren, wurden online verschiedene Aufgaben gestellt. Dies waren beispielsweise das Lösen eines Bilderrätsels, Tanz- und Brauchtumsaufgaben. Veronika Zientek und Franziska Pickl organisierten in den vergangenen Jahren viele Aktivitäten. Dies waren unter anderem kleine Adventsaufmerksamkeiten, eine Jahresabschlussfeier, Faschingsplatteln, Osterbasteln, die Teilnahme an Auftritten und Trachtenfesten sowie Ausflügen. Maria Zientek berichtete in diesem Zusammenhang, dass es für sie und Vorplattler Sebastian Pickl während Corona schwierig war, unter anderem ein Hygienekonzept zu erarbeiten. Die Trachtler konnten anhand der von der Regierung vorgegebenen Auflagen keine klare Gruppierung erkennen. Das wurde durch übergreifende Teamarbeit mit der Jugendleitung und mit der Unterstützung des Vorsitzenden Ferdinand Sebald geschafft. Lockerungen und einem weiteren Lockdown geschuldet fanden im Wechsel Präsenz- sowie Onlineveranstaltungen statt; unter anderem gab es Plattelproben. 2022 konnten Maria Zientek und Sebastian Pickl wieder verschiedene Informationsveranstaltungen, wie eine Vorplattlerprobe, eine Sachgebietssitzung oder die Sachgebietswahlen, besuchen. Die Plattlergruppe konnte bei Auftritten (50 Jahre Landkreis Eichstätt, Volksfest Gaimersheim) ihr Können zeigen.

Insgesamt haben die Zwangspausen den Aktiven schon „wehgetan“, berichtete Josef Siegl, schließlich sei bei der Ausübung der Volkstänze viel Übung nötig. In den letzten Proben wurde die ganze Palette der im Verein getanzten Tänze mindestens einmal getanzt oder wiederholt. Nun heiße es dranbleiben.

Neuernennungen und Wiederwahlen

Es folgten die Neuwahlen. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Ferdinand Sebald und zum Zweiten Vorsitzenden Thomas Bauer gewählt. Das Amt des Kassiers übernimmt Christian Zientek. Erste Schriftführerin wurde Brigitte Sebald und Veronika Zientek Erste Jugendleiterin. Zur Deandlvertreterin und Trachtenwartin wurde Maria Zientek gewählt. Maria Siegl bekleidet das Amt als Vortänzerin. Walburga Bauer übernimmt die Arbeit als Beisitzerin und gleichzeitig als Zweite Schriftführerin, genauso ist sie zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Verein. Franziska Pickl wurde Beisitzerin und Zweite Jugendleiterin. Zu weiteren Beisitzern wurden Johannes Fürbacher, Andrea Lachermeier und Florian Schraven gewählt. Fähnrich wurde Michael Wagner, und zu Revisoren wurden Johann Maier und Karl Graf ernannt.

Ferdinand Sebald beendete die Versammlung traditionell mit „Treu dem guten alten Brauch. Griabig samma, griabig bleima!“.